Netzkolumne : Rickrolling

Das Phänomen des Rickrolling ist nicht neu, aber es soll noch Menschen mit Internetanschluss geben, die nichts davon wissen. Da helfen wir doch gern. Aber Vorsicht, das kann böse enden.

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Rick Astley. -Foto: ddp

Wenn Sie jetzt gähnen, sind Sie wahrscheinlich ein Digital Native und/oder Early Adopter, schon mehrfach gerickrollt worden und haben sich damit vielleicht selbst schon Freunde gemacht. Lesen Sie doch einfach woanders weiter.

Wenn Sie noch nichts davon wissen, können Sie gern hier klicken. Haben Sie? Herzlichen Glückwunsch, Sie sind nun zum ersten Mal gerickrollt worden. Meistens begegnet einem das Phänomen in E-Mails, auf Twitter oder in Foren, in denen jemand Nacktfotos von Promis oder andere Sensationen verspricht und dazu einen kryptischen Link angibt.

Falls Sie das jetzt nur so mittelwitzig finden, warten Sie mal ab. Denn das ist alles viel heimtückischer.

We’re no strangers to love

Merken Sie es schon? Den Ohrwurm kriegen Sie den ganzen Tag nicht mehr weg. Im nächsten Meeting werden Sie leise vor sich hinsummen.

You know the rules and so do I

Besonders schön sind auch die Tanzbewegungen. Schauen Sie sich das noch mal genau an. Und dann ab vor den Spiegel. Oder in den nächsten Club. Das Schwingen der Arme, der wiegende Oberkörper. Nice.

a full commitment's what I'm looking for

Mittlerweile hat das Phänomen auch das sogenannte „Real life“ infiltriert. Es soll Dozenten geben, die einen Videoschnipsel in langweilige Vorträge schneiden, um den Hörsaal vor dem Einschlafen zu bewahren. Ebenfalls zu erwähnen: die Rickmobs, das ist so etwas Ähnliches wie ein Flashmob, nur eben, dass dann lustige Nerds beispielsweise vor einer Scientology-Zentrale stehen und das Lied in Endlosschleife trällern.

you wouldn't get this from any other guy

Auch einen iPhone-Wurm gibt es mittlerweile, er heißt Ikee. Wer ihn sich fängt, auf dessen Display erscheint das Foto des freundlichen Astley, unterlegt von der nicht ganz textgetreuen Zeile „ikee is never going to give you up“.

I just wanna tell you how I'm feeling, it’s right I make you understand

Astley selbst geht erstaunlich gelassen und selbstironisch mit dem Hype um. Im Jahr 2008 machte er sogar höchstpersönlich bei einem öffentlichen Rickrolling mit.

Und jetzt noch mal alle:

Never gonna give you up never gonna let you down
never gonna turn around and desert you
never gonna make you cry never gonna say goodbye
never gonna tell a lie and hurt you

Die Online-Redaktion ist auch nach Dienstschluss online. Was wir privat im Internet toll finden, soll unseren Lesern nicht vorenthalten bleiben: Ob Videos, Webseiten, digitale Diskurse, Hypes oder Themen, die das Netz beschäftigen - Beinahe täglich kommt uns beim Surfen Witziges, Geistreiches oder Absurdes unter die Finger. In unserer Netzkolumne lassen wir Sie daran teilhaben. Der erste Teil  beschäftigte sich mit dem Thema Modeblogs. Nutzen Sie die Kommentarfunktion, falls Sie etwas im Internet entdeckt haben, das wir aufgreifen sollten. Wir freuen uns über rege Beteiligung.

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