Spielekonsolen : Urlaubsflirt mit Topmodels

Die Taschenkonsole Nintendo DS entwickelt sich zum universellen Spielgerät. Selbst ein Kochkurs gehört nun zum Programm.

Kurt Sagatz
Nintendo
Selber kochen statt Fast Food heißt es bei den 250 Gerichten des DS-Kochkurses. -Foto: Promo

Die Urlaubszeit naht – und damit die Zeit langer Autofahrten oder verregneter Ferientage. Glücklich dann, wer sich seine Zeit auf angenehme Weise vertreiben kann: mit Faulenzen, Lesen oder Spielen, wobei dazu immer öfter eine mobile Spielekonsole aus der Tasche gezogen wird. In den meisten Fällen handelt es sich um den Gameboy-Nachfolger Nintendo DS mit seinen beiden Bildschirmen und der mitunter kuriosen, aber zumeist unterhaltsamen Art der Steuerung über Tasten, Touchpad oder Mikrofon. Die meisten Spiele richten sich erwartungsgemäß an Kinder und Jugendliche. Aber auch für Ältere gibt es inzwischen attraktive Titel, wie unsere Übersicht zeigt.

FÜR HOBBYKÖCHE UND STRATEGEN

Was wollen wir heute kochen? Diese Frage lässt sich in diesem Sommer einfacher beantworten, mit dem Nintendo-DS-Kochkurs für schmackhaft angelegte 30 Euro. Insgesamt warten im Kochkurs 250 Gerichte darauf, ausprobiert zu werden. Die Auswahl kann auf verschiedene Arten erfolgen, nach vorhandenen Zutaten oder nach Ländern, später auch nach Lieblingsessen. Ein guter Einstieg ist die Ländersuche, so stößt man in Österreich unter anderem auf die Frittatensuppe mit fein geschnittenen Pfannkuchen. Vielleicht passt ja heute die asiatische Küche mit indischem Kichererbsen-Curry besser, oder sollen es doch Rinderrouladen aus Deutschland sein? Alles wird Schritt für Schritt erklärt, sowohl im Bild als auch akustisch. Durch das Menü wird entweder wie gewohnt per Stift oder einfacher per Stimmaufforderung mit „Weiter“ navigiert. In den Einstellungen lässt sich nicht nur die auf die Dauer nervige Hintergrundmusik abstellen, auch bei den Zutaten lässt sich festlegen, welche Gerichte, Gemüsesorten oder Gewürze man nicht mag oder nicht verträgt. Für kurze Kochpausen empfehlen wir zum Beispiel eine Partie „Moorhuhn DS“ (rund 20 Euro). Das bekannte Computerspiel, in dem man Jagd auf schottische Moorhühner macht, gibt es nun auch in einer DS-Variante. Damit es nicht langweilig wird, hat Phenomedia zum PC-Klassiker noch einige weitere Geschicklichkeitsspiele hinzugepackt. Zum mehrstündigen Braten passt hingegen der Brettspielklassiker „Stratego“ von Ubisoft für rund 28 Euro, den man nun ebenfalls platzsparend per DS-Version in den Urlaub mitnehmen kann. Die Regeln entsprechen dem Klassiker mit den Offizieren und Soldaten aus den Napoleonischen Kriegen. Neben dem Originalbrett gibt es noch einen kürzeren Duell-Modus.

FÜR ABENTEUERHUNGRIGE

Nach „Star Wars“ nun also „Indiana Jones“: Lego hat die drei ersten Abenteuer des Film-Archäologen in ein DS-Spiel mit dem Titel „Indiana Jones – Die legendären Abenteuer“ gepackt (40 Euro). An die Stelle von Harrison Ford treten kleine knuddelige Lego-Figuren. Das Spiel umfasst die drei Filme „Jäger des Verlorenen Schatzes“, „Tempel des Todes“ und „Der letzte Kreuzzug“. Die Abenteuer werden entweder als Einzelspieler oder im Team per Funkverbindung gespielt. Unverzichtbar wie im Original ist auch im Spiel die Peitsche, um sich über tiefe Schluchten hinwegzuhangeln. Genauso wichtig sind Indianas Fäuste im Kampf gegen die südamerikanischen Indianer mit ihren Blasrohren. Etwas älter sollte man für „Geheimakte Tunguska“ von Deep Silver (rund 40 Euro) sein. Das DS-Spiel handelt vor dem Hintergrund jener Katastrophe in Sibirien vor nunmehr 100 Jahren, bei der eine nach wie vor ungeklärte Explosion weite Landstriche zerstörte. Viele Wissenschaftler haben das Gebiet inzwischen erforscht, einer verschwindet danach auf mysteriöse Weise. In der Rolle seiner Tochter Nina macht sich der Spieler auf eine Suche nach dem verschwundenen Vater. Dabei muss jeder noch so kleine Hinweis beachtet werden, sonst ist das auf 25 Stunden angelegte Rätselspiel nicht zu knacken.

FÜR TIERFREUNDE

Das Ziel ist klar umrissen: „Aufnehmen, aufpäppeln, vermitteln.“ Darum geht es im DS-Tierspiel „Mein eigenes Tierheim“ von Tivola (40 Euro), das in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund entstand. Als Praktikant im Tierheim sorgt der Spieler dafür, dass es den Hamstern, Meerschweinchen, Kaninchen, Katzen oder Hunden gut geht. Nur Tiere, die einen freundlichen, gepflegten und gesunden Eindruck machen, finden eine neue Familie zum Wohlfühlen. Für den Spieler bedeutet dies viel Arbeit. Ein Tierlexikon gewährleistet, dass man auch etwas über die Tiere lernt. Im PC-Spiel „Die Sims“ dreht sich alles um die sozialen Kontakte der selbst geschaffenen Spielfiguren, um ihr Leben, ihr Haus, ihren Beruf. Beim Nintendo-DS-Spiel „Die Sims 2 Haustiere“ von Electronic Arts (rund 18 Euro) stehen die meist vierbeinigen Freunde des Menschen im Vordergrund. Bei der Auswahl des eigenen Wunschtieres sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt, selbst Züchtungen sind möglich, um aus einem Schnauzer und einem Pudel einen „Schnoodle“ zu fabrizieren. Später gilt es die Tiere zu trainieren, zum dressieren und zu umsorgen. Oder sie zu pflegen, wenn sie krank geworden sind. Einen ernsthaften Hintergrund hat auch das Spiel „Abenteuer auf der Delfininsel“ von Ubisoft für rund 40 Euro. Ein Marinezoo auf einer tropischen Insel soll einem Luxushotel weichen, der Spieler muss den Zoomanager nun im Kampf gegen den finanzstarken Gegner unterstützen. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, sich um Delfine, Pelikane und Mantarochen, aber auch um die Haie und Killerwale zu kümmern. Nur wenn der Park mit erfolgreichen Shows glänzen kann, hat er eine Chance gegen den Hotelkonzern.

FÜR FASHION-FANS

Große Namen sind leider kein Garant für rundum gelungene Spiele. Dies gilt leider auch für „Germany’s Next Topmodel“ von DTP Young Entertainment (38 Euro). Wenn die Fans des Fernsehformats die gleichen hohen Ansprüche an das Spiel stellen wie Heidi Klum an die Kandidatinnen, hat es dieser Titel schwer. Zum einen wiederholen sich die Styling-Tipps und Jury-Bewertungen zu rasch. Zum anderen orientiert sich die Grafik eher am PC-Bildschirm als an den kleineren DS-Monitoren. Immerhin: Eine Idee verdient in jedem Fall Beachtung: So werden die Spiel-Models regelmäßig aufgefordert, Obst zu essen, sonst geht es nicht weiter. Wer sich in der Welt der Mode ausprobieren möchte, findet in „Sophies Freunde – Mode-Designer“ von Ubisoft (38 Euro) eine Alternative. Zwar wäre an einigen Stellen auch in diesem Spiel eine bessere Auflösung wünschenswert, doch insgesamt hält Sophie ihre Freunde länger bei Laune. Um dem Job einer aufstrebenden Modedesignerin gerecht zu werden, muss sich die Spielerin nicht nur um neue Kleidungskreationen kümmern, sondern auch um das Outfit der Models, sprich Schmuck und Schminke. Danach geht es für die Fotosessions auf den Catwalk, um dann die Mappen per Datenübertragung mit den Freundinnen auszutauschen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar