Luxusfones : Das Eine-Million-Euro-Handy

Wie Mobiltelefone, USB-Sticks und Laptops mit Edelsteinen zu Schmuckstücken werden.

Vera Pache
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Schillernd ist in diesem Fall nicht nur Paris Hilton, sondern auch ihr Handy. Verglichen mit echten Luxusfones gehört es fast noch...dpa

Es gibt hunderte Fotos von Paris Hilton, auf denen sie telefonierend in die Kamera lächelt. Gerne auch mit einem steinchenbesetzten Handy oder einem perlmuttschillernden Mobiltelefon. Funkelnde Designs mit Swarowsky-Kristallen gibt es mittlerweile für alle möglichen technischen Geräte. Kameras, Laptops, Handys. Verglichen damit, was die Handywelt an Luxus zu bieten hat, ist ein mit Swarowsky-Steinchen beklebtes Telefon fast schon Modeschmuck. Ähnlich einem edlen Collier spielen die echten Handyschmuckstücke in einer völlig anderen Preisliga. Angefangen bei einigen tausend Euro scheinen die Grenzen nach oben hin offen zu sein: Die wohl teuersten Handys der Welt kosten derzeit mehr als eine Million Euro.

Sehr weit vorn liegt das vom österreichischen Juwelier Peter Aloisson veredelte iPhone mit Weißgold und 138 Diamanten. Der Home-Button ist ein einzelner 6,6-karätiger Diamant. Kosten: rund 1,8 Millionen Euro. Das Diamond- Crypto-Smartphone von Ancort ist mit geschätzt rund einer Million Euro etwas günstiger. 78 Diamanten zieren dieses Mobiltelefon, das ebenfalls von Aloisson veredelt wurde. Das Telefon ist komplett aus Platin, für das Logo wurde Weißgold verwendet. Die Seiten des Telefons sind aus Ebenholz. „Zeigen, wer man ist, und das bei einer so banalen Tätigkeit wie Telefonieren – einen größeren Reiz gibt es wohl kaum.“ Mit diesem Satz wirbt der Juwelier im Internet für seine Produkte.

Spektakuläres Aussehen steht bei diesen Telefonen an erster Stelle. „Dabei ist es eigentlich genau umgekehrt. Von Seiten der Technik sind die Handys nicht unbedingt der letzte Schrei“, sagt Markus Eckstein, Redakteur und Handyexperte von „Connect“, einem Magazin für Telekommunikation. Trotzdem ist die Nachfrage nach den Luxustelefonen groß. „Wenn man die Welt etwas globaler sieht, kann man schon von einem Trend sprechen“, sagt Eckstein. Vor allem in China, Indien oder Russland gebe es viele Menschen, die schnell zu Geld kommen und es in solche Telefone investieren.

Auch Peter Lewandowski, Chefredakteur der Zeitschrift „Gala“, sieht die Luxustelefone eher in den Händen von Neureichen. „Aus der Starwelt betrachtet, spielen diese Handys gar keine Rolle. Da ist das iPhone der absolute Renner.“ In dem Fall dann das iPhone ohne Diamanten. „Da wird es den einen oder anderen in der Rapperszene geben, der so ein Handy hat“, sagt Lewandowski, „aber im Moment geht der Trend eher dahin, den Reichtum nicht nach außen zu tragen.“ Angesichts dieses Trends bietet sich vielleicht eher ein Mobiltelefon der Schweizer Firma Tagheuer an. Die hat ein handgefertigtes Modell auf den Markt gebracht, den Meridiist, dem man seinen Preis – bei 3400 Euro geht’s los – nicht unbedingt ansieht. Keine Edelsteine, kein protziges Erscheinen sondern Schweizer Qualität und hochwertige Materialien machen hier den Unterschied: Das Display aus Saphirglas, die Tastatur aus Edelstahl und bei der Abdeckung besteht die Wahl zwischen Kautschuk, Kalbs- und Aligatorleder. „Bei dem Telefon geht es nicht um Technologie,“ sagt Tagheuer-Sprecherin Patricia Zeh, „es geht um Design und ums Material. Das ist Handarbeit.“

Mit 140 Gramm ist es schwerer als ein übliches Handy. Die Vorteile mit denen üblicherweise in der Kommunikationsbranche geworben wird – neueste Technologie, möglichst klein und leicht – fallen hier weg. Was aber sind die Mindestanforderungen an ein solches Gerät? „Das kommt auf den Nutzer und seine Bedürfnisse an“, sagt Markus Eckstein von „Connect“, „mindestens sollte man aber mit so einem Gerät vernünftig telefonieren können.“ Und da beginnt das nächste Problem. Wenn das Gehäuse aus hochwertigem Metallen gefertigt wird, ist es für die im Innern liegende Antenne kaum möglich, einen sauberen Empfang herzustellen. Das Metall isoliert zu gut. „Da widersprechen sich der Wunsch nach hochwertigem Material und die Physik“, sagt Eckstein.

Handys sind jedoch nicht die einzigen Hightech-Geräte, die es jetzt in hochwertigen und glitzernden Luxusvarianten gibt. Rund 2800 Euro kostet ein USB-Stick mit schwarzen Diamanten und rosa Saphiren von Jaubalet Paris. Der Computer für so einen High-Class USB-Stick sollte vielleicht auch ein bisschen was her machen. Wie wäre es mit einem vergoldeten Macbook. Der leuchtende Apfel auf dem Deckel besteht dann aus kleinen Diamanten. Allein die Veredelung des Laptops kostet rund 1500 Euro.

Apropos Laptop. Wem daran gelegen ist, dass der Computer gar nicht erst als technisches Gerät zu erkennen ist, der sollte sich dringend einen HP Mini 1000 aus der Vivienne-Tam-Edition zulegen. Überzogen mit leuchtend rotem Stoff, auf dem pink- und lilafarbene Pfingstrosen ranken, sieht der Laptop aus wie ein Clutch-Bag, eine Handtasche, die man sich unter den Arm klemmt. Der Computer ist hier zu einem modischen Accessoire geworden, das das Outfit abrundet.

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