USB-Sticks : Man geht nicht mehr ohne

Schickes Accessoire, mobiler Speicherriese: Mit einem USB-Stick sind Texte, Fotos, Videos überall dabei. Ein kleiner Leitfaden für Einsteiger.

Maximilian von Demandowsky
USB-Stick
Virtuelles Büro für die Hosentasche. USB-Sticks sind der Renner in Elektronikmärkten - und ideale Geschenke. -Foto: dpa

Jeder kennt sie, fast jeder hat sie oder will noch einen. In Elektronikmärkten sind sie der Verkaufsrenner. Ob als grellbunter Minifußball, Kugelschreiber, kleine Cola-Dose, Teil einer Uhr oder in Feuerzeuggröße. Sie fallen auf durch schickes Holz- oder Lederdesign und leuchten sogar im Dunkeln durch fluoreszierendes Licht: USB-Speichersticks oder kurz USB-Sticks sind inzwischen so verbreitet wie Handys oder MP3-Player. Angesichts von so manch skurrilem Design erscheint der transportierte Dateninhalt beinahe unwichtig. Zu Unrecht, finden sich auf USB-Sticks doch immer häufiger wichtige persönliche Dateien wie Videos, Musiktitel, Briefe und Tabellen. Nicht selten baumeln sogar komplette Doktorarbeiten auf dem Speicherstift am Schlüsselbund. Auch Geschäftspapiere oder E-Mails hängen an praktischen Umhängebändern, verstaut in Handtaschen oder Portemonnaies. Mittlerweile gibt es sogar wasserdichte und stoßfeste Modelle. Welcher USB-Stick ist der richtige? Worauf sollte man beim Kauf achten? Wie ist das mit dem Datenschutz? Ein kleiner Leitfaden für Einsteiger.

BRAUCHE ICH ZUSATZ-SOFTWARE?

Egal, ob unterwegs zum Business-Meeting, als mobiles Büroarchiv oder zum Familienabend mit der portablen Fotosammlung. Die USB-Sticks sind ansehnliche Datenspeicher und nehmen es locker mit manch älterem PC in Sachen Speichervolumen auf. Und praktisch sind sie allemal, braucht man doch nicht eine schwerere externe Festplatte oder CDs oder DVD herumzuschleppen. Es genügt, die kleinen Datenspeicher an einen Laptop oder Computer anzustecken, schon kann man seine persönlichen Dateien abrufen. Neuere Windows-Versionen wie ME, 2000, XP und Vista erkennen die USB-Speichersticks im Gegensatz zu früheren Versionen wie Windows 95 oder 98 ohne externe Treiber automatisch. Auf dem Markt herrscht eine nahezu unübersehbare Fülle von Angeboten an USB-Speichersticks. Die Kapazitäten der mobilen Datenarchive reichen von 128 Megabyte (MB) bis zu 16 Gigabyte (GB), mit unterschiedlichen Lese- und Schreibgeschwindigkeiten.

MEHR SPEICHER, MEHR EUROS

Wie alle Hardwareprodukte unterliegen USB-Speicher einem steten Preisverfall. Die Preise für die kleinen Datentransporteure fangen inzwischen schon bei wenigen Euros für eine geringe Speicherkapazität an. Für einen 16-GB-Riesen beginnen die Angebote bei 130 Euro, je nach Hersteller und Ausstattungsumfang. Wer mehr Wert auf ein edles Design legt oder auf eine erhöhte Lese- und Schreibgeschwindigkeit setzt, zahlt noch mal einen Aufpreis. Ein Vergleich – ohne jegliche Kaufempfehlung – verdeutlicht die enormen Preisunterschiede: So kostet der USB-Stift „Jet Flash“ mit 16-GB-Speicher von der Firma Transcend ab 230 Euro. Dagegen erhält man das Konkurrenzprodukt „my Flash PD7“ in gleicher Größe von der Firma A-Data schon für 134 Euro. Während Letztgenannter lediglich über einen Passwortschutz verfügt und eine Lese- und Schreibgeschwindigkeit von 18 beziehungsweise 13 MB pro Sekunde besitzt, bietet der „Jet Flash“ eine Fingerabdruckerkennung, Verschlüsselung und eine Lese- und Schreibgeschwindigkeit von 25 beziehungsweise 20 MB/s.

VERLUST-RISIKO

Natürlich kann so ein kleiner, mobiler Datenträger auch verloren gehen oder von Unbefugten eingesehen werden. Gelegentlich sind Programme vorinstalliert, die zur Verschlüsselung des USB-Sticks dienen. Daneben gibt es Modelle mit Passwortschutz und solche, die mit einer Fingerabdruckerkennung arbeiten. Bei diesen handelt es sich um einen Speicher aus zwei Teilen. Der erste besteht aus einem öffentlichen Teil, in dem sich das ausführende Programm befindet, im zweiten Teil sitzt der Datenspeicher. Zwar startet das Programm selbstständig, zum Öffnen des Datenspeichers muss allerdings der Finger auf das Gerät gedrückt werden, dann öffnet sich der sensible Dateninhalt. Bei der Frage, wie man mit Viren oder Trojaner auf dem USB-Speicher umgeht, sollte man es wie beim PC halten: Antivirenprogramme verwenden und die Autostart-Funktion auf dem Computer entfernen.

SCHNELL, NICHT NUR SCHÖN

Natürlich sollte der Speicherstick für unterwegs möglichst klein und handlich sein. Ein schickes Design wäre auch nicht schlecht. Und über ein Umhängeband oder einen Haken für den Schlüsselbund sollte er auch verfügen. Entscheidender für die Performance sind aber Details aus dem Innenleben des Gerätes. „Wichtiger als die Verpackung ist die technische Leistung des Gerätes“, sagt Georg Schnurer von der Computerzeitschrift „c’t“. Da geht es mehr um die Frage, wie schnell der Speicher eigentlich arbeitet. „Bei einer Lese- und Schreibgeschwindigkeit von weniger als zehn MB pro Sekunde sollte man die Geräte meiden, die sind einfach zu langsam.“ Und für die Lagerung der USB- Sticks gilt das Gleiche wie für CDs und andere Datenträger: nicht zu heiß werden lassen.

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