Neue PC-Adventures : Mit Spürsinn und Magie

Adventures haben derzeit wieder Hochkonjunktur. Wir haben uns drei aktuelle Rätsel-Kandidaten angesehen: das Fantasy- Abenteuer "Everlight", den Psycho-Thriller "Overclocked" und den "Whodunit"-Krimi "Sinking Island".

Bertram Küster,Florian Surek
Sinking island
Wer war der Mörder? Szene aus "Sinking Island". -Screenshot: White Birds

"Sinking Island: Mord im Paradies"

ist ein Krimi-Adventure des belgischen Comic-Künstlers Benoît Sokal. In der Rolle von Ermittler Jack Norm hat der Spieler drei Tage Zeit, um auf einer kleinen Pazifik-Insel einen mysteriösen Todesfall aufzuklären. Der Millionär Walter Jones ist tot - und in bester Agatha-Christie-Manier gibt es zehn Verdächtige, die alle ein Motiv hatten, den an den Rollstuhl gefesselten Griesgram zu ermorden.

Der Spieler sammelt Indizien und Fingerabdrücke, befragt die Verdächtigen oder schießt Fotos. Sämtliche Hinweise können anschließend kombiniert werden, um Schritt für Schritt Antworten auf die Fragen des rätselhaften Falls zu finden. Handlungsort ist ein gigantisches Hotel im Art-Déco-Stil, in dem die kleine Gesellschaft von einem Hurrikan gefangen gehalten wird. Die Atmosphäre wirkt sehr stimmig und auch wenn die Laufwege oft quälend lang sind, lässt die Tüftelei einen so schnell nicht los. Ein besonderes Schmankerl hat das Spiel auch noch parat: Wer will, kann versuchen, den Kriminalfall in Echtzeit zu lösen. Dann müssen sämtliche Rätsel bis zu einem bestimmten Zeitpunkt gelöst sein, ansonsten wird Norm der Fall entzogen. "Sinking Island" ist frei ab 12 Jahren und kostet rund 35 Euro.

Overclocked
Screenshot: dtp

In "Overclocked" übernimmt der Spieler die Rolle des Psychiaters David McNamara, der vor seinem wohl schwierigsten Fall steht: Fünf junge Patienten wurden mit Waffen, aber ohne Gedächtnis in New York aufgefunden. In Einzelgesprächen rekonstruiert der Seelenklempner nach und nach die Ereignisse, die dazu führten und dringt immer mehr in die Vergangenheit der jungen Leute vor. McNamara kommt dabei allmählich einem dunklen Geheimnis auf die Spur, doch auch er hat vor seinen Mitmenschen etwas zu verbergen.

"Overclocked" von House of Tales ist ein Spiel für lange Winterabende und ein wahrer Psychothriller. Die Handlung fesselt nach einer kurzen Eingewöhnungsphase und hat immer neue Wendungen und Überraschungen parat. Der Clou: Die Patienten werden in ihren Erinnerungen ebenfalls vom Spieler gesteuert. Lediglich einige kleinere Bugs (das Mobiltelefon funktioniert nur an bestimmten Orten) und Grafikfehler trüben den Spielgenuss etwas, sonst ist "Overclocked" - vor allem dank seiner liebenswert ausgestalteten Charaktere - rundum gelungen. Das Spiel richtet sich an Spieler ab 16 Jahren. Preis: ca. 35 Euro.

Everlight
Screenshot: Silver Style

"Everlight - Elfen an die Macht"

- aus dem Berliner Studio Silver Style - kommt mit einem Helden daher, dem man eine gewisse Ähnlichkeit mit einem weltberühmten Zauberlehrling nicht absprechen kann. Auch Melvin verschlägt es von der Realität in eine Dimension voller Magie. Gemeinsam mit der Elfe Fenny, die stets mit Rat und Tat zur Seite steht, begibt sich Melvin in einem kleinen mittelalterlichen Städtchen auf Entdeckungstour und in den Kampf gegen seine ureigensten Ängste.

Ein besonderer Kniff des klassischen Point'n'Click-Adventures: Melvin kann zwischen Tag und Nacht hin- und herschalten, wie es ihm beliebt. Die Einwohner des kleinen mittelalterlichen Städtchens offenbaren zu den unterschiedlichen Tageszeiten dramatisch veränderte Charakterzüge, die bei den recht kniffligen Rätseln zum Tragen kommen. Wer mal nicht weiter weiß, kann sich von Fenny mehr oder weniger konkrete Tipps geben lassen. Nach 20 Hilfestellungen ist es allerdings vorbei - und das eigene Denkvermögen ist gefragt. Zudem bekommt der Spieler die "Schummelei" nach Spielende in seiner Benotung um die Ohren gehauen. "Everlight" ist frei ab sechs Jahren und kostet rund 40 Euro.

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