Digital : Sat 1 behält Status als Vollprogramm

Für viele Radsportfans ist die Tour de France mit dem Aus von Spitzenreiter Michael Rasmussen wohl endgültig zur Farce geworden. Dennoch hält der Privatsender Sat 1 an der Übertragung der Veranstaltung bis zur letzten Etappe am kommenden Sonntag fest. Sendersprecherin Kristina Faßler sagte am Donnerstag, dass man zwar von den Dopingfällen geschockt sei. An der Grundhaltung, dass der Sender nicht der „Richter über die Dopingsünder“ sei, halte man aber weiterhin fest.

Die Quoten der Tour-Sendung sind allerdings weit unter dem Senderschnitt, der derzeit bei etwa 10,7 Prozent liegt. So konnte am Mittwoch nur ein Marktanteil von 5,3 Prozent für die Liveberichterstattung erreicht werden. Auch wirtschaftlich ist die Tour für Sat 1 „ein Desaster“, wie der Branchenexperte Jürgen Kievit vom Fernseh-Werbehändler Omnicom Media der Nachrichtenagentur AP sagte. Von dem Angebot der Konzerntochter Sevenone Media an ihre Werbekunden, gebuchte Werbeplätze umzubuchen, machten offenbar einige Gebrauch. So will der Konsumgüterhersteller Unilever, zu dem Marken wie Knorr, Langnese oder Iglo gehören, Medienberichten zufolge nicht im Umfeld der Tour „werblich in Erscheinung treten“.

Eine positive Nachricht für den gebeutelten Konzern: Der Status von Sat 1 als Vollprogramm soll trotz der Einstellung von „Sat1 am Mittag“ und „Sat1 am Abend“, sowie dem für Ende August angekündigten Aus der „Sat1 News – die Nacht“ nicht in Gefahr sein. Dies teilte die für den Sender zuständige Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) am Donnerstag in Ludwigshafen mit. Der Informationsanteil von 23,4 Prozent an der Gesamtsendezeit reiche für den Status eines Vollprogramms aus. psil

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