Smartphones im Test : Multimedialer Zeitvertreib

Sechs Wochen testen zehn Leser des Tagesspiegel mit dem Mobilfunkanbieter Base die Smartphones Apple iPhone und Samsung Galaxy im Alltag. Wieviele Radiosender man über ein multimediales Handy empfangen kann und ob Spiele-Apps süchtig machen, lesen sie hier.

Thorsten Scheimann
Für die Mobile Scouts ist ihr Smartphone ein treuer Begleiter für viele Aufgaben des täglichen Lebens geworden.
Für die Mobile Scouts ist ihr Smartphone ein treuer Begleiter für viele Aufgaben des täglichen Lebens geworden.Foto: dpa

Gut vier Wochen sind die Tagesspiegel Mobile Scouts nun schon im Einsatz und testen das mobile Surfen im Alltag mit Base auf dem Apple iPhone und dem Samsung Galaxy. "Das iPhone ist mein treuer Begleiter für viele Aufgaben des täglichen Lebens geworden", schreibt Mobile Scout Susanne Reuber. "Sei es, um mal eben schnell etwas im Internet nachzuschauen oder auch unterwegs. Alle Informationen, die man benötigt, sind unmittelbar zugänglich." Ärgerlich findet sie aber die Netzausfälle, mit denen sie öfters in Gebäuden zu kämpfen hat. "Und Netzausfall meint dann, ich kann weder telefonieren noch online gehen, bin also mehr oder weniger von der Außenwelt abgeschnitten."

Auf die Balance kommt es an

Richtiger Frust kommt aber trotzdem nicht auf. Bieten die Smartphones doch viele Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Und das haben die Mobile Scouts zuletzt etwas genauer unter die Lupe genommen. Susanne Reuber haben es besonders die unzähligen Spiele aus dem App-Store angetan. Ihr Favorit: Ein Spiel, bei dem das iPhone wie ein Brett gehalten und balanciert werden muss, um eine Kugel durch ein Labyrinth zu leiten. "Die Geräusche hören sich dabei täuschend echt an", schreibt sie.

Auch Jini Srisuphannaraj ist fasziniert von der Sensorik, die nicht nur solche Spiele ermöglicht, sonder auch dafür sorgt, dass sich die Ansicht einer Webseite automatisch von Hochkant auf Querformat ändert, wenn man das iPhone dreht. Eine Technik, die ebenso im Galaxy zu finden ist. Problematisch wird es laut Jini aber, wenn man beispielsweise im Bett liegt und die Queransicht falsch ist, weil man sich ja selbst in der Horizontalen befindet. "Aber gut, das ist für das iPhone etwas zu kompliziert – und für mich eigentlich auch", resümiert sie.

Dass Spiele auf dem Galaxy süchtig machen können, musste Heinrich Schulze Altcappenberg erfahren. Seine ganze Familie hat Spaß an "DoodleJump" gefunden und versucht sich nun gegenseitig im Punktestand zu übertreffen. "Ein Lückenfüller in der Bahn, eine Ablenkung vor Hausaufgaben, eine Geschicklichkeitsübung für Zwischendurch. Woher kommt der Reiz?", fragt er sich.

Weltweit, alle Sprachen, alle Genres, alle Musikrichtungen

Völlig überwältigt hat ihn aber die Vielfalt des WebRadios. "Über eine einzige Portal-App, wie etwa RadioBox, kann ich über 40.000 Sender mit ständig laufenden, ständig wechselnden Programmen ansteuern. Weltweit, alle Sprachen, alle Genres, alle Musikrichtungen – eine große Konfusion, ein Babel wie es noch keines gab", schreibt er begeistert. Ab und zu würde zwar der Tonfluss bedingt durch Pufferung und /oder Netzschwäche kurz abreißen, "aber man ist drin, im Beijing Joy FM oder in den Emisoras Unidas, den Sportnachrichten von Guatemala."

Beeindruckt von der Radiovielfalt ist auch Scout Robert Wilken. "Vor allem entfällt im Vergleich zu den Radios aus den 1980er und 1990er Jahren die lästige und geräusch- beziehungsweise rauschvolle Suche nach Sendern", freut er sich. Ansonsten vertreibt er sich gern die Zeit, indem er auf seinem Samsung Galaxy die Videoplattform Youtube nach Musik durchforstet. Die Suchoption findet er jedoch weit weniger komfortabel als an einem PC. So konnte er beispielsweise nicht Suchvorschläge nur teilweise übernehmen und nach eigenem Geschmack ergänzen. Außerdem waren Videos über das Smartphone nicht auffindbar, von denen er aber weiß, dass sie bei Youtube vorhanden sind. Trotzdem ist er auf unter anderem dramatische Musikvideos aus den 80er und 90er Jahren gestoßen. "Die haben mich auf sehr subtile Weise an mein Alter erinnert", schreibt er.

Obwohl er mit dem Sound rundweg zufrieden ist, enttäuscht Felix Greis ein wenig der Equalizer seines Samsung Galaxy. "Er bietet die üblichen Einstellungen, welche allerdings für solch einen Handy-Player völlig unzureichend sind", findet er. Positiv bewertet er, das Smartphone nicht extra komplett entsperren zu müssen, wenn er seinen Musik-Player benutzen möchte. "Man findet sofort die wichtigsten Navigationsfunktionen beim Drag-down der eingeblendeten CD."

Soundqualität wie ein Kofferradio in den 70ern

Karin Götze begnügt sich beim Musikhören eher mit Youtube und Radio-Apps. Der Grund: Sie wagt es nicht, ihr Samsung Galaxy mit dem Programm iTunes zu synchronisieren, über das sie sonst immer ihren iPod füttert. Die fürs Musikhören benötigten Apps bauen sich ihrer Meinung nach zügig und komfortabel auf, der Sound überzeugt sie aber nicht. "Die Musik klingt deutlich blechern", schreibt sie. Diese Meinung teilt auch Marion Schlodt. Jedoch nur, wenn sie Musik auf ihrem Galaxy über den eingebauten Lautsprecher hört. "Die Soundqualität leidet erheblich – Modell Kofferradio in den 70ern", schreibt sie. Mit Kopfhörern findet die den Sound aber durchaus überzeugend. Aufgefallen ist ihr, dass sie Radio nur über Kopfhörer hören kann. Ansonsten verweigert ihr Galaxy mit dem Hinweis: Headset nicht angeschlossen.

Insgesamt könnte Sie sich vorstellen, dass ihr „Multitalent“ Galaxy ihren MP3-Player und ihr Nintendo ersetzen. "Meine Ansprüche erfüllt es fast komplett und es ist deutlich handlicher als die Einzelteile", schreibt sie. "Vom besseren Aussehen ganz zu schweigen." So weit ist Scout Doreen Köber noch nicht. Sie lerne ihr iPhone zwar immer weiter kennen, könne sich aber nur langsam und schwer umstellen, es zu benutzen, schreibt sie. "Mein MP3-Player, mein Kalender sowie Stifte und Papier befinden sich nach wie vor in meinem Rucksack."

Die kompletten Berichte der Mobile Scouts finden sie unter http://www.tagesspiegel.mobile-scouts.de.

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