Digital : Und es hat „Bing“ gemacht

Microsoft startet im Juni neue Suchmaschine

Microsoft startet eine neue Suchmaschine unter dem Namen „Bing“ und nimmt damit einen neuen Anlauf ins lukrative Geschäft mit der Internet-Suche. Am kommenden Mittwoch soll die Seite unter www.bing.com freigeschaltet werden, kündigte Microsoft-Chef Steve Ballmer am Donnerstag im kalifornischen Carlsbad an. „Bing ist ein wichtiger erster Schritt in unserem langfristigen Bemühen, Innovationen für die Internet-Suche zu liefern“, sagte Ballmer. Mit Bing sollen die Nutzer Informationen schneller finden und die gefundenen Informationen besser nutzen können. Begleitet von einer bis zu hundert Millionen schweren Werbekampagne nimmt der Softwarekonzern damit erneut Anlauf zur Aufholjagd zum großen Marktführer Google. In Deutschland wird Bing zunächst in einer Beta-Version unter www.bing.de verfügbar sein, erklärte Microsoft-Managerin Dorothee Ritz.

„Bing ist keine Suchmaschine sondern eine Entscheidungsmaschine“, sagte Ritz. Noch heute würden rund 30 Prozent aller Suchanfragen ohne Ergebnis abgebrochen. Bing soll dagegen den Nutzern mit einem verbesserten Index deutlich mehr relevante Ergebnisse liefern. Das neue Startseiten-Design sei übersichtlicher, verfüge über neue Navigations-Möglichkeiten und liefere die Ergebnisse übersichtlich sortiert. Einen erheblichen Teil zur weiteren Verfeinerung der Trefferlisten trage Microsofts neues Technologie-Zentrum in München bei.

Für komplexe Suchanfragen etwa im Zuge einer Kaufentscheidung werden in die deutsche Suche künftig die Ergebnisse der Einkaufs-Site Ciao eingebunden. In einem ersten Schritt wird es zunächst einen direkten Link auf das Verbraucherportal geben, später sollen die Inhalte in die Suchergebnisse integriert werden, sagte Ritz. Microsoft hatte Ciao 2008 übernommen. Über Ciao können Verbraucher Preise und Angebote aus einem Sortiment von rund sieben Millionen Angeboten vergleichen und für andere Nutzer bewerten.

Mit seiner Live-Search-Suche war Microsoft bislang eher mäßig erfolgreich. Bing wird die Windows Live Search komplett ersetzen. Nach jüngsten Erhebungen des Dienstleisters NetApplications war Microsoft im Suchmaschinenmarkt im vergangenen Jahr auf einen Marktanteil von 4,8 Prozent gekommen – Google hielt die Konkurrenz mit einem Anteil von 81 Prozent weit auf Abstand. dpa

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