Medienberichte : Google entkommt einer Kartellklage in den USA

Google scheint eine US-Kartellklage abgewendet zu haben. Nach Medienberichten gibt sich die Handelskommission FTC mit einigen Zugeständnissen zufrieden. Diese Klage wäre der größte Wettbewerbsfall seit Jahren gewesen.

Google scheint eine US-Kartellklage abgewendet zu haben.
Google scheint eine US-Kartellklage abgewendet zu haben.Foto: dpa

Die US-Regierung wird laut Medienberichten keine Wettbewerbsklage gegen Google anstrengen. Nach einigen freiwilligen Zugeständnissen des Internet-Konzerns könne das seit rund zwei Jahren laufende Ermittlungsverfahren noch diese Woche eingestellt werden, berichtete das „Wall Street Journal“ am Montag.
Der am schwersten wiegende Vorwurf der Konkurrenten, Google habe sie bei den Suchergebnissen zugunsten eigener Dienste benachteiligt, sei vom Tisch, schrieb die „New York Times“.
Zu den Zugeständnissen gehöre, dass Google weniger auf Restaurant-Bewertungen oder Reiseberichte anderer Websites zurückgreifen werde und den Wechsel von Werbekampagnen zu anderen Suchmaschinen erleichtern werde, berichteten die Website „Politico“ und die „New York Times“. Außerdem werde der Internet-Konzern keine exklusiven Deals zur Nutzung nur seiner Suchmaschine auf Websites mehr abschließen. Offizielle Angaben gab es nicht.
Zuletzt hatte sich Google-Chef Larry Page laut Medienberichten persönlich in die Verhandlungen mit den US-Wettbewerbshütern eingeschaltet. Laut früheren Informationen hatte der Chef der Handelskommission FTC, Jon Leibowitz, Google zwar mit einer Wettbewerbsklage gedroht und Zugeständnisse eingefordert. Allerdings habe es in der Behörde erhebliche Bedenken mit Blick auf die Erfolgsaussichten einer solchen Klage gegeben.
Google hat in den USA mit einem Marktanteil von schätzungsweise 67 Prozent eine dominierende Position im Suchmaschinen-Geschäft. Eine Klage gegen Google in den USA wäre der größte Wettbewerbsfall in der IT-Branche seit dem Vorgehen der US-Regierung gegen Microsoft in den 90er Jahren.

Google - alle Geschäftsfelder des Internetriesen
ENERGIE: Mehr als 780 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in erneuerbare Energien investiert - in Solarfirmen, Windparks, Batteriehersteller oder Firmen, die sparsamere Autos oder Biokraftstoffe entwickeln. Allein 2011 nahm Google schon drei Projekte in Angriff: So will der Konzern weitere 102 Millionen Dollar in das Alta Wind Energy Center in Kalifornien investieren. Der Windpark, in dem schon 55 Millionen Dollar von Google stecken, soll einmal einer der größten der Welt werden. 280 Millionen Dollar sagte Google der kalifornischen Firma SolarCity zu, die Solar-Panel herstellt. Im April kaufte sich Google mit 3,5 Millionen Euro in einen Solarpark in Brandenburg an der Havel ein, der rund 5000 Haushalte versorgen soll. Der Gedanke, erneuerbare Energien zu unterstützen, spiele bei den Investitionen eine Rolle, sagte Technikchef Urs Hölzle dem "Handelsblatt". "Das Hauptmotiv ist jedoch kommerziell, wir wollen eine Rendite wie eine Investmentbank." Daneben geht es Google auch darum, die enormen Stromkosten für seine Rechenzentren zu senken.
Alle Bilder anzeigen
1 von 5Foto: dapd
03.07.2011 00:08ENERGIE: Mehr als 780 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in erneuerbare Energien investiert - in Solarfirmen, Windparks,...

Sollte sich die FTC tatsächlich gegen eine Klage entscheiden, wäre für Google das Kartell-Thema aber noch nicht endgültig vom Tisch. Der Internet-Konzern wird nämlich auch in Europa von der EU-Kommission in einer Wettbewerbsuntersuchung unter die Lupe genommen. In Europa liegt der Marktanteil von Google noch höher als in den USA. In Deutschland werden sogar rund 95 Prozent aller Suchanfragen von Google bedient.

Im Rahmen der Einigung mit den US-Kartellwächtern muss Google wohl auch seinen Umgang mit den Patenten verändern, die zum Grundstock von technischen Standards gehören. Hier werde Google nicht um eine schriftliche Verpflichtung herumkommen, hieß es. Bei der Untersuchung geht es um den Vorwurf, dass Google Konkurrenten die Lizenzierung solcher Patente aus dem Arsenal des übernommenen Handy-Herstellers Motorola vorenthalten und vor Gericht gegen seine Wettbewerber eingesetzt habe. Google werde sich verpflichten müssen, Lizenzen für diese Standard-Patente zu fairen Konditionen zu vergeben - was ohnehin in der Branche üblich ist. (dpa)

Unterwasser unterwegs
Die beeindruckende Unterwasserwelt der Korallenriffe entlang des Great Barrier Reefs vor Australien: Zusammen mit Google nimmt das Institut Catlin Seaview Survey einmalige Bilder der Unterwasserwelt auf.
Weitere Bilder anzeigen
1 von 18Foto: Catlin Seaview Survey
26.09.2012 17:41Die beeindruckende Unterwasserwelt der Korallenriffe entlang des Great Barrier Reefs vor Australien: Zusammen mit Google nimmt das...

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben