PC-Frühjahrsputz : Finger weg von scharfen Sachen

Computer und Monitore wollen vorsichtig gesäubert werden. Beim Reinemachen sollte man auch die Datenträger aufräumen.

Kurt Sagatz
Computer
Glänzende Aussichten. Staub an den falschen Stellen kann den Betrieb des PCs gefährden. -Foto: dpa

Als ob der frühjährliche Hausputz nicht reichen würde! Nun soll man also auch noch seinem Computer mit Pinseln, Bürsten und Q-Tipps zu Leibe rücken. Was auf den ersten Blick wie eine Beschäftigungstherapie für unterforderte PC-Freunde wirkt, hat einen durchaus ernsten Hintergrund. Staub auf der Tastatur mag Sauberkeitsfanatiker zur Verzweifelung bringen, schadet aber dem PC nicht wirklich. Ein verstaubter PC-Lüfter hingegen ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr. Wird der Prozessor zu heiß, droht ihm im schlimmsten Fall der Hitzetod. Oder das System muss die Leistung herunterfahren, um genau dies zu vermeiden.

TASTATUR UND MAUS REINIGEN

Staub ist der Hauptfeind des Computers. An manchen Stellen stört er das optische Erscheinungsbild, an anderen schränkt er die Funktion des PCs ein. Noch schlimmer ist nur, wenn man ihm mit zu viel Feuchtigkeit zu Leibe rückt. Staub wird deshalb am besten auf mechanischem Weg entfernt: Mit Pinsel, Wattestäbchen und einem nicht zu starkem Staubsauger mit möglichst flacher Düse. Bei der Tastatur hilft es zumeist schon, wenn man das Keyboard umdreht und ausschüttelt. Ein leicht angefeuchtes Mikrofaserreinigungstuch säubert die Tasten. Wer bereits eine optische Maus hat, ist fein raus. Mäuse mit Kugeln sind wahre Dreckfänger. Auf den Rücken gedreht, lässt sich die Kugel verhältnismäßig einfach entnehmen, Nun ist der Weg frei, um die horizontale und die vertikale Rolle und die Gegendruckrolle mit Fingernagel und Wattestäbchen zu reinigen.

SPEZIALSPRAYS FÜR DEN MONITOR

Vorsicht geboten ist bei den Monitoren. Deren Beschichtung verträgt zumeist keine Lösungsmittel oder andere scharfe Sachen. Sowohl für Röhrenmonitore als auch TFT-Flachbildschirme gibt es spezielle Reinigungssprays. Ein Mikrofasertuch, lauhwarm angefeuchtet und mit wenigen Tropfen Spülmittel, eignet sich ebenfalls gut. Nur darf keine Feuchtigkeit in den Bildschirm oder auch den Drucker eindringen. Um die Lüfter vom Staub zu befreien, wird bei großen Schreibtisch-Computern das Gehäuse geöffnet. Vorher muss unbedingt der Netzstecker gezogen werden. Zur Ableitung von statischer Elektrizität reicht es aus, kurz die Heizung zu berühren. Der Staub auf dem Lüfter und den Lammellen der Kühlung wird mittels Pinsel und Wattestäbchen gelöst und entfernt – entweder durch Wegblasen mit einem Föhn oder Absaugen mittels Staubsauger. Dabei muss darauf geachtet werden, dass nicht eine der kleinen Kontaktbrücken entfernt wird. Auch bei Laptops und Notebooks sollten die Lüftungsschlitze und Lüfter von Zeit zu Zeit kontrolliert und gereinigt werden.

DIE INNEREN WERTE

Mindestens genauso wichtig wie die äußere Erscheinung ist beim Computer die regelmäßige Reinigung des Betriebssystems. Hier bremst zwar kein Staub die Leistung, dafür können unnötige Programme und Prozesse sowie defekte und unzusammenhängende Dateien zur Tempobremse werden. Der Reihe nach: Wer gerne einmal ein neues Programm zum Beispiel in einer Demo-Version testet, sollte dies auch wieder entfernen, wenn er es nicht mehr braucht. Die Programme laden beim Windows-Start bereits einige Prozesse, um später schneller starten zu können. Zu viele Prozesse von zu vielen Programmen verlangsamen aber den PC. Deinstalliert wird übrigens nur auf zwei Arten: Über den jeweiligen Uninstall- Aufruf im Bereich Start/Programme oder über die Systemsteuerung.

WEG MIT DEM WINTERSPECK

Nun werden überflüssige Dateien gesucht. Hier hilft Windows mit der Datenträgerbereinigung, die in Start/Programme/Zubehör/Systemprogramme zu finden ist, die verschiedenen Festplatten oder Partitionen zu säubern. Über die „Weiteren Optionen“ lassen sich zudem alle Sicherungskopien bis auf die letzte entfernen. Ebenso hilfreich ist der Assistent zum Bereinigen des Desktops. Er sollte aufgerufen werden, wenn das Chaos auf dem Hauptbildschirm von Windows zu groß wird. Leider gibt es diesen Helfer nur für Windows XP, Vista-Nutzer müssen per Hand löschen. Nun werden defekte Dateien oder Dateireste aufgespürt. Dafür geht man in den „Arbeitsplatz“ und öffnet mit der rechten Maustaste für jede Festplatte die Eigenschaften. Unter „Extras“ lassen sich die Laufwerke prüfen, das Sytemlaufwerk wird aber erst beim nächsten Windowsstart untersucht. Danach wird über die Defragmentierung, die auf die gleiche Weise erreicht werden kann, dafür gesorgt, dass zusammengehörende Dateien auf der Festplatte auch wirklich an einem Stück abgelegt werden. Wer Windows Vista nutzt, kann dafür getrost das systemeigene Programm nutzen, bei XP haben sich Programme wie O&O Defrag als schneller und besser erwiesen.

LETZTE AKTIONEN

Wer nach dieser Putzorgie noch Energie hat, wird die gesäuberte Windows-Installation am Ende mit einem Imageprogramm als Abbild speichern. Das sichert die Dateien und das komplette System mit allen Einstellungen. Verweigert Windows später einmal aus unerfindlichen Gründen den Dienst, kann dieses Abbild in kurzer Zeit wieder aufgespielt werden. Aber auch an die normalen Backups der Eigenen Dateien mitsamt aller Fotos, Filme, Musikstücke oder Dokumente sollte man denken. Gesichert wird am besten auf eine externe Festplatte. Dann bleibt tatsächlich nur noch eine Frage: Wann hat das Anti-Viren-Programm den letzten Komplettscan absolviert?

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben