Verkaufsstart iPhone 5S : Daumen drauf?

Das iPhone 5S von Apple lässt sich per Fingerabdruck entsperren. Ab Freitag kommt das neue Smartphone zusammen mit dem iPhone 5C in den Handel. Dann zeigt sich, ob das eine gute Idee ist.

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In Deutschland hält sich die Begeisterung für den Fingerabdrucksensor des iPhone 5S in Grenzen. Ein Missbrauch sei zwar ausgeschlossen, sagt Apple. Doch die Bedenken sind nach dem NSA-Skandal vor allem in Deutschland groß. Foto: dpa
In Deutschland hält sich die Begeisterung für den Fingerabdrucksensor des iPhone 5S in Grenzen. Ein Missbrauch sei zwar...Foto: dpa

Für echte Apple-Fans stellen sich manche Fragen offenkundig nicht. Steht für iPhones und iPads ein neues Betriebssystem bereit, wird es möglichst in den ersten Minuten nach der Veröffentlichung heruntergeladen und installiert – selbst wenn es die ganze Nacht dauert (siehe Kasten). Bei den beiden iPhones 5S und 5C, die Apple an diesem Freitag in den Handel bringt, verhält es sich möglicherweise ähnlich. Die Umfrage des Portals Sparwelt.de dient sicherlich in erster Linie der Eigenwerbung, aber die Tendenz ist dennoch interessant. Demnach erwägt jeder zweite iPhone-Besitzer den Kauf des neuen Apple-Smartphoneflaggschiffs 5S mit seinem Fingerabdrucksensor. Andere Zeitgenossen können dem Apple-Hype hingegen kaum etwas abgewinnen. Nur zwei von zehn Menschen ohne Apple-Smartphone können sich vorstellen, sich für das neue Spitzenmodell von Apple zu interessieren. Noch heftiger fällt nur die Ablehnung des iPhone 5C aus. Das preisreduzierte Modell mit seinem Plastikrückteil, das Apple in fünf Trendfarben anbietet, weckt nicht einmal bei jedem zehnten Befragten Interesse.

Was können die neuen iPhones mehr? Beim iPhone 5C ist die Frage schnell beantwortet, da sich im Innern dieses Gerätes im Wesentlichen die gleiche Technik befindet wie im aktuellen iPhone 5. Der Unterschied liegt im bunten Polycarbonat-Gehäuse, das durchaus angenehm in der Hand liegt und einen sehr soliden Eindruck hinterlässt.

Ganz anders verhält es sich mit dem iPhone 5S. Hier wurde kein Chip auf dem anderen gelassen. Der neue A7-Prozessor mit 64-bit-Technik soll doppelt so schnell sein wie der Vorgänger. Ein zusätzlicher Chip mit der Bezeichnung  M7 reagiert auf Bewegungen, was neue Apps im Fitnessbereich erlaubt. Die Grafikleistung des iPhones reicht für hochauflösende 3-D-Actionspiele aus. Die ersten Testberichte aus den USA loben die Performance des neuen Apple-Handys in höchsten Tönen. Besonderes Gewicht wurde beim 5S auf die Kamera gelegt. Der neue Sensor kommt mit weniger Licht aus, ein Doppelblitz lässt die Farben natürlicher erscheinen. Die Videofunktion wurde um eine Zeitlupe erweitertet. Das iPhone 5S kann mit bis zu 120 Bildern je Sekunde Videos aufnehmen, was beim Abspielen beeindruckende Effekte erlaubt. Der Konkurrenzdruck bei den Fotofunktionen ist groß, das neue iPhone tritt vor allem gegen das HTC One und das neue Nokia Lumia 1020 mit seinem 41-Megapixel-Sensor an. Wichtig für Deutschland: Das 5S unterstützt nun die LTE-Netze von Telekom, Vodafone und O2 (in Kürze).

Datenschützer warnen vor der TouchID-Funktion des iPhone 5S

In Deutschland beschäftigt vor allem die TouchID-Funktion die Gemüter, nachdem Hamburgs Datenschützer Johannes Caspar vor dem Einsatz des Fingerabdrucksensors gewarnt hat. Mit der neuen Funktion lässt sich das iPhone entsperren, auch Online-Einkäufe bei iTunes lassen sich damit tätigen. Bis zu fünf Abdrücke können gespeichert werden, so dass sich das iPhone auch von mehreren Personen nutzen lässt. Ein Auslesen der Fingerabdruckdatei ist nicht möglich. Aus dem Abdruck wird ein Zahlenwert errechnet, der als verschlüsselter Hash-Wert gespeichert wird. Eine Rekonstruktion des Abdrucks ist zwar nicht möglich, dennoch bleibt nach dem NSA-Ausspähskandal ein mulmiges Gefühl. Immerhin lässt sich TouchID deaktivieren. Der Sicherheitsgewinn darf zudem nicht überbewertet werden. Der digitale Assistent Siri, mit dem man sprachgesteuert Telefonnummern wählen, SMS verschicken oder Informationen aus dem Internet und nun auch von Twitter und Wikipedia abfragen kann, funktioniert auch bei aktiviertem Sperrbildschirm. Auf diese Weise können sich Unbefugte Daten aus Kalender oder Kontakten vorlesen lassen, was nicht im Sinne der verbesserten Sicherheitsfunktion mit Touch ID ist.

Bei den Preisen bleibt im Wesentlichen alles beim Alten, zumindest beim Spitzenmodell iPhone 5S, das ohne Vertrag mit 16-Gigabyte-Speicher 699 Euro und mit 64 Gigabyte 899 Euro kostet. Das iPhone 5C kostet jeweils 100 Euro weniger, wobei es zwei Varianten mit 16 und 32 GB Speicher gibt.

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