Spieletest : „Jack Keane“: Rätselspaß auf hoher See

Fleischfressende Pflanzen und militante Affen: Das Adventure „Jack Keane“ verbindet leichte Rätselkost mit viel Humor - und wandelt auf den Spuren der alten Klassiker.

Bertram Küster
Jack Keane
Mysteriös. Jack Keane stolpert von einem Geheimnis zum nächsten. -Screenshot: promo

Mit dem Comic-Adventure „Ankh“ hatte das Frankfurter Entwicklerteam Deck 13 im letzten Jahr einen Riesenerfolg. Das Rezept: viel Humor gepaart mit dem klassischen, aber unverwüstlichen Point&Click-Spielprinzip. Vom alten Ägypten geht es nun mit „Jack Keane“ in die britische Kolonialzeit. Dabei lassen die Macher erneut keine Gelegenheit aus, Seitenhiebe auf die moderne Popkultur zu verteilen.

Auf der Flucht vor zwei Schuldeneintreibern wird Kapitän Jack vom britischen Geheimdienst angeheuert. Er soll einen trotteligen Agenten auf die geheimnisvolle Insel "Tooth Island" übersetzen. Als sein Schiff auf Grund läuft findet sich der Antiheld mitten im Kampf gegen den verrückten Wissenschaftler Dr. T. wieder. Der Schurke will mit Hilfe Fleisch fressender Pflanzen das britische Teeimperium vernichten. Und dann ist da noch die attraktive Amanda, die Jack mehr als einmal in die Quere kommt.

Mit Logik und Komfort

Jack Keane
Schiffbruch erleidet Jack Keane nur im Spiel. -Screenshot: promo

Der Schwierigkeitsgrad von "Jack Keane" steigt langsam aber stetig. Sind die Schauplätze anfangs noch sehr begrenzt, wird das jeweilige Einsatzgebiet von Kapitel zu Kapitel größer. Immer aber bleibt die Szenerie überschaubar. Auch die Rätsel sind durchweg logisch aufgebaut. Und kommt man mal nicht weiter, hilft der ein oder andere Plausch mit den zahlreichen Charakteren mit Sicherheit auf die Sprünge. Komfortabel: Wer nicht jede Szene mit dem Mauszeiger absuchen will, erhält per Tastendruck die sogenannten „Hot Spots“ angezeigt. Den Spielfluss stören gelegentlich nur die Laufwege von Jack und Amanda. So muss der Spieler, wenn es ans Klettern geht, erst auf die dafür vorgesehene Stelle klicken.

Ganz im Stil von Klassikern wie „Monkey Island“ wird die Geschichte mit zahlreichen Filmsequenzen angereichert. Die hervorragend synchronisierten Dialoge mit den deutschen Stimmen von Johnny Depp, John Cleese und Charlize Theron sind meist witzig, gelegentlich aber auch etwas bemüht. Das hohe Niveau der alten LucasArts-Titel wird in dieser Hinsicht zu keinem Zeitpunkt erreicht. Dafür glänzt das Design von „Jack Keane“ an allen Ecken und Enden. Die witzigen Charaktere und filmreifen Kulissen gehören zum Besten, was das Genre zu bieten hat.

Fazit: Auf der Suche nach guter Adventure-Kost führt derzeit kein Weg an „Jack Keane“ vorbei. Die Entwickler haben seit „Ankh“ deutlich dazu gelernt. Und auch wenn der Humor nicht immer ins Schwarze trifft, beschwört „Jack Keane“ gekonnt den Geist der alten Adventure-Klassiker.

"Jack Keane": erschienen für Windows-PC, freigegeben ab 6 Jahre. Preis: ca. 40 Euro

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