Plastic Logic : E-Papier aus Dresden kommt 2009

Etwa so dick und so groß wie ein Schreibblock, dabei kaum 500 Gramm schwer - so zeigt sich das elektronische Papier der Zukunft. Das britische Unternehmen Plastic Logic fertigt seit Mittwoch in Dresden die dafür erforderlichen Kunststoffdisplays, die die Vorteile von Computerbildschirm und Papier vereinigen.

Im Vergleich zu Konkurrenzprodukten seien sie größer und trotzdem flacher, sagte Richard Archuleta, Firmenchef von Plastic Logic. Die Innovation bestehe in der Verwendung biegsamer Plastikfolie statt Glas wie im herkömmlichen Bildschirm und selbst entwickelter Kunststoffelektronik. Dadurch spart Plastic Logic Gewicht. Die handlichen Displays können verschiedene Medien wie Zeitungen, elektronische Bücher (E-Books) und Magazine, aber auch Computer- Dokumente in verschiedenen Formaten anzeigen. Daten werden über Kabel oder Bluetooth übertragen. Künftig sei auch die WLAN-Verbindung vorgesehen.

Als Nutzungsbeispiel nannte Archuleta Schulbücher. Die Kinder müssten dann nicht mehr schwere Mappen schleppen. "Es spart Papier, Druckfarben und Kosten für den Transport. Es gibt viele Möglichkeiten", so Archuleta. Dokumente könnten kommentiert und Textstellen unterstrichen werden. "Laptops oder Notebooks werden aber nicht ersetzt", stellte er klar.



Eine Million Displays jährlich

Im kommenden Jahr sei Markteinführung, sagte Archuleta. Dann gebe es auch Angaben zum Preis und zum Namen des Produktes. Die Fertigung werde mit mehreren hunderttausend Stück starten. Mehr als eine Million Displays sollen jährlich aus Dresden kommen. Ein weltweiter Bedarf bis 2010 von mehr als 42 Millionen Stück wird erwartet. Rund 200 Millionen US-Dollar Risikokapital wurden in das Projekt der in Cambridge gestarteten Firma investiert. Der Grundstein für die Fabrik, in der zunächst rund 80 und später einmal 140 Mitarbeiter beschäftigt werden sollen, wurde im Mai vergangenen Jahres gelegt.

Das Display misst 216 mal 279 Millimeter - etwa A4-Größe - mit einer Bildschirmdiagonale von 10,7 Zoll (27 Zentimeter). Die Bedienung erfolgt über das berührungsempfindliche Display - durch einfaches Antippen der Bildschirmfläche blättert sich beispielsweise die Seite um. Dazu gibt es noch eine Tastatur auf dem Schirm. Der Akku hält nach Firmenangaben rund eine Woche. (küs/dpa)

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