Social Network : Freund ist nicht gleich Freund

Facebook hat die Kritik aus der Community offenbar gehört. Das Netzwerk ermöglicht nun auch die Grüppchenbildung.

Von Christian Helten
Foto: AFP
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Wenn ein Facebook-Nutzer ein Foto vom letzten Saufgelage mit den Fußball-Kumpels hochlädt, können das auch die befreundeten Arbeitskollegen sehen. Freundschaft ist aber nicht gleich Freundschaft, nicht in der Realität, und schon gar nicht auf Facebook, wo sie nur einen Klick entfernt ist und eine Freundesliste von 300 Leuten keine Seltenheit. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nannte diese Zwickmühle am Mittwoch „das größte Problem sozialer Netzwerke“ – und bot gleich eine Lösung an. Mit dem neuen Dienst „Groups“ sollen Nutzer ihre Facebook-Freunde künftig in Freundeskreise aufteilen und so genau eingrenzen können, wer welche Neuigkeiten, Bilder oder Videos sehen kann. Gruppenmitglied wird man auf Einladung, es gibt es einen Gruppen-Chat und die Möglichkeit zum Tausch von Dokumenten. Die Gruppen können öffentlich auf den Nutzerprofilen sichtbar sein oder verborgen bleiben – eine Art Geheimtreffen 2.0. Zuckerberg erwartet, das „fünf bis zehn Prozent“ der 500 Millionen Facebook-Mitglieder die Gruppenfunktion nutzen werden.

Zugleich stellte er zwei weitere Neuerungen vor: eine Art Archivierungsinstrument, mit dem Nutzer Informationen, die sie auf Facebook gestellt haben, wieder auf ihren Computer laden können. Und das „Dashboard“, mit dem sie prüfen können, wie Anwendungen von Drittanbietern auf persönliche Daten zugreifen.

Die Neuerungen geben den Facebook-Nutzern mehr Kontrolle über ihre Informationen und beheben Teile des Privatsphäredefizits, das Facebook in den vergangenen Monaten in die Kritik von Datenschützern, Politikern und Nutzern gebracht hat. che

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