Microsoft : Windows: Gut wird besser

Schneller, stabiler, übersichtlicher: Windows 7 überflügelt Vista. Das neue Betriebssystem von Microsoft im Test.

Kurt Sagatz
Windows7
Fertig zum Test. Schon die Installation von Windows 7 sollte keine Probleme bereiten. -Screenshot: Tsp

Die Tage von Windows Vista sind endgültig gezählt. Seit Dienstag kann das neue Windows 7 mit allen Funktionen des fertigen Produkts aus dem Internet geladen und ausprobiert werden. Bereits Ende Oktober könnte der Nachfolger des ungeliebten Windows Vista in den Handel kommen, wollen Insider wissen. Unmöglich ist das nicht: Zwar sollte die jetzt veröffentlichte Probierversion nur zum Testen und nicht im produktiven Einsatz genutzt werden. Doch unser Test fand nur sehr wenige Schwachstellen.

Der Release Candidate von Windows 7 ist die letzte Version des Betriebssystems vor der dem Marktstart. Sie dient dazu, allerletzte Fehler auszubügeln. Zudem können Software-Entwickler und Hardware-Hersteller ihre Produkte besser auf das kommende Windows abstimmen. Schon jetzt zeigt sich: Windows 7 ist stabiler und schneller als Vista, und das auch auf weniger leistungsstarken Computern. Das neue Windows erleichtert die Zusammenarbeit im Heimnetz oder im Internet. Besonders die gemeinsame Nutzung von Multimediadateien – Musik, Fotos, Videos – wird verbessert. Zudem hat Microsoft Windows 7 erheblich übersichtlicher gestaltet, unter anderem mit der neuen Aufgabenleiste. Sie zeigt nicht nur die aktiven Anwendungen, sondern auch die damit gerade geöffneten Fenster beispielsweise des Internet Explorers. Schneller zum Ziel gelangt man über die neuen Sprunglisten, die direkt zu den zuletzt geöffneten Dateien führen. Eine außergewöhnliche Funktion ist Aero Shake. Wird mit der Maus ein Fenster „geschüttelt“, werden alle anderen Fenster minimiert.

Für den Download der Probierversion kann man sich Zeit nehmen. Microsoft hat zugesagt, dass der Release Candidate von Windows 7 bis Ende Juli heruntergeladen werden kann und es keine Beschränkung bei den Aktivierungs-Keys geben wird. Für den Download braucht man Geduld. Die Datei, die Windows 7 enthält und später mit einem Programm wie Nero auf eine DVD gebrannt werden muss, ist fast 2,5 Gigabyte groß. Selbst bei einer schnellen Internetverbindung muss mit einer Übertragungszeit von zwei bis drei Stunden gerechnet werden.

Die Mindestanforderungen für Windows 7 sind moderat. Der Prozessor sollte mindestens ein Gigahertz schnell und der Arbeitsspeicher mindestens ein Gigabyte groß sein. Windows allein benötigt 10 Gigabyte Festplattenplatz.

Für die Ultimate-Version von Windows 7 wurden in unserem Test nur 24 Minuten benötigt. Anders als bei Windows Vista erkennt Windows 7 zudem so gut wie alle Hardware-Komponenten, selbst eine Hauppauge-TV-Karte oder der USB-TV-Empfänger sowie ein Bluetooth-Empfänger, mit dem Vista immer Probleme hatte, wurden ins System eingebunden. Eine Creative-Soundkarte wurde zwar nicht automatisch erkannt, der Beta-Treiber des Herstellers für Windows 7 funktionierte jedoch ebenso wie der Canon-Scanner-Treiber auf Anhieb.

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Fertig zum Test. Schon die Installation von Windows 7 sollte keine Probleme bereiten. Screenshot: Tsp



Beinahe durchgehend reibungslos verlief die Installation der eigenen Programme. Selbst Multimedia-Programme wie Video de Luxe von Magix (Version 15) und Finanzprogramme wie Star Money und sogar das alte Microsoft Money 99 ließen sich zusammen mit den nötigen Updates unproblematisch einspielen. Wer seine Mails mit einem Microsoft-Programm lesen und schreiben will, muss dem Link im Startbereich („Erste Schritte“ zu den Windows Live Essentials) folgen oder auf Alternativen wie Thunderbird zurückgreifen. Überhaupt gilt die Maxime: Die meisten XP-Programme und besonders die Programme aus der Vista-Zeit laufen komplikationslos mit Windows 7, das gilt auch für Google-Browser Chrome, das Fotoprogramm Picasa oder Apples iTunes.

Ein heikleres Thema sind die Sicherheitsprogramme – noch. Windows 7 verweist auf eine Reihe von Anbietern. Nach der Installation einer Windows-7-Probeversion von Kaspersky Labs hängte sich der Testrechner jedoch auf, obwohl die Kaspersky-Firewall später zugunsten Windows-Firewall deaktiviert wurde. Besser lief es mit dem Avira Antivir Premium in der aktuellen Version 9.

Fazit: Mit Windows 7 hat Microsoft einen Großteil der Kritikpunkte an Vista aufgegriffen und beseitigt. Selbst auf nicht mehr ganz jungen XP-Rechnern macht das neue Windows Spaß. Nun muss Windows 7 zeigen, dass es auch im Dauerbetrieb die nötige Sicherheit gewährleistet. Computer mit Windows Vista werden sich in den nächsten Monaten nur noch mit einem Gutschein für Windows 7 gut verkaufen lassen.

www.microsoft.com/germany/windows/windows-7

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