Konferenz in San Francisco : Microsoft stellt neues Windows vor

Nicht einmal jeder fünfte Computernutzer setzt das aktuelle Windows ein. Das soll sich ändern. In San Francisco stellt Microsoft heute Abend den Nachfolger vor und lüftet endlich das Geheimnis um den Namen.

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Mit dem neuen Windows kehrt das Startmenü auf den Desktop zurück.
Mit dem neuen Windows kehrt das Startmenü auf den Desktop zurück.Screenshot: Tsp

Das US-Unternehmen Microsoft stellt am heutigen Dienstagabend in San Francisco eine erste Version seines neuen Betriebssystems Windows vor. Microsoft wird dann unter anderem bekanntgeben, unter welchem Namen der Nachfolger von Windows 8 veröffentlicht wird. Bislang war in Medienberichten der Name Windows 9 genannt worden. Seitdem der neue Microsoft-Chef Satya Nadella im Juli bei einer Analystenkonferenz aber die Devise „Ein Windows für alle Geräte“ ausgegeben hat, wird darüber spekuliert, dass der Nachfolger nur einfach Windows ohne weitere Namenszusätze heißen könnte. Mit der Veranstaltung an der US-Westküste sollen zuerst Entwickler und Entscheider im Business-Bereich, in dem jede neue Windows-Version zuerst eingeführt wird, angesprochen werden. Über die Ergebnisse der Veranstaltung in San Francisco wird der Tagesspiegel ab 20 Uhr berichten.

Als so gut wie sicher gelten hingegen andere Neuerungen: Dazu gehört vor allem die Rückkehr zum klassischen Startmenü, das Microsoft mit Windows 8 zuerst abgeschafft und dann schrittweise wieder eingeführt hatte. Ebenfalls als sicher gilt, dass Microsoft mit dem nächsten Windows zwar weiterhin einen Kachelbildschirm für seine Apps anbieten wird, dass aber der Nutzer auf Wunsch mit dem klassischen Desktop-Bildschirm starten kann. Mit beiden Eigenschaften könnte Microsoft vor allem bei den Nutzern von klassischen Desktop-Computern und Notebooks wieder Boden gut machen. Windows 8, das im Oktober 2012 eingeführt worden war, kommt bislang nur auf einen Marktanteil von 17 Prozent. Der Vorgänger Windows 7 ist hingegen noch auf rund 50 Prozent aller Desktop-Computer und Notebooks installiert. Noch immer ist Microsoft mit seinen Betriebssystemen auf über 90 Prozent aller klassischen Computer vertreten. Allerdings etablieren sich Tablet-Computer verstärkt als Alternative dazu.

Virtuelle Desktops für Beruf, Privat, Spiele

Doch das neue Windows soll daneben auch einige darüber hinaus gehende Neuerungen enthalten. Quellen im Internet erwarten unter anderem, dass die Bildschirmauflösung auf den 8k-Standar – mit 16 Mal so vielen Pixeln wie beim HD-Standard – aufgebohrt werden könnte. Für den praktischen Einsatz sinnvoll könnten virtuelle Desktops für unterschiedliche Einsatzfelder wie privat, beruflich, für Spiele etc. sein. In der Benachrichtigungsleiste könnten überdies neben Meldungen aus Programmen künftig auch Statusmeldungen aus Mails, Blogs, Social Networks stehen.

Mit der Änderung der Namensgebung hin zum einfachen Windows könnte zudem eine Änderung in der Update-Politik einhergehen. Statt im Abstand von zwei Jahren jeweils komplett neue Windows-Version zu veröffentlichen, könnte Microsoft zu einer Politik der kleinen Updates übergehen, bei der der Computernutzer jederzeit über das jeweils aktuelle Windows verfügen würde. Vor dem Termin am heutigen Dienstagabend in San Francisco wurde in diesem Zusammenhang auch darüber spekuliert, dass das neue Windows für Nutzer von Windows 8 beziehungsweise 8.1 als kostenloses Update verteilt werden könnte. Andere Beobachter gehen davon aus, dass Windows wenn zwar nicht für umsonst, so aber doch zu einem relativ geringen Preis von 20 Dollar angeboten werden könnte.

Noch keinerlei verlässliche Angaben gibt es hingegen über den Start des nächsten Windows. Vom Handel war im Vorfeld die Hoffnung geäußert worden, Microsoft könne mit einer Veröffentlichung noch vor Weihnachten den Verkauf neuer Computer ankurbeln. Dies gilt jedoch als ziemlich unwahrscheinlich, es dürfte eher auf einen Termin im Frühjahr 2015 hinauslaufen. Unklar ist aber auch, wann die erwartete öffentliche Beta-Version zur Verfügung stehen wird. Mit dieser Version erhalten Computernutzer die Möglichkeit, die nächste Windows-Version bereits lange vor dem Start ausgiebig kennen zu lernen.

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