iPhone : Apple wird günstiger und schneller

Günstigere Laptops und schnellere Mobiltelefone: Apples Entwickler-Konferenz brachte wenig Spektakuläres, dafür einiges, was bereits lange erwartet worden war.

Kai Biermann,Michael Metzger

Erst am Ende seiner Rede bei der Apple-Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco kam Marketingchef Phil Schiller zu dem Produkt, auf das alle gewartet hatten: zum neuen iPhone. Im Vorfeld der Konferenz war schon einiges über die dritte Generation des Appletelefons spekuliert worden, nun steht sogar der Verkaufsbeginn fest: am 19. Juni soll es in den USA in den Läden liegen. Der Start für Deutschland ist noch nicht klar.

Doch nicht nur das iPhone, auch seine Laptop-Familie hat Apple runderneuert. Die Geräte sind mit schnelleren Chips und langlebigeren Akkus ausgestattet und sollen ab sofort zu günstigeren Preisen als ihre Vorgänger zu haben sein. Auch in Sachen Batterielaufzeit wurde nachgelegt: Im Schnitt kommen die Macbooks bis zu sieben Stunden lang ohne Strom aus der Steckdose aus. Leistungsfähiger sind sie dabei ebenfalls geworden: Der 17-Zoller sei mit seinem Doppelkern-Prozessor mit einer Taktrate bis zu 3.06 Gigahertz das schnellste Notebook, das Apple je gebaut habe, sagte Marketingchef Schiller. Dafür ist bei keinem Modell mehr der Akku wechselbar, sie wurden sämtlich fest in die Gehäuse eingebaut.

Das neue iPhone mit dem Titel 3GS soll ebenfalls mit Geschwindigkeit punkten. Die Ergänzung „S“ steht hierbei für „Speed“. Ungefähr doppelt so schnell wie bisher sollen damit Daten aus dem Netz geladen werden können, auch der Akku werde nun länger durchhalten, versprach Schiller. Beim Surfen sollen es dann neun Stunden, bei Videobetrieb zehn und beim Musikhören 30 Stunden sein. Bislang gilt der Akku als größte Schwäche der Geräte, verschafft er ihnen doch nur wenige Stunden Unabhängigkeit und lässt sich nicht auswechseln. Letzteres wird auch so bleiben.

Einige Neuerungen für das iPhone

Doch hat Apple seinem Telefon nun einige der Neuerungen verpasst, auf die Nutzer schon lange warteten. So bekommt die Kamera eine höhere Auflösung, einen Autofokus, eine Makrofunktion und die Fähigkeit, Videos in VGA-Qualität aufzuzeichnen. Diese können dann noch im iPhone geschnitten und anschließend versendet werden. Neu sind auch ein Kompass und eine Sprachsteuerung – eines der wenigen Features, über die nicht schon zuvor spekuliert worden war. Das Gerät soll nicht nur Steuerbefehle sondern auch Fragen nach Musiktiteln verstehen und beantworten können. Am sehnlichsten erwartet und nun Realität wird der Kopieren-und-Einfügen-Befehl. Per Fingerbewegung können Textteile markiert, in einen Zwischenspeicher geschoben und dann an anderem Ort eingefügt werden.

Neben dem neuen Gerät gibt es eine aktualisierte Software namens iPhone OS 3.0. Diese können Besitzer ab dem 17. Juni auf ihre Telefone und iPodTouch spielen. Für letztere allerdings wird der Service 7,99 Dollar kosten.

Überarbeitet wurde auch die Gestaltung der Preise. Die Variante mit kleinerem 16-Gigabyte-Speicher soll 199 Dollar kosten, die mit dem größeren 32-Gigabyte-Speicher 299 Dollar. Die alte Version 3G will man im Handel lassen und künftig für 99 Dollar verkaufen. Ein Einsteigermodell mit 4 Gigabyte für 149 Dollar, über das ebenfalls spekuliert worden war, wird es nicht geben. Tempo macht man auch beim neuen Betriebssystem. Mit "Snow Leopard" kommt Apple der Konkurrenz von Microsoft um einen Monat zuvor. "Snow Leopard" werde im September noch vor Windows 7 auf den Markt kommen, kündigte Softwarechef Bertrand Serlet an.

Eine Hoffnung blieb unerfüllt

Und machte deutlich, dass man es als direkte Konkurrenz sieht. Das OS X 10.6 genannte Paket wurde so optimiert, dass es weniger Platz auf dem Rechner benötigt und schneller läuft. Bereits die Installation sei um bis zu 45 Prozent zügiger als die des Vorgängers, sagte Serlet. Für Nutzer, die auf die neue Software aufrüsten wollen, bietet Apple ein Upgrade für 29 Dollar an. Ebenfalls neu und sofort verfügbar ist der Browser Safari 4.0. Genau wie die Macbooks. Sie seien sofort zu haben, sagte Schiller. Und auch bei ihnen habe man die Preise gesenkt.

Eine Hoffnung der Fans allerdings blieb auf der WWDC unerfüllt: Apple-Chef Steve Jobs erschien nicht. (Zeit Online)

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