Kinder kommentieren US-Wahl : Bronco Bama, Back Ojama und der andere Typ

Zu den Wahlen in den USA ist schon alles gesagt. Aber noch nicht von allen. Im US-Fernsehen sprechen Kinder jetzt Klartext: Die Kandidaten sollten sich besser lieb haben. Eine zukünftige Wählerin bringt der harte Wahlkampf sogar zum Weinen.

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Im US-Fernsehen äußern sich Kinder zum Präsidentschaftswahlkampf. Nicht alle begeistern die Rededuelle.
Im US-Fernsehen äußern sich Kinder zum Präsidentschaftswahlkampf. Nicht alle begeistern die Rededuelle.Foto: Screenshot/Tsp

Es sind messerscharfe Analysen und teilweise eben einfach die reine Wahrheit. Kinder, die sich zur anstehenden Wahl in den USA äußern, sind zurzeit extrem gefragt auf Youtube. Denn fernab von den komplizierten Debatten könnte es doch so einfach sein mit der Präsidentschaft. "Wer gewinnen will, muss sich einfach mit jedem anfreunden...ansonsten ist man am Ende.", sagt die sechsjährige Emma selbstbewusst in die Kamera. Es sei denn - und darauf müssen die Amerikaner auch erst von einem kleinen Mädchen hingewiesen werden - "Wonderwoman" kandidiert.

Dann, so das Kalkül der Kleinen, wäre der Wahlkampf ganz schnell entschieden und die drögen Debatten im Fernsehen endlich vorbei. Damit spricht sie wohl nicht nur ihren Altersgenossen aus dem Herzen. Die mussten sich bei "Kids react" eine ganze TV-Debatte zwischen Präsident Barack Obama und Herausforderer Mitt Romney anschauen und anschließend reagieren. Beschränkte sich die Reaktion zunächst auf Gähnen und Augenreiben, ließen dann einige doch ihrem Ärger Luft: "Die sind wie Fünfjährige, die sich um ein Spielzeug streiten", wundert sich der unwesentlich ältere Dayson (13). Nicht ohne belehrend hinzuzufügen: "Das Spielzeug ist Amerika." Vieles, an das sich die erwachsenen Wähler längst gewöhnt haben, führt bei den Knirpsen noch zu regelrechten Wutausbrüchen. Warum zum Beispiel, will einer der Moderatoren wissen, lügen die Kandidaten manchmal bei einem Duell? "Weil sie ganz, ganz fies sind!", konstatiert Emma (6). Fies auch, das mit Romney dem Fernsehsender PBS, bei dem in Amerika die Sesamstraße läuft", die Zuwendungen streichen will. "Was?! Dann wähle ich Obama", ruft der 11-jährige Dylan dem Fernseher zu. Vielleicht hat Mitt Romney mit diesem unbedachten Vorschlag eine ganze Generation zukünftiger Wähler für die Republikaner verloren.

Eigentlich aber ist den Kindern offenbar egal ob da jetzt Back Ojama für die "Black House"-Partei oder "dieser andere Typ" für die "White House"-Partei Präsident wird. "Ich möchte nur Fahrradfahren und meine Hausaufgaben machen. Okay, ich möchte nicht meine Hausaufgaben machen, aber ich will mir das alles nicht hören", beendet Dayson das Interview. Mit der Einstellung ist er nicht allein. Die vierjährige Abigael Evans ist mit dieser Haltung bereits zu einem richigen Youtube-Star geworden: Auf dem Weg zum Supermarkt macht ihre Mutter Elizabeth das Radio an. Einziges Thema: Barack Obama und Mitt Romney. Da reicht es Abigael, sie kann nicht mehr und weint einfach los: "Ich mag nicht mehr", sagt die Kleine: "Ich hab genug von Bronco Bama und Mitt Romney." Die Mutter zeichnet alles auf Video auf.

Fünf Tage vor der Wahl ist das Video bereits 1,5 Millionen Mal aufgerufen worden. In Foren und auf Websites bezeichnen sich Tausende bereits als Abigael-Evans-Fans. Ein Zeichen dafür, dass auch viele Wähler langsam die Nase voll haben von Bronco Bama und dem anderen Typen.

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