Neues Windows : Vista war gestern

Microsoft startet öffentlichen Test von Windows 7. Ab Freitag steht die Beta-Version des neuen Betriebssystems kostenlos im Internet bereit.

Kurt Sagatz
Ballmer
Microsoft-Chef Steve Ballmer -Foto: dpa

Es ist die Woche der großen Ankündigungen. Windows 7, der Nachfolger des von vielen Nutzern verschmähten aktuellen Microsoft-Betriebssystems Windows Vista, kann von Freitag an von allen Interessierten auf der Welt getestet werden, gab Microsoft-Chef Steve Ballmer am Mittwochabend in Las Vegas bei der Eröffnung der Consumer Electronic Show bekannt. Die öffentliche Beta-Version von Windows 7 steht damit gerade einmal zwei Jahre nach dem Start von Windows Vista zur Verfügung. Auf der CES werden traditionell die wichtigsten Techniktrends des Jahres präsentiert.

Windows 7 werde einfacher zu benutzen und deutlich schneller sein als sein Vorgänger, sagte Ballmer. Er ermutige alle Computer-Nutzer, sich die Testversion des neuen Betriebssystem aus dem Internet herunterzuladen und selbst auszuprobieren. Die Software wird es vorerst nur in englischer Sprache geben. Offizieller Marktstart für Windows 7 soll Januar 2010 sein. Vertreter von Microsoft ließen jedoch auf der CES durchblicken, dass die Markteinführung teilweise bereits 2009 stattfinden könne. Beim Vista-Vorgänger wurde die Business-Version für Firmenkunden bereits im November 2006 ausgeliefert, gut zwei Monate vor dem generellen Marktstart.

Windows 7 wird nach den Worten von Ballmer auf mobilen Computern längere Akku-Laufzeit erlauben. Zudem sollen die Nutzer durch weniger Alarmmeldungen belästigt werden, sagte der Microsoft-Chef. Um Vista sicherer zu machen, wird über die Benutzerkontensteuerung von Windows immer dann Alarm geschlagen, wenn ein Programm Änderungen am System vornehmen will. Damit soll verhindert werden, dass Schädlinge aus dem Internet unbemerkt das System verändern können. In der Praxis wurden die ständigen Alarmmeldungen allerdings als großes Dauerärgernis empfunden.

Zu den weiteren Neuerungen bei Windows 7 gehört der vereinfachte Zugriff auf verbundene Geräte. Auch die gemeinsame Nutzung von Daten soll erleichert werden. Für die intuitivere Nutzung von Windows 7 soll unter anderem die neue Taskleiste am unteren Bildschirmrand sorgen. Dort werden die Programme künftig über Symbole dargestellt. Wird die Maus darüber positioniert, öffnet sich eine weitere Leiste darüber. Darin werden zum Beispiel die gleichzeitig geöffneten Webseiten des Internet Explorers angezeigt und können direkt erreicht werden. Über die neuen Symbole lassen sich überdies zum Beispiel im Media Player die Lieblingssong schneller abspielen.

Bei seiner ersten CES-Eröffnungsrede hob Steve Ballmer die nach wie vor überragende Bedeutung des Personal Computers hervor. Windows spielt dabei nach seinen Worten die Rolle einer Lingua Franca der Technik. „Windows ist die Sprache, in der über eine Milliarde Menschen auf der Welt miteinander sprechen“, sagte Ballmer. Ziel von Microsoft sei es, die drei wichtigsten Bildschirme auf dem Computer, dem Telefon und dem Fernsehen so eng wie möglich miteinander zu verbinden. Zudem soll die Art der Nutzung vereinfacht werden. „Die Computer werden fähig sein, die Menschen zu hören und zu sehen“, sagte Ballmer.

Noch nicht bestätigt sind Meldungen über Gratis-Updates für Windows 7. In den letzten Tagen war berichtet worden, dass Computerkäufer, die nach dem 1. Juli dieses Jahres einen neuen Computer mit Windows Vista erwerben, einen Gutschein für den kostenlosen Bezug von Windows 7 erhalten sollen.

Um die Beta-Version von Windows 7 testen zu können, wird ein aktuelles Computersystem benötigt. Windows 7 soll effektiver mit den vorhandenen Ressourcen umgehen, so dass die neue Betriebssystem-Software auf jedem PC laufen sollte, der jetzt Windows Vista unterstützt. Ähnlich sieht es mit den Programmen aus. Da Windows 7 auf dem gleichen Kern beruht wie Vista, sollten sogar vorhandene Multimedia- und Systemprogramme problemlos mit Windows 7 arbeiten. Wichtig ist jedoch – wie grundsätzlich bei jeder Beta-Version –, dass der Test nicht im produktiven Umfeld stattfindet. Doch nicht nur im Firmeneinsatz ist Vorsicht angebracht. Auch Privatnutzer sollten beim Test von Windows 7 sicherstellen, dass die Eigenen Dateien und Einstellungen nicht auf der gleichen Festplatte oder Partition wie das Beta-System liegen. Zudem sollte man sowohl vom bisherigen Windows-System als auch von den Nutzdaten Backup-Sicherungen anfertigen.

Ab Freitag zum Download:
www.microsoft.de/windows/windows-7

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