Tablets für kleine Kinder : Digitalwelt besser mit Eltern entdecken

Was für Computer gilt, ist auch für Tablets richtig: Kinder sollten die Digitalwelt besser zusammen mit den Eltern entdecken. Kreative Apps dafür gibt es einige.

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Selbst mit einem Kids-Tablet mit Elternkontrolle wie dem Meep XP ist der Medienkonsum nur schwer zu kontrollieren. Foto: Promo
Selbst mit einem Kids-Tablet mit Elternkontrolle wie dem Meep XP ist der Medienkonsum nur schwer zu kontrollieren. Foto: Promo

Der Meep X2 ist ein 7-Zoll-Tablet, das speziell für Kinder im Alter ab sechs Jahren entwickelt wurde. Der Android-Flachcomputer verfügt über die üblichen Komponenten wie Touchscreen, Kameras, W-Lan, Lautsprecher, Mikrofon. Der große Unterschied besteht in der Elternkontrolle. Über die Meep-Webseite können Eltern verfolgen, welche Spiele gespielt, welche Webseite aufgerufen oder mit wem gechattet wird. Diverse Spiele sind vorinstalliert, die Gummiseiten schützen das rund 130 Euro teure Tablet vor Beschädigungen. Kurzum: Ein Gerät wie das Meep könnte sich prima dazu eignen, wenn es darum geht, kleine Kinder mit den neuen Medien vertraut zu machen, ohne dem Nachwuchs das teure Edeltablet mit dem offenen Internetzugang und dem verheißungsvollen Shop zu überlassen. Doch das ändert nichts an der prinzipiellen Kritik an den Kinder-Tablets. „Wer einem Kind ein eigenes Smartphone oder Tablet überlässt, darf sich nicht darüber wundern, wenn es das Gerät nicht mehr aus der Hand legt“, sagt Thomas Feibel, Begründer des Kindersoftwarepreises.

Zu den Besonderheiten von Kinder-Tablets wie dem Meep X2, dem Odys Pedi Plus oder dem Samsung Galaxy Tab 3 Kids gehört allerdings, dass die Eltern ein Zeitbudget vorgeben können. Doch die Gefahr besteht nicht nur darin, dass Kinder zu viel Zeit mit Smartphones, Tablets, aber auch mit Computern und dem Fernsehen verbringen, wenn sie über eigene Geräte im Kinderzimmer verfügen. Hinzu kommt, dass sie in der programmierten Welt gar nicht erst dazu kommen, das freie Spielen auszuprobieren.

Mit "Life of George" verbindet Lego die Offline- und die Online-Welt

Dabei gibt es für Tablets und Smartphones durchaus Apps, die die Kreativität auch junger Kinder fördern, sagt Thomas Feibel – aber nur, wenn sich die Eltern die Zeit nehmen, die Programme mit den Kindern zu erkunden. Dafür werden keine speziellen Kinder-Tablets benötigt. Ein Beispiel für eine besondere App ist „Life of George“ von Lego. Das interaktive Bauspiel verbindet das reale Bauen mit den bekannten Lego-Klötzchen mit einer App (iOS und Android). Der Trick besteht darin, ein auf dem Bildschirm gezeigtes Modell so schnell wie möglich nachzubauen, mit der Kamera von Smartphone oder Tablet zu fotografieren und dann bewerten zu lassen. Fortgeschrittene können eigene Modelle entwickeln und von anderen nachbauen lassen.

Eine App mit hohem Kreativitätspotenzial ist der „Book Creator“ für Apples iOS-System. Mit dem Programm (4,49 Euro) lassen sich ohne Vorkenntnisse kleine elektronische Bücher erstellen, die neben kleinen Texten auch Videos, Fotos, Tonmitschnitte enthalten können.

Bei der App „Actionbound“ besteht in keinem Fall die Gefahr, dass Kinder zu Stubenhockern werden. Die App für iOS und Android ist der Nachfolger der klassischen Schnitzeljagd. Mit „Actionbound“ lässt sich die eigene Umgebung erkunden, entweder über bereits vorhandene oder selbst erstellte Touren. Sogar Stadtführungen lassen sich damit organisieren. Für die private Nutzung ist die App sogar kostenfrei. Kurt Sagatz

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