Steve Jobs stellt iPad 2 vor : Auszeit von der Auszeit

Steve Jobs auf der Bühne: Der erkrankte Apple-Chef stellt den Tablet-Computer iPad 2 selbst vor. Das Gerät selbst bietet dagegen wenig Überraschendes.

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Apple-Chef Steve Jobs stellt neues iPad vor.
Apple-Chef Steve Jobs stellt neues iPad vor.Foto: dpa

Die Überraschung war nicht das iPad 2. Die zweite Ausgabe von Apples Tablet PC, die am Mittwoch in San Francisco im Yerba Buena Center of Arts vorgestellt wurde, entspricht im Wesentlichen dem, was die Fachwelt ohnehin erwartet hatte. Tatsächlich überraschend war vielmehr, dass Apple-Gründer Steve Jobs die Präsentation des weiterentwickelten Flachcomputers nicht nur zu einem kurzen Gastauftritt nutzte, um den Gerüchten um die weitere Verschlechterung seines Gesundheitszustandes entgegen zu treten. Vielmehr führte Jobs, wenn auch sichtlich gezeichnet, gut eine Stunde durch das Programm und absolvierte dabei einen großen Teil der Präsentation selbst. Der erkrankte Firmenchef befindet sich seit Januar in einer Auszeit.

„Als wir das erste iPad im vergangenen Jahr vorgestellt hatten, haben die Leute gelacht, als wir es magisch nannten. Aber nun hat sich herausgestellt, dass es wirklich magisch ist“, sagte Jobs. Mit 15 Millionen verkauften Geräten sei 2010 das Jahr des iPad gewesen, „2011 wird das Jahr des iPad2“, sagte der Konzernchef.

Das neue iPad, das in den USA am 11. März und in anderen Ländern wie Deutschland am 25. März in den Handel kommt, hat einerseits ein neues Design erhalten. Der flache tastaturlose Computer, der über den berührungsempfindlichen Bildschirm gesteuert wird, ist nun ein Drittel dünner als der Vorgänger. Er wiegt unter 700 Gramm und wird in den Farben schwarz und weiß ausgeliefert. Das iPad 2 enthält überdies zwei Kameras, jeweils eine auf der Vorder- und Rückseite. Videokonferenzen können über die Facetime-Software nun mit iPhone 4, iPod Touch, Mac-Computern und iPad 2 geführt werden.

Im Innern des neuen Tablets arbeitet ein A5-Doppelkernprozessor, der Jobs zufolge doppelt so leistungsstark ist wie beim Ur-iPad. Die Grafik soll sogar neunmal schneller sein. Dennoch beträgt die Batterielaufzeit Apple zufolge weiterhin zehn Stunden. Viele andere Erwartungen erfüllten sich hingegen nicht. Neue Schnittstellen, um zum Beispiel unterwegs Fotos und Videos direkt auf dem iPad betrachten zu können, fehlen weiter.

Die Preise für die insgesamt sechs verschiedenen iPad-Modelle bleiben stabil. Das Einstiegsmodell mit 16 Gigabyte Speicher und WiFi-Zugang kostet demnach 499 Dollar. Das teuerste Gerät mit 64 Gigabyte Speicherplatz und zusätzlichem 3G-Mobilfunkzugang soll für 829 Dollar angeboten werden.

Mit dem iPad 1 erzielte Apple im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 9,5 Milliarden Dollar (6,8 Milliarden Euro). Zur Zeit liegt der Marktanteil von Apple auf dem Tablet-Markt bei über 90 Prozent. „Wir hatten nie zuvor ein Produkt, das so gestartet ist“, sagte Jobs. Apple nutzte die Vorstellung in San Francisco zugleich, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Neben Jobs waren Timothy Cook, der derzeit bei Apple das Tagesgeschäft führt, sowie Marketingchef Phil Schiller im Yerba Buena Center of the Arts anwesend. Auch Design-Guru Jonathan Ive, den es angeblich zurück nach Großbritannien zieht, war gekommen.

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