Surface Book von Microsoft : Die neue S-Klasse

Microsofts Surface Book ist zugleich ein Tablet und ein besonders leistungsfähiges Notebook. Auch beim Preis setzt der Newcomer Zeichen.

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Ein Notebook, das auch Tablet kann: Das Surface Book von Microsoft. Foto: AFP
Ein Notebook, das auch Tablet kann: Das Surface Book von Microsoft.Foto: AFP

Mit seiner Surface-Reihe war Microsoft angetreten, Tablets aus eigener Produktion auf den Markt zu bringen, die Notebooks ersetzen können. Mit dem Surface Book, das Microsoft jetzt in New York vorgestellt hat, ist dies nun erstmals ohne jedes Wenn und Aber gelungen. Mehr noch: In allen relevanten Aspekten wie Gewicht, Größe, Leistung und Akkureichweite – immerhin zwölf Stunden – zeigt Microsoft: wir können auch S-Klasse.

Was freilich auch für den Preis gilt. Mit einem Preis von 2700 Dollar für die Variante mit 16 Gigabyte Arbeitsspeicher und 500 Gigabyte Festplatte wird von Ende Oktober an ein mobiler Computer angeboten, der es mit jedem Konkurrenten aufnehmen kann. Microsoft zufolge ist das Surface Book sogar doppelt so schnell wie das MacBook Pro von Apple. Die 500-Gigabyte-Variante ist dabei nicht einmal das Ende der Fahnenstange, es wird auch noch ein Gerät mit einer Kapazität von einem Terabyte geben – und zwar als schneller SSD-Speicher versteht sich. Den Preis dazu hat Microsoft noch nicht bekannt geben. Dafür aber den für die Einstiegsvariante mit rund 1500 Dollar.
Doch was ist so besonders am ersten von Microsoft selbst produzierten Notebook. Beim Surface Book handelt es sich vom Prinzip her um ein 13,5-Tablet mit vollwertigem Windows 10 und anklickbarer Tastatur. Letztere ist an sich nicht neu, vergleichbare Modelle sind seit Jahren auf dem Markt. Das gilt auch für den Trick, durch zusätzliche Akku-Pakete unterhalb der Tastatur die Reichweite nochmals deutlich zu steigern.

Doch das Surface Book geht noch einen Schritt weiter. So ist das Tablet ohne Tastatur mit der neuesten Skylake-Generation von Intels Core-Prozessoren an sich schon sehr leistungsfähig. Wird das Tablet an die Tastatur angeschlossen, zündet quasi der Nachbrenner. Unter den Tasten liegen nicht nur weitere Stromspeicher, sondern auch ein weiterer Nvidia-Grafikprozessor. Zusammen kommt ein Notebook heraus, mit dem Gamer wie „League of Legends“ spielen und Architekten Brücken bauen können, so hat es jedenfalls Microsoft angekündigt. Wie stark die Kombination aus Skylake-Prozessor und getrenntem Nvidia-Grafikprozessor wirklich ist, muss sich erst in objektiven Praxistests zeigen.

Microsoft hat sich von Apple inspirieren lassen

Fest steht jedoch schon jetzt: Mit diesem Notebook-Tablet hat sich Microsoft am Erfolgsrezept von Apple orientiert. Hinter dem Surface Book steckt der unbedingte Wille, einen mobilen Computer zu bauen, dessen Name sich ebenso einprägt wie Apples MacBook Pro. Um das zu erreichen, reicht es jedoch nicht aus, dass Leistung und Stromverbrauch stimmen. Bei einem Spitzengerät muss alles stimmen - und tut es auch. Das fängt bei schnellen USB-3.0-Anschlüssen und einem großen gläsernen Touchpad an, geht weiter über hintergrundbeleuchtete und besonders leise Tasten mit angenehmen Druckpunkt bis hin zu einem Verbindungsscharnier mit einer Dockingvorrichtung, die so gebaut ist, dass der Bildschirm auch in entgegengesetzter Richtung angeklemmt werden kann, um ihn mit obenliegendem Display auf die Tastatur zu klappen. Und wie Apples Mega-Tablet iPad Pro lässt sich auch das Surface Pro mit einem Stift bedienen, der selbst feinste Druckunterschiede registriert und somit auch anspruchsvolle Zeichnungen umsetzen kann. Wir freuen uns auf den Praxistest dieses Computers. Kurt Sagatz

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