Digital : Online im Urlaub

Laptop oder Internetcafé? Wie Sie auf Reisen sicher, günstig und schnell ins Netz kommen

M. Ehrenberg

E-Mail-Check, SMS, Lieblingswebsite, Lieblingsblog – manch einer möchte auch im Urlaub nicht darauf verzichten. Die Frage ist nur: Wie, womit komme ich ins Netz? Ist es besser den eigenen Laptop mit auf die Reise zu nehmen, oder reichen zwei, drei Besuche im Internetcafé aus, in Lissabon, Madrid, Dubrovnik oder San Remo? Eine eindeutige Empfehlung gibt es nicht. Es geht um Sicherheit, Kosten, Gewicht, Flexibilität. Was man alles beachten muss, wenn man auch im Urlaub günstig und schnell ins Internet kommen möchte und was auch schon vor der Abreise erledigt werden kann.



MIT DEM LAPTOP UNTERWEGS

Das ist sicherlich praktischer, setzt aber ein paar technische Handgriffe voraus. Zunächst: Moderne Notebooks sind immer kleiner und handlicher, passen problemlos ins Urlaubsgepäck. Vor Ort hat man dann die gewohnte Desktop-Konfiguration, das gewohnte E-Mail-Programm. Stichwort Sicherheit: Das Mail-Programm Microsoft Outlook lässt sich zu Hause schon unter „Extras“ und „Konten“ auf die Verschlüsselungsart „SSL“ umstellen und damit unterwegs problemloser nutzen. Dort bieten die meisten Hotels, Flughäfen, auch immer mehr öffentliche Orte wie Campingplätze drahtlosen Wireless-Lan-(WLAN) Zugang an, über den ein modernes Laptop kabellos ins World Wide Web kommt. „Allerdings sollte man sich vorher informieren, was diese Nutzung kostet“, warnt Urs Mansmann vom „Ct-Magazin“. Die Tagesnutzungspreise guter Hotels liegen oft bei 20 Euro. Da empfiehlt es sich, mit dem Laptop in die Bar gegenüber zu gehen und deren WLAN-Zugang, den sogenannten „Hotspot“ zu nutzen – wenn der nicht sogar schon aus dem Hotelzimmer zu erreichen ist. Hier gilt, was für WLAN generell gilt: Diese öffentlichen kabellosen Zugänge sind oft unverschlüsselt, Bankgeschäfte sollte man online auch mit dem eigenen Laptop doch lieber daheim erledigen. Oder das Verschlüsselungsverfahren SSL für den Transport vertraulicher Daten nutzen. Das sollte vorher zu Hause ausprobiert werden!

FERIENWOHNUNG: INTERNETZUGANG ÜBER AOL ODER T-ONLINE

Wenn es in der Ferienwohnung noch keinen WLAN-Empfang gibt, lässt sich auch der „normale“ analoge Telefonanschluss nutzen, mittels Modem im Laptop. Damit kommt man im Vergleich zur Handy-Einwahl (trotz neuer EU-Roaming-Tarife) deutlich günstiger ins Internet. T-Online und AOL bieten weltweit zahlreiche Einwahlknoten an, die entweder gratis oder zu ortsüblichen Tarifen erreichbar sind. Die Konfiguration der Auslandszugänge ist kinderleicht, sofern man die Software der Anbieter nutzt: T-Online bietet ein eigenes Windows-Programm an, das alle Einwahlknoten im Ausland nach Ländern sortiert auflistet. Auch in der Windows-Version der AOL-Software lässt sich ein zusätzliches Einwahlprofil fürs Ausland mit wenigen Handgriffen einrichten.

DAS RICHTIGE INTERNETCAFÉ

Ohne Notebook – mehr Platz im Urlaubsgepäck. Im Netz findet sich eine Suchmaschinenseite mit einem Verzeichnis der Internetcafés an beliebten Urlaubsorten (siehe Internetverweis). Für ein paar Euro kann man rund zehn Minuten surfen. Um seine Privatsphäre muss man sich in vielen Internetcafés, gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern, allerdings selbst kümmern: Betreiber machen sich wenig Mühe, die persönlichen Daten jedes Gastes nach dem Besuch zu löschen. Der Verlauf der besuchten Websites und Eingaben werden in vielen Fällen gespeichert. „Wer nach dem Surfen nicht noch ein wenig Zeit investiert, um verräterische Spuren zu tilgen, ermöglicht anderen Zugriff auf vertrauliche Daten“, sagt Computerexperte Mansmann. Unter „Internet-Optionen/Inhalte“ lassen sich im Internet Explorer gespeicherte Daten und Passwörter, die die „Autovervollständigen“-Funktion angelegt hat, löschen.

ZWISCHEN HANDY UND COMPUTER

Statt teurer und möglicherweise unversicherter Laptops am Strand nutzen immer mehr Urlauber die sogenannten PDAs oder Smartphones mit größeren Displays wie zum Beispiel den „Nokia Communicator“ für die schnelle E-Mail oder Website zwischendurch. Die passen sogar in die Hemdtasche und haben im Unterschied zu Internet- oder SMS-tauglichen WAP-Handys eine größere Tastatur für längere Texte. Was die Kosten betrifft: „Manche Provider und Netzbetreiber bieten für solche Verbindungen Auslandssondertarife an“, rät Computerexperte Urs Mansmann. „Ein Anruf beim Anbieter vor dem Urlaub ist also Pflicht.“

Für die Kurzinformation, den Gruß in und aus Italien reicht allerdings auch immer noch die gute, alte Handy-SMS: verglichen mit Mailen und Surfen ein vergleichsweise preiswertes Kommunikationsmittel mit einer recht übersichtlichen Kostenstruktur. M. Ehrenberg

Hinweise im Netz:

www.worldofinternetcafes.de

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