Spielekonsolen : Spiel, Satz und Ouya

Kurz vor dem Start von Playstation 4 und Xbox One kommen preiswerte Alternativ-Spielekonsolen auf den Markt. Doch bei der Vielfalt an Spielen gibt es große Unterschiede.

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Die Ouya-Konsole kostet mit 120 Euro deutlich weniger als die großen Konsolen. Sparen kann man jedoch vor allem mit den erheblich preiswerteren Spielen. Foto: Promo
Die Ouya-Konsole kostet mit 120 Euro deutlich weniger als die großen Konsolen. Sparen kann man jedoch vor allem mit den erheblich...

Die beiden neuen Videokonsolen Playstation 4 und Xbox One übertrumpfen sich mit Höchstleistungen. Im Windschatten dieses Duells erlebt die Spielewelt einen neuen Trend: Konsolen mit dem von Smartphones und Tablet-PC bekannten Android-System. Die Kompaktgeräte tragen Namen wie Ouya oder Gamestick, Gamepop oder Mojo. Das wichtigste Verkaufsargument ist ihr Preis: Die Konsolen gibt es bereits ab 100 Euro, und auch die Spiele kosten weniger als zehn Euro.

Ganz einfach werden es Ouya & Co. nicht haben, da die Spieler bereits jetzt zwischen etlichen Plattformen und Preismodellen auswählen können. Die Palette reicht vom Konsolenblockbuster für 70 Euro bis zum Gratisspiel auf dem Smartphone. Die Hersteller der Android-Konsolen wollen dazwischen eine Nische finden: Der Kunde soll gemütlich vor dem Fernseher spielen und dabei eine ähnliche Auswahl haben wie in einem Appstore. Die Android-Konsolen richten sich deshalb vor allem an Gelegenheitsspieler, an Familien und an Leute, die Smartphone-Games auf dem großen Bildschirm ausprobieren wollen.

Die Android-Konsole Ouya (120 Euro) kommt am 15. November in den deutschen Handel: Sie hatte den Kompaktkonsolen-Trend ausgelöst. 2012 sammelte Ouya auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter 8,5 Millionen US-Dollar an Unterstützergeldern ein. Im Juni 2013 erschien die quaderförmige Konsole in Großbritannien und den USA, musste jedoch herbe Kritik einstecken: Der Controller sei klapprig, die Speicherkapazität mit acht Gigabyte gering und der Tegra-3-Prozessor zu langsam, um rechenintensive Spiele ruckelfrei darzustellen. Das Gerät wurde überarbeitet, aber auch in der uns vorliegenden Fassung konnte der Controller nicht überzeugen. Allerdings lassen sich via USB auch problemlos PS3- und Xbox-Controller anschließen.

Das größte Manko der Konsole ist der fehlende Zugang zum Google-Playstore. Statt zigtausende Android-Apps nutzen zu können, muss man sich mit dem Ouya-eigenen Store begnügen. Der bietet zwar rund 500 Spiele, die für den Controller optimiert sind. Doch die allermeisten davon kennt man schon von anderen Plattformen. Eines der besten Spiele im Ouya-Store ist „Polarity“, das an den Rätselklassiker „Portal“ erinnert. Weitere Highlights sind die turbulente Multiplayer-Schlacht „Towerfall“, die Parcours-Spiele „Vector“ und „Canabalt HD“ sowie das Physikspiel „Puddle“. Als Multimedia-Maschine eignet sich die Ouya ebenfalls: Mit dem VLC Player lassen sich Videos vom USB-Stick abspielen, es gibt zudem Apps, mit denen man Inhalte von Medien-Servern wie dem heimischen PC abspielen kann.

Am 15. November erscheint zudem der Gamestick (100 Euro), der stärker auf Mobilität ausgerichtet ist: Er ähnelt einem überdimensionalen USB-Stick, lässt sich in einem Schubfach des mitgelieferten Controllers verstauen und so platzsparend transportieren. Die Verarbeitungsqualität des Controllers ist deutlich besser als bei der Ouya, auch läuft er mit Akku statt Batterien. Externe Controller lassen sich an den Gamestick leider nicht anschließen: Wer den Mehrspielermodus nutzen will, muss passende Controller nachkaufen. Genau wie Ouya bietet der Gamestick keinen Zugang zu Google Play. Und Demoversionen der angebotenen Spiele sucht man vergebens. Ohnehin ist die Spieleauswahl gering. Unter den gerade mal 50 Titeln stechen das Geschicklichkeitsspiel „Knightmare Tower“, der kindgerechte Flipper „Momonga Pinball Adventures“ und das Reaktionsspiel „Crumble Zone“ hervor.

Weitere Konkurrenz erhalten Gamestick und Ouya voraussichtlich Mitte Dezember: Dann erscheint die Android-Konsole Mojo, die 250 Euro kostet, dafür aber freien Zugang zu Google Play und zum App-Shop von Amazon bieten soll. Wieder einen anderen Weg geht die Firma Bluestacks mit ihrer Kompaktkonsole Gamepop, die 2014 auf den Markt kommt. Gegen eine Monatsgebühr von unter 10 Euro erhalten Abonnenten Zugriff auf 500 verschiedene Spiele – nicht nur für Android, sondern auch für das Apple-Betriebssystem iOS. Der Wettkampf ums Wohnzimmer bleibt spannend.

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