Mini-Notebooks : Erfolg in Serie

Mini-Notebooks sind nicht nur etwas für Schüler. Der kleine und leichte EeePC von Asus für 300 Euro war erst der Anfang. Ein Herausforderer kommt sogar aus Potsdam.

Kurt Sagatz
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Intels Classmate-Konzept richtet sich an Schüler. -Foto: dpa

Was muss ein mobiler Computer können? Internet per Wireless-Lan, E-Mail, einige Office-Anwendungen, er sollte Musik, Filme, Fotos sowie die gängigen Formate wie PDF und Flash beherrschen – viel mehr muss es aber nicht sein, wenn ansonsten Größe, Gewicht und der Preis stimmen. Wie ein solches Gerät aussehen könnte? Offensichtlich wie der EeePC von Asus, dessen erste Ausgabe Anfang Februar bereits nach kurzer Zeit ausverkauft war. Asus hat bereits einen Nachfolger angekündigt und auch die Konkurrenz schläft nicht. Allerdings gibt es zwischen den Geräten kleine, aber feine Unterschiede. Bei der Größe können wenige Zentimeter einen erheblichen Unterschied ausmachen, damit auch Männerhände die richtigen Tasten treffen.

JUPITER AUS POTSDAM

Eine Kampfansage an Asus ist das Notebook „Datacask Jupiter 0817a“ des Potsdamer IT-Vertriebs Fukato, an dem der ehemalige Vobis-Chef Jürgen Rakow beteiligt ist. Das Jupiter-Notebook ähnelt in Größe und Ausstattung dem EeePC, will aber das Asus-Gerät im Preis unterbieten. 279 Euro soll das Datacask-Gerät kosten, wenn es im Mai in den Handel kommt. Dafür soll der Kunde ein Linux-Notebook mit 8-Zoll-Widescreen- Display (800 mal 480 Pixel) im Din-A-4- Format mit vollwertiger Tastatur erhalten. Hinzu kommen WLan, eingebaute Lautsprecher, Kartenleser und 20-Gigabyte-Festplatte. Auf dem leider nicht besonders scharfen Pressefoto ist zudem eine Webcam zu erkennen. Der Akku soll für rund drei Stunden Strom liefern.

EEEPC 900 MIT MEHR DURCHBLICK

Möglicherweise schon im Mai, aber so gut wie sicher im Verlauf des zweiten Quartals will Asus das Nachfolgegerät zum Senkrechtstarter EeePC auf den Markt bringen. Der „EeePC 900“ wird statt 7-Zoll-Minidisplay nun mit einem 8,9-Zoll großen Bildschirm ausgerüstet. Den neuen EeePC wird es sowohl als Linux- als auch Windows-XP-Variante geben. Das Linux-Gerät wird auf dem Festspeicher Platz für 20 Gigabyte Daten haben, das Windows-Gerät nur für 12 Gigabyte. So will man beide Varianten zum gleichen Preis anbieten können, der mit 399 Euro jedoch einen Hunderter höher liegen wird als beim EeePC-Erstling. Allerdings dürfte dieser Preis nicht von Dauer sein, denn Asus hat schon angedeutet, dass die Entwicklung beim EeePC 900 nicht Schluss macht. Im Verlauf des Jahres soll es weitere Geräte geben, die dann auch noch für die neuen mobilen Datendienste Wimax und HSDPA (frühestens im dritten Quartal) ausgelegt sind. Dann soll der Prozessor auch auf Intels neuem Mobilchip Atom umgestellt werden. Eine Akkuladung soll dann für acht Stunden reichen. Zuerst einmal hat Asus jedoch den Akku für den aktuellen EeePC sogar noch etwas geschrumpft. Eine Ladung reicht nun nur noch für 2,8 statt 3,2 Stunden. Asus begründet den Schritt mit Engpässen nach einem Brand in einer Fertigungsanlage für Akku- Grundstoffe.

FÜR SCHÜLER I: HEWLETT-PACKARD

Neben smarten Zweitnotebooks für unterwegs planen einige Hersteller spezielle Mobilrechner vorwiegend für Schüler. Hewlett-Packard will im Mai mit dem Mini-Notebook „HP 2133 Mini Note“ auf Linux-Basis (Windows XP gegen Aufpreis) starten, allerdings zuerst nur in den USA und Großbritannien. Anders als EeePC und Jupiter-Notebook wird die Technik sich bei Hewlett-Packard eher an den ausgewachsenen Mobilrechnern orientieren. Das 8,9-Zoll-Display soll eine Auflösung von 1280 mal 800 Pixeln erlauben, beim Arbeitsspeicher wird es eine Variante mit einem Gigabyte und eine zweite mit zwei Gigabyte geben, beim Massenspeicher kann zwischen 64 Gigabyte Festspeicher und 160 Gigabyte Festplatte gewählt werden. Der Akku soll jedoch nur für einen Mobilbetrieb von gerade einmal zwei Stunden ausgelegt sein. Dennoch liegt das Gewicht bei 1,2 Kilogramm. Damit der Computer den Schulalltag übersteht, soll das Gehäuse dafür besonders kratz- und stoßfest sein. Positiv: Die Tastatur ist nur unwesentlich kleiner als bei herkömmlichen Notebooks, zudem verfügt das Gerät neben WLan auch über Bluetooth für den Internetzugang per Handy. Das schlägt sich im Preis nieder, der zwischen 499 Dollar (rund 320 Euro) in den USA und 300 Pfund (rund 380 Euro) in Großbritannien liegen soll.

FÜR SCHÜLER II: INTELS CLASSMATES

Intel arbeitet derzeit an einem Nachfolgekonzept für das Schüler-Notebook „Classmate PC“, wobei der Chiphersteller die Produktion der Geräte dann anderen Unternehmen überlassen will. Der neue „Classmate PC“, den Intel Anfang April vorstellte, soll auch nach Amerika und Europa kommen und nicht allein den Schwellenländern vorbehalten sein. Konkrete Angaben zu Verfügbarkeit und Preis gibt es allerdings nicht. Bekannt ist: Die „Classmate PC“ sollen sehr robust sein und lange durchhalten. Die jetzt gezeigten Prototypen brachten es bereits auf 4,5 Stunden. Die Displays wachsen auf neun Zoll, die Festplatten auf 30 Gigabyte und neben Linux soll es auch eine Windows-Variante geben. Noch werkelt in dem Notebook ein Celeron-Prozessor, später sollen die für die neue Geräteklasse der Netbooks optimierten Atom-Prozessoren eingesetzt werden.

KEINE KOMPROMISSE

Mit dem EeePC hat Asus den Nerv der Zeit getroffen. Schon jetzt ist klar: Bei den Mini-Notebooks zum Sparpreis handelt es sich keineswegs um Eintagsfliegen, sondern um eine neue Geräteklasse mit einem massiven Wettbewerb der Hersteller. Für den Verbraucher besteht darum keine Veranlassung, sich mit Kompromissen zufrieden zu geben. Im Jahresverlauf wird es weitere Mini-Notebooks und Netbooks geben, sodass man entspannt auf das passende Gerät zum akzeptablen Preis warten kann.

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