Konsolenspiele : Neue Welten erschaffen

Mächtige Geheimbünde, Flower-Power, unendliche Weiten: Das Beste für Wii, Playstation und Xbox.

Bertram Küster,Kurt Sagatz
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„Anno“ im Wii-Look. Gebäude und Figuren des Aufbaustrategiespiels wurden TV-gerecht vereinfacht. Die Spielführung wurde ebenfalls...

PC-Spieler müssen diesmal länger warten. Bevor mit „Anno 1404“ Ende Juni der jüngste Ableger der Aufbaustrategie-Reihe für den Computer erscheint, heißt es nun erst mal „Anno – Erschaffe eine neue Welt“ für die TV-Spielekonsole Wii. Der Name ist gut gewählt. „Anno – Erschaffe eine neue Welt“ ist kein „Anno 1404 light“, sondern ein Mittelalterspiel mit eigenen Inhalten und einer speziell auf die Wii abgestimmten intuitiven Steuerung. Selbst Spieler, die nie zuvor einen „Anno“-Titel in der Hand hatten, sollten mit diesem Wii-Titel von Anfang gut zurechtkommen. Vorausgesetzt, sie sind bereit, den Auftrag von König George anzunehmen. Der schickt nach der schrecklichen Dürre des Jahres 1404 zwei seiner Söhne aus, um neue Inseln im Süden zu entdecken und zu besiedeln. Deren Bewohner sollen dann dem König die dringend benötigten Lebensmittel als Tribut zahlen. Ein schönes Detail: „Erschaffe eine neue Welt“ (keine Altersbeschränkung, rund 50 Euro) ist so aufgebaut, dass ein zweiter Wii-Spieler beim Aufbau helfend eingreifen kann. Das gilt auch für das Abenteuerspiel „Geheimakte 2 – Puritas Cordis“ (rund 45 Euro). Der zweite Spieler deutet hier mit seinem Controller auf knifflige Hinweise. Das ist durchaus sinnvoll, denn an Rätseln mangelt es genauso wenig wie an Spannung, schließlich geht es um nichts weniger als darum, den Kampf gegen einen mächtigen Geheimbund zu gewinnen und die Apokalypse zu verhindern – Dan Brown lässt grüßen. Die deutsche Altersfreigabe mit USK 6 ist ärgerlich. Bereits im Einführungsvideo werden zwei Priester von Männern in schwarzen Kampfanzügen ermordet, und auch der Tsunami, der auf das Gebäude der Vereinten Nationen in New York zurast, spricht eher für das europäische Alterssystems Pegi, das diesen spannenden Titel erst ab zwölf Jahren empfiehlt. Um die Altersfreigabe muss man sich bei „Hannah Montana“-Titeln zur beliebten TV-Serie von Disney keine Sorgen machen. Die Pegi-Angabe 3plus trifft es zwar ebenfalls nicht, das aber, weil es erst für Kinder ab acht oder neun Jahren frustfrei möglich ist, ihrem Star im neuesten Titel „Hannah Montana – der Film“ (rund 50 Euro, auch Playstation) mit seinen vielen Tanzeinlagen erfolgreich nachzueifern. Eine Geschichte hat das Spiel auch, denn Hannah Montana alias Miley Stewart begibt sich ins ländliche Crowley Corners, Tennessee, um dort gegen die Schattenseiten des Rockstar-Ruhms anzukämpfen.

HEAVY METAL UND FLOWER-POWER

Die Playstation 3 zeigt ihre Vielseitigkeit: Während Hardcore-Spieler von dem martialischen Blockbuster „Killzone 2“ angelockt werden, macht gleichzeitig das niedlich-bunte „Flower“ von sich reden: Der Spieler lässt hier Blütenblätter mit einem Windhauch über grüne Wiesen wehen, lässt bei Berührung weitere Knospen erblühen, um schließlich eine graue Industriestadt in bunte Farben zu hüllen. Die Steuerung funktioniert intuitiv: Der Blütenreigen wird per Gamepad beschleunigt, gelenkt und gebremst. Ein beinahe meditatives Spielerlebnis, ohne Altersbeschränkung, erhältlich über das Playstation Network für knapp acht Euro. Nicht beschaulich, sondern laut wird es bei „Guitar Hero: Metallica“. In diesem Titel können Fans der gleichnamigen Metal-Band 28 meist ältere Songs wie „Nothing else matters“ oder „One“ an Plastikgitarre oder –schlagzeug nachspielen. Vom neuen Album „Death Magnetic“ findet sich gerade mal ein Stück auf der Sammlung, dafür aber zusätzlich 21 Lieblingssongs der Band. Die anspruchsvoll zu spielenden Songs werden auf dem Monitor von den virtuellen Ebenbildern von Sänger James Hetfield und Co. zelebriert. Das Spiel ist ohne Altersbeschränkung freigegeben und kostet ohne Instrumente rund 60 Euro.

STERNENFLOTTE UND FLOTTE FLITZER

Science-Fiction gibt es auch für die Xbox 360. „Star Trek DAC“ nutzt das aktuelle Interesse an Kirk und Spock durch den neuen Kinofilm von US-Regisseur J. J. Abrams. Dabei erwartet die Spieler alles andere als ein High-Tech-Spektakel. „Star Trek DAC“ ist ein altmodisches Arcade-Actionspiel, bei dem zwölf Spieler online mit allerlei Raumschiffen der Sternenflotte wie der USS Enterprise in Schlachten gegen die Romulaner ziehen. Das Spiel wird aus der Vogelperspektive gespielt, sieht recht unspektakulär aus, macht aber aufgrund des simplen und kurzweiligen Spielprinzips Laune. Erhältlich ist das Spiel (ohne Altersbeschränkung) über den „Xbox Live Marktplatz“ für rund acht Euro (800 Microsoft Points). Wer statt mit Phaser-Kanonen lieber mit Tennisbällen spielt: „Virtua Tennis 2009“ ist eine sehr einsteigerfreundliche Simulation des weißen Sports. Die Steuerung verzeiht so manchen Stellungsfehler. So kommen auch Neulinge schnell zu Erfolgen. Stars wie Roger Federer, Rafael Nadal oder Maria Sharapova stehen als Spielfiguren oder Gegner zur Verfügung. Den größten Spaß macht es, sich die Filzkugeln mit bis zu vier Mitspielern um die Ohren zu ballern. Witzig sind auch die absurden Minispiele, in denen man mit den Bällen auf Piratenschiffe schießt oder Tiere füttert. „Virtua Tennis“ hat keine Altersbeschränkung und kostet rund 60 Euro. Für Abwechslung im Rennspiel-Einerlei sorgt ab dem 28. Mai „Fuel“. In einer frei befahrbaren Online-Welt können sich die Spieler auf sagenhaften 160 000 Kilometern Rennstrecke austoben. Die Autorennen können jederzeit an vorgegebenen Punkten gestartet werden, wobei die Strecke von den Teilnehmern wahlweise selbst festgelegt wird. In schneebedeckten Berglandschaften und staubtrockenen Canyons stören dann Blizzards, Tornados oder Sandstürme die freie Fahrt. „Fuel“ ist freigegeben ab sechs Jahren und kostet rund 70 Euro.

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