Online-Auktion : Biete Gartenarbeiten, für 208 Euro

Zum ersten, zum zweiten …Bei Online-Auktions-Portalen muss es nicht immer Ebay sein. Ein Blick auf die Auktionsalternativen lohnt sich.

Maximilian von Demandowsky

„Drei, zwei, eins…meins“. Jeder kennt den TV-Spot der größten Plattform für Versteigerungen im Internet. Mit 24 Millionen Mitgliedern ist Ebay Marktführer in Deutschland und hat Online-Versteigerungen populär gemacht, mit günstigen Schnäppchen, transparenten Nutzer-Rankings und großem Angebotsvolumen. Mit den Jahren hat das Image des Versteigerergiganten aber ein paar Kratzer abgekommen: Klagen über hohe Einstellpreise, mangelnden Service und dubiose Anbieter häuften sich. Neben privaten Händlern tummeln sich immer mehr gewerbliche Verkäufer, sogenannte „Power-Seller“, die ihre Waren überteuert und in Massen anbieten. „Ebay hat sich von privaten Gebrauchtangeboten nach und nach zu einer Plattform für gewerbliche Händler entwickelt, die ihre Artikel oft zu höheren Preisen anbieten als im regulären Online-Geschäft“, sagt Axel Kossel von der Computerzeitschrift „c’t“. Auch wenn der Marktführer seit dieser Woche mehr Service, reduzierte Preise und eine vereinfachte Verkaufsoption für private Verkäufer anbieten will – immer mehr Käufer suchen ihre Produkte bei Google. Es lohnt sich ein Blick auf weitere Auktionsalternativen.

UMGEKEHRT VERSTEIGERN

Ganz klar: Kein Online-Auktionshaus hat ein vergleichbares Warenangebot wie der Marktführer Ebay. Mittlerweile halten dennoch eine beträchtliche Anzahl kleinerer Versteigererportale interessante Angebote bereit: mit geringen Kosten und vielen Privatangeboten. Und den gewünschten Artikel ersteigert man manchmal anders als bei Ebay gewohnt. So bietet das Online-Portal Azubo mit Sitz in Oberhausen ein umgekehrtes Versteigerungsprinzip, bei dem sich die Interessenten nicht gegenseitig überbieten, sondern der Preis so lange fällt, bis ein Käufer zuschlägt. Der Verkäufer legt dabei einen Mindestbetrag fest, welcher nicht unterschritten werden darf, ebenso wie die Dauer, nach der die Auktion beendet sein muss. Neben den üblichen Kategorien gibt es ein Mitgliederforum, auf dem eigene Artikel präsentiert werden können oder es sich einfach austauschen lässt. Mittels Countdown laufen auch die Versteigerungen bei Atrada (Nürnberg), einem Portal für gewerbliche und private Anbieter und Käufer. Auf der Startseite locken die Kategorien Accessoires, Kunst, Mode und Beauty, zum Beispiel mit Angeboten für Kosmetika und Pflegemitteln. Mit knapp 30 000 Angeboten gehört Atrada zwar zu den kleineren Portalen, elegante Brautkleider oder Blusen sind hier dennoch preiswert zu handeln.

SEITEN FÜR KINDER-MODE

Angebote rund um das Thema Kinder gibt es auch auf der Auktionsplattform OneTwoSold (Wien): von Babykleidung bis zur Kategorie Windeln & Co. Kabellose Babyphones ab einem Euro findet man hier ebenso wie einen zusammenklappbaren Kinderwagen. Man kann wahlweise ein Gebot eingeben oder entscheidet sich für den „Schlag-Zu-Preis“, bei dem man die Ware zu einem Fixpreis erhält und nicht das Auktionsende abwarten muss, ähnlich wie beim Ebay-Button „Sofort-Kaufen“. Mehr Auswahl bietet das Dürener Auktionsportal Hood.de (www.hood.de). Vom Auto bis zu Uhren und Schmuck ist hier alles ersteigerbar, diverse Unterkategorien erinnern fast an die Auswahlmöglichkeiten bei Ebay. Jeder kann hier kostenlos kaufen und verkaufen, es fallen weder für private Anbieter noch für Händler Einstellgebühren oder Verkaufsprovisionen an. Möglich ist dies durch Vermarktung von Werbeplätzen und der Kooperation mit Google.

GÜNSTIGER AUFS DACH

Wer seinen Parkettboden abschleifen oder das Dach reparieren lassen will und einen preiswerten Handwerker sucht, geht auf die Special-Interest-Seite My-Hammer.de (Neuss), wie der Tagesspiegel eine Tochter des Holtzbrinck-Verlags. Auf dem Auktionsportal für Handwerksaufträge und Dienstleistungen können Auftraggeber ihren Auftragswunsch zur Versteigerung einstellen und Handwerker und Dienstleister ihre Preisangebote dazu abgeben. Dann braucht man nur noch die eingehenden Angebote zu vergleichen und sieht entspannt zu, wie sich die Auftragnehmer unterbieten. Aktuelles Beispiel: Gartenarbeiten. Für das Ausheben eines 80 Meter langen Grabens bei Lüneburg stand am Donnerstag das Niedrigstgebot von 208 Euro auf der Website. Ein Bewertungssystem hilft bei der Auswahl eines zuverlässigen und ortsnahen Auftragnehmers.

GEBÜHREN IM VERGLEICH

Bei den Gebühren, die bei Online-Auktionen anfallen, lohnt sich auch ein Blick auf den privaten Kleinanzeigenmarkt mit seinen niedrigen Festpreisen wie unter zweitehand.de. Immerhin: Ebay hat die Gebühren aktuell um 50 Prozent gesenkt. So kostet das Einstellen von Artikeln plus Bild nicht mehr wie bisher einen Euro, sondern 49 Cent. Bei Azubo fallen keine Einstellgebühren an, ein Bild ist frei. Zusätzliche Bilder und Hervorhebungen kosten fünf Cent bis 9,99 Euro. Atrada verzichtet bei Angebotseinstellungen und Verkäufen auf den Griff ins Portemonnaie. Bei Hood fallen Gebühren für Zusatzleistungen an, von neun Cent für ein weiteres Foto, bis zu 14,99 Euro für ein Angebot mit Bild auf der Startseite. OneTwoSold berechnet dem Verkäufer eine Einstellgebühr je nach Produktart in Höhe von null bis zehn Euro und verlangt – wie Ebay – abhängig vom Verkaufserfolg eine Verkaufsprovision. Bei My-Hammer.de fallen für den Auftraggeber keine Gebühren an, der Auftragnehmer zahlt bei einem erfolgreichen Gebot eine Nutzungsgebühr in Höhe von zwei bis vier Prozent vom Auftragswert.

www.onetwosold.de

www.my-hammer.de

www.ebay.de

www.atrada.de

www.azubo.de

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