Digital : Palettenweise günstige PCs

Aber Vorsicht, wenn die Hersteller bei den Anschlüssen oder beim Arbeitsspeicher sparen

Kurt Sagatz

Hardwarehersteller und Handel haben sich darauf eingestellt: Das Weihnachtsgeld ermöglicht die Anschaffung höherwertiger Produkte wie Computer und Laptops. Doch welche Geräteklasse ist geeignet? Über welche Ausstattung muss der PC verfügen, damit man in zwei, drei Jahren noch zufrieden ist? Wir haben die wichtigsten Trends zusammengefasst.

WINDOWS VISTA ODER XP?

„Viele Firmen nutzen weiterhin lieber das alte XP, für Privatnutzer ist das inzwischen eher eine Geschmacksfrage, zumal in diesem Segment kaum noch XP-Geräte angeboten werden“, sagt der Hardware-Experte der Computerzeitschrift „c’t“, Christof Windeck. „Zwar fühlen sich viele Nutzer durch die ständigen Warnungen und Hinweise von Vista gegängelt, durch die inzwischen bereitgestellten Updates und Bugfixes gibt es jedoch keine gravierenden Probleme mehr und auch die Versorgung mit Programmen ist gewährleistet“, sagt Windeck, der für das neue „c’t“-Heft (26. November) gerade an einem Beitrag über den optimalen PC arbeitet. „Wichtig beim Kauf eines Vista-Gerätes ist die Größe des Arbeitsspeichers. Ein Gigabyte muss es mindestens sein, auch bei Notebooks. Bei den derzeit niedrigen Preisen für Speicher sind zwei Gigabyte noch besser.“

WIE VIELE KERNE BRAUCHT DER PC?

Computer mit einem Prozessorkern passen nur noch zur Einsteigerklasse, sagt „c’t“-Experte Windeck: „Mittelklasse- Computer sind inzwischen durch die Bank mit Core-2-Duo- oder Athlon-X2- Prozessoren ausgerüstet.“ Der Vorteil der Technik: Die Last wird auf mehrere Schultern verteilt, dadurch kann die Taktfrequenz gesenkt werden, was sich positiv auf die Wärme- und Geräuschentwicklung auswirkt. Wichtig ist zudem die richtige Grafikkarte. Karten wie die „Radeon HD 2000“-Serie von AMD/Ati oder die „GeForce 8000“-Serie von Nvidia passen zu preiswerteren Geräten, in Mittelklasse-PCs sollten Karten der Klassen „Radeon HD 2600“ oder „GeForce 8600“ verbaut sein und mit einer der teuren DirectX-10-Karte wie der „Radeon HD 2900“ oder der „GeForce 8800“ ist man auch für die Zukunft gut gerüstet.

SCHREIBTISCH-PC ODER LAPTOP?

Von ihrer Leistung und den Nutzungsmöglichkeiten gibt es kaum noch Unterschiede zwischen Schreibtisch-Computern und Laptops. Mit zwei Ausnahmen: Nach wie vor lassen sich Desktop-PCs einfacher und preiswerter aufrüsten. Überdies muss man bei Laptops unverändert Abstriche bei der Spieletauglichkeit machen. Selbst neueste 3D-Mobilkarten sind weniger leistungsfähig als Mittelklasse-Karten für den Schreibtisch-PC.

WIE VIEL GELD MUSS MAN ANLEGEN?

Der Preis für Einstiegsgeräte ist weiterhin niedrig: Desktop–PCs für 350 Euro erfüllen die meisten Aufgaben. Geräte für Spiele und kreative Aufgaben kosten zwischen 500 und 700 Euro. Wer sich für High-Definition-Technik mit Blu-ray- oder HD-DVD-Laufwerk und HDMI-Grafikkarten interessiert, muss mindestens 300 Euro mehr aufwenden. Genauso wichtig wie der Preis ist die Ausstattung. „Wenn die Schnittstelle für den Camcorders oder der parallele Druckeranschluss nachgerüstet werden muss, geht das schnell ins Geld“, sagt Christof Windeck. Geld sparen kann man bei manchen Discounter-Angeboten. Darin werden mitunter teure Komponenten wie hybride Digital-TV-Empfänger verbaut, die man sonst nur für viel Geld erhält. „Allerdings lohnen sich solche Pakete nur, wenn man die Zusatzgeräte wirklich braucht“, Windeck. Ein weiterer Tipp des Experten: Wenn schon eine zweite Festplatte, dann lieber eine externe, auf der man sein System als Backup sichern kann.

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