Konsolen : Spiel mit mir!

Luftgitarren, fliegende Prinzen, Heldenrollen, virtuelle OPs und wieder eine sexy Action-Archäologin – die besten Konsolentitel zu Weihnachten.

Bertram Küster,Kurt Sagatz

Einen außergewöhnlichen Weihnachtsgruß erhalten in diesem Jahr Bundeswehrsoldaten im Norden Afghanistans: Die Firma Sony stellt ihnen in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Operative Information mehrere Playstation 3 zur Verfügung, „mit persönlichen Weihnachtsgrüßen bespielt“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Die Botschaften sollen den Soldaten ein Stück Heimat in die Einsatzorte bringen. Wenn das zu wenig sein sollte – hier ein paar Tipps: die besten Konsolenspiele zu Weihnachten.

EIN PLANET FÜR DIE GANZE FAMILIE

Das witzigste und gleichzeitig familientauglichste Spiel für die Playstation 3 ist derzeit „Little Big Planet“. Mit kleinen Sackpuppen turnen bis zu vier Spieler über bunte, stoffbezogene Hindernisse und handbemalte Pappkulissen. Dabei verhalten sich alle Requisiten physikalisch korrekt. Das Beste: Mit einem sehr einfach zu erlernenden Editor kann man im Anschluss selber kreativ werden und originelle Parcours bauen – oder aber die Werke anderer Spieler testen (ab sechs Jahren, Preis: rund 65 Euro). Mehr Party gibt es nur mit „Guitar Hero World Tour“, der vierten Ausgabe des bekannten Musikspiels. Neu daran ist die Möglichkeit, die mehr als 80 Klassiker von The Doors bis zu den Foo Fighters als vierköpfige Band nachzuspielen – auch im Online-Modus. Das Spielprinzip ist gleich geblieben: Mit den Plastikinstrumenten und am Mikrofon gilt es, Töne und Liedsequenzen auf einem Laufband zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Schon nach wenigen Minuten fühlen sich die Spieler wie echte Rockstars. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht. Ein Set mit der Software, Plastikgitarre, dem neuen Schlagzeug und einem Mikrofon kostet rund 200 Euro, mit nur einer Gitarre kostet das Spiel etwa 80 Euro. Klassische Abenteuerkost verspricht das neue „Prince of Persia“. Dem Helden wurde nicht nur eine neue Optik im Zeichentrickstil verpasst. Der Prinz turnt im Kampf gegen das Böse auch mit einer computergesteuerten Begleiterin namens Elika durch die Level. Der virtuelle Schutzengel macht das Speichern von Spielständen fast überflüssig und sorgt so für einen angenehmen Spielfluss. „Prince of Persia“ ist freigegeben ab zwölf Jahren und kostet rund 65 Euro.

HUNDEHALTER UND EGO-RUNNER

Einen neuen Auftritt hat auch Videospiel ikone Lara Croft für die Xbox-360-Konsole. In „Tomb Raider: Underworld“ begibt sich die Action-Archäologin auf die Suche nach Thors Hammer und turnt von Thailand bis Mexiko durch allerlei Tempelruinen. Akrobatik und leichte Rätselkost stehen im Mittelpunkt. Ballereien sind Nebensache. Das Spiel ist freigegeben ab zwölf Jahren und kostet rund 60 Euro. Noch abwechslungsreicher geht es im Rollenspiel „Fable 2“ zu. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines Helden und durchspielt ein ganzes Abenteurerleben. Moralische Entscheidungen sind allgegenwärtig und spiegeln sich im Äußeren des Helden und den Reaktionen in der Bevölkerung wider (ab 16 Jahre, Preis: 65 Euro). Einen neuen Ansatz verfolgt das Konsolenspiel „Mirror’s Edge“. Was zunächst an einen Ego-Shooter erinnert, entpuppt sich als Jump’n’Run-Spiel, bei dem es in erster Linie um Geschicklichkeit geht. Heldin Faith ist Botenläuferin in einem totalitären Staat und schlägt den Wachen manches Schnippchen. Die Bewegungsabläufe von Faith haben sich die Macher bei der Trendsportart „Parkour“ abgeschaut und spektakulär in Szene gesetzt. Da es bei dem Spiel eher darum geht, Schießereien zu vermeiden, wurde es schon als „Anti-Ego-Shooter“ oder „Ego-Runner“ bezeichnet. Das Actionspiel ist freigegeben ab 16 Jahren und kostet ebenfalls rund 65 Euro.

TENNISSCHLÄGER IM WOHNZIMMER

Die zwei Jahre alte Wii von Nintendo (rund 250 Euro) ist das Familiengerät unter den Spielekonsolen. Wie keine andere verbindet sie die Generationen. Zwar verfügen die Konkurrenten Playstation 3 und Xbox 360 über eine bessere Technik, dafür ist die Steuerung von Spielen wie dem mitgelieferten „Wii Sports“ überraschend einfach. Ob Tennis, Golf oder Bowling, so weit wie möglich werden die per Funk mit der Wii verbundenen Controller wie die eigentlichen Sportgeräte benutzt. Das Familienspiel dieser Saison heißt „Wii Music“ (rund 50 Euro, keine Altersbeschränkung). Das Prinzip der Luftgitarre wurde perfektioniert und auf 60 Musikinstrumente übertragen. Wiederum wird der Controller so gehalten wie das eigentliche Instrument – mit der einen Hand und dem Controller am Steg, mit der anderen und dem zweiten Teil des Controllers werden die virtuellen Saiten geschlagen. Besonders groß ist der Spaß beim Familienkonzert, wenn mit mehreren Controllern gleichzeitig gespielt wird – beispielsweise Cello, Violine und Spinett im Konzertsaal zu „September“ von Earth, Wind & Fire. Ein Spiel, mit dem man ebenfalls nichts falsch macht, ist „Animal Crossing – Let’s go to the City“ (ab 47 Euro, ohne Altersbeschränkung). Mit dem Sprung von der Taschenkonsole Nintendo DS auf die große Wii gelangt der Spieler in dieser virtuellen Welt vom Land in die Stadt zu einer großen Erlebnistour. Da die Wii-Konsole internetfähig ist, kann man auch andere „Animal Crossing“-Spieler in ihren Welten besuchen. Da es immer etwas zu tun gibt in diesem „Second Life“ für jüngere Spieler, sollten die Eltern aufpassen, dass nicht das wahre Leben darüber vergessen wird. Diese Gefahr besteht bei „Trauma Center – New Blood“ (ab 34 Euro) kaum. Bei dieser Arztsimulation (ab zwölf Jahren) wird niemand erwarten, dass er auch im wirklichen Leben komplizierte Knochenbrüche richten kann.

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