Linux-Umstieg : Probierhäppchen

Linux-Magazine für Einsteiger bieten preiswerte Schnupperkurse für das etwas andere Betriebssystem.

Kurt Sagatz

In dieser Woche findet in Berlin der Linux-Tag statt, Europas wichtige Kongressmesse rund um das alternative Betriebssystem. Um Linux kennenzulernen, gibt es noch einen anderen Weg – und der führt zu einem gut sortierten Zeitschriftenhändler. Unter den zahlreichen Computerzeitschriften befinden sich Magazine, die sich speziell an das Linux-interessierte Publikum wenden. Ganz wichtig bei diesen Zeitschriften sind die beigelegten CDs oder DVDs, auf denen sich mitunter gleich mehrere Linux-Distributionen wie Knoppix, Ubuntu, Open Suse oder PC Linux befinden. Diese Versionen kann man ohne Risiko für den PC ausprobieren, da es sich zumeist um sogenannte Live-Systeme handelt, die direkt von CD oder DVD gestartet werden.

FÜR EINSTEIGER: „EASY LINUX“

Das Magazin „easy Linux“ (02/2008, 9,80 Euro) hält, was der Titel verspricht. Mit Themen wie dem Workshop „Vereinsverwaltung mit Open Office“ und den Anleitungen zum Digitalisieren alter Schallplatten wendet sich das Heft an Nutzer, die ihren PC sinnvoll einsetzen wollen. Zugleich wird der Aktualität Rechnung getragen: Der Schwerpunkt des Heftes beschäftigt sich mit der neuen Version der grafischen Linux-Oberfläche KDE 4 und den dazugehörigen Programmen für Büro, Internet, Unterhaltung. Was für das Heft gilt, trifft auch bei der Software zu. Auf einer der beiden DVDs befindet sich unter anderem eine Live-Version von Open Suse von Novell. Diese Distribution wird wegen der effektiven automatischen Hardwareerkennung geschätzt. Die Knoppix-Distribution auf der anderen DVD überzeugt durch die Fülle an mitgelieferten Programmen. So kann unter anderem zwischen der bisherigen und der neuen Version von KDE gewählt werden. Und auch bei den Internetprogrammen hat man die Wahl zwischen mehreren Browsern. Zur Verfügung stehen Konqueror und Iceweasel, hinter dem Firefox steckt. Das Fazit zu „easyLinux“: Wer sich das alternative Betriebssystem mit seiner Programmvielfalt ansehen möchte, erhält mit „easyLinux“ einen guten Überblick über den Status quo. Aber: Auch für dieses Computermagazin sind zumindest rudimentäre PC-Kenntnisse erforderlich.

FÜR INSIDER: „LINUX LIFE“

Die Zeitschrift „Linux Life“ (03/08 für 7,99 Euro) ist ein Ableger des „PC Magazins“ und wirbt in der aktuellen Ausgabe mit vielen „Insider-Tricks“. Die Themen im Heft handeln von Linux-Tuning, dem Umgang mit der neuen grafischen Oberfläche KDE 4 und davon, wie man den Linux-Computer „auf der Kommandozeile“ steuern kann. Zudem wird beschrieben, wie man den erfolgreichen Mini-Computer Eee-PC von Asus aufbohren kann und was vom Brennprogramm Nero für Linux zu halten ist. Die DVD des Linux-Life-Magazins enthält gleich drei Linux-Systeme. Hinzu kommt das komplette Artikelarchiv von Linux Life für die letzten beiden Jahre. Genau wie das Heft richten sich zwei der drei Linux-Pakete ebenfalls an versierte Linux-User. Die neue Ubuntu-Version 8.04 startet zum Beispiel nicht von selbst und verweigerte auf unserem Dual-Core-System komplett den Dienst. Für verwöhnte Windows-Nutzer ist das nichts. Das gilt auch für das Sidux-Paket. Einzig die aktuelle Version des Knoppix-Linux, das nach seinem Entwickler Klaus Knopper benannt wurde, lässt sich auf Anhieb starten und bedienen. Insgesamt gilt für Heft und DVD: Für Insider geeignet, für Anfänger nicht.

FÜR MEHR SICHERHEIT: „COM! EXTRA“

Im „com!“-Sonderheft „Sicherheit“ (01/2008, 7,90 Euro) spielt Linux ebenfalls eine tragende Rolle, auch wenn es vor allem um die gestressten Windows- Nutzer mit ihren Sicherheitsproblemen geht. Doch gerade beim Aufspüren und Beseitigen von besonders bösartigen Schädlingen hat sich zwischen Windows und Linux eine gut funktionierende Symbiose entwickelt. Um die besonders gut im Windows-System verborgenen Rootkits zu entdecken, muss das System von außen betrachtet und untersucht werden. Dazu befindet sich auf der Silberscheibe zum Heft auch eine Sicherheits-CD (wird entweder direkt von der DVD gestartet oder zuerst auf eine leere CD gebrannt). Die Live-CD basiert auf einem Knoppix-Linux und enthält gleich zwei Virenscanner. Dabei handelt es sich um das sehr schnell arbeitende Anti-Viren-Programm F-Prot und um den sehr flexiblen Scanner Clam AV. Nach dem Start der Live-CD wird zuerst eine Verbindung zum Internet hergestellt, um die beiden Virenscanner mit aktuellen Virensignaturen zu versorgen. So wird sichergestellt, dass die CD auch nach einigen Monaten noch ihren Job tut. Zudem enthält die CD weitere nützliche Programme, unter anderem zum Restaurieren gelöschter Fotos oder zum Sichern wiederhergestellter Dateien auf andere Datenträger oder zum Brennen auf CD und DVD. Neben der Sicherheits-CD befinden sich noch eine ältere Ubuntu- Desktop-Variante sowie ein PC-Linux- System auf der DVD. Im Fokus steht jedoch die Windows-Sicherheit. So wird ausführlich erklärt, wie man Schädlinge findet und entfernt – und wie man prüft, ob der Computer gegen künftige Angriffe geschützt ist. Fazit: Auch wenn man sich nur am Rande für Linux interessiert, ist dieses „com!“-Sonderheft sein Geld wert.

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