Digital : Reingebissen

Erster Test mit dem iPhone 5: Doppelt so schnell, höher und deutlich dünner als seine Vorgänger.

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Blickfang. Das Vier-Zoll-Retina-Display des iPhone 5 hat ein 16:9-Format. Foto: dpa
Blickfang. Das Vier-Zoll-Retina-Display des iPhone 5 hat ein 16:9-Format. Foto: dpaFoto: dpa-tmn

„Auf Fotos mit der neuen Kamera des iPhone 5 sieht das Meer blauer aus, und Kinder wirken glücklicher“, sagte Apple-Marketingchef Phil Schiller am Mittwoch in London bei der Vorstellung des neuen Smartphones, von dem das Unternehmen sagt, es sei das beste, das es je gebaut hat. Wie gut die iSight-Kamera tatsächlich ist, wird sich später zeigen, wenn das iPhone 5 zu vollständigen Tests zur Verfügung steht. Einige der Funktionen konnten am Mittwoch nach der zweistündigen Präsentation ausprobiert werden. Tatsächlich gewann man den Eindruck, dass die versprochene Farbsättigung zu besseren Fotos führt. Spektakulär ist die Panoramafunktion, die es zwar in ähnlicher Form schon als App gab, die aber nun fest zum Gerät gehört. Die Bedienung ist einfach: auslösen, um die eigene Achse drehen, fertig. Die Besonderheit ist die Qualität der Bilder, am Ende hat das Panoramafoto eine Größe von 28 Megabyte. Das erlaubt nicht nur perfekte Rundumblicke, sondern auch ein stufenloses Hineinzoomen mit der bekannten Zwei-Finger-Bewegung.

Die auffälligste Änderung betrifft das Design. Das iPhone5 ist einen Zentimeter länger, um den von 3,5 auf vier Zoll (rund zehn Zentimeter) vergrößerten Bildschirm aufzunehmen. Die Breite wurde beibehalten, so lässt sich das neue iPhone weiter bequem mit einer Hand bedienen. Die neue Höhe erlaubt Platz für eine fünfte Apps-Reihe auf dem Startbildschirm, aber auch die Anwendungen selber können davon profitieren. Insbesondere bei Filmen und Spielen macht sich das bemerkbar, da das neue Display das 16:9-Seitenverhältnis hat.

Zugleich ist das iPhone 5 ein Fünftel dünner und wiegt rund 20 Prozent weniger. Der Titel des dünnsten iPhones ist ihm damit sicher, möglicherweise ist es sogar das dünnste Smartphone überhaupt. Anders als viele sonstige technische Neuerungen auf dem Sektor der Mobiltelefone spürt man diese Änderungen sofort, wenn man das iPhone in die Hand nimmt. Dieser Effekt wird durch das neue Aluminiumgehäuse verstärkt, das die Rückseite einschließt. Insbesondere die angeschliffenen Kanten lassen das iPhone mit seinen 6,2 Millimetern so dünn erscheinen. Das iPhone 5 wird es nach dem Marktstart am 21. September – ab Freitag kann das Smartphone vorbestellt werden – in Weiß und Schwarz geben, wobei es die Rückseite in Silber beziehungsweise Graphit gibt.

Viele andere Neuerungen ließen sich zumindest in London nur ansatzweise ausprobieren. Ein neuer Prozessor soll nun doppelt so schnell rechnen, auch die Grafikleistung soll sich verdoppelt haben. Dass sich das iPhone 5 flüssig bedienen lässt, heißt jedoch erst einmal nichts, da dies auch für den Vorgänger galt. Auch der Tempozugewinn durch den neuen Mobilfunkstandard LTE, den das Apple-Gerät unterstützt, ließ sich auf die Schnelle nicht ermitteln. In der Theorie erlaubt LTE eine Übertragungsleistung von bis zu 100 Megabit pro Sekunde, das ist rund zehnmal schneller als mit der Technik der dritten Generation.

Allerdings kommen in Deutschland nur die Kunden der Deutschen Telekom in den Genuss dieses Temporauschs, weil das Unternehmen als einziger Anbieter das 1800 Megahertz-Netz nutzt, für das nun das iPhone 5 ausgelegt ist. Ärgerlich auch für Vodafone und O2, die anderen Mobilfunkpartner von Apple bei der Vermarktung dieses neuen Smartphones iPhone 5. Kurt Sagatz

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