Digital : Versteckte Qualitäten

Der neue Internet-Browser Firefox ist schnell. Vielen Nutzern ist etwas anderes jedoch wichtiger

Kurt Sagatz
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Der Internet-Browser Firefox 3.5 kennt nun ebenfalls den „Privaten Modus“ – auch bekannt als „Pornomodus“. Screenshot: Tsp

Es bleibt das Geheimnis der Entwickler, wo genau sich die 5000 Änderungen und Verbesserungen beim neuen Internetprogramm Firefox 3.5 befinden, denn selbst auf den zweiten und dritten Blick werden nur wenige davon sichtbar. Ganz und gar kein Geheimnis ist hingegen, dass die Internetnutzer weltweit auf diese Änderungen sehnsüchtig gewartet haben. In den ersten 24 Stunden wurde der neue Firefox-Browser vier Millionen Mal geladen. Vom Rekord des Vorjahres blieb man allerdings weit entfernt, auch wenn die Zahl der Downloads inzwischen bei sieben Millionen liegt. Damals schaffte es die Firefox-Version 3 mit acht Millionen Abrufen innerhalb von 24 Stunden ins „Guinnessbuch der Rekorde“.

Der Wettstreit der Internet-Browser treibt die Entwickler zu Höchstleistung. Lange Zeit war das von der Mozilla-Stiftung entwickelte Firefox-Programm neben dem Opera-Browser die einzige sichere, komfortable und innovative Alternative zum Internet Explorer von Windows-Hersteller Microsoft. Inzwischen kann der Nutzer genauso gut den Google-Browser Chrome oder Safari von Apple für seine Streifzüge durchs Internet einsetzen. Und anders als die bisherigen Firefox-Versionen zeigen die beiden Neulinge, dass Tempo keine Hexerei ist.

Kein Wunder also, dass die Mozilla-Stiftung bei der Entwicklung des neuen Firefox-Browsers viel Wert auf dieses Thema gelegt hat. Doppelt so schnell wie das bisherige Firefox-Programm mit der Versionsnummer 3.0.11 soll der Browser die Webseiten nun aufbauen, versprechen die Entwickler.

Im normalen Internet-Alltag ist dieser Tempozuwachs allerdings kaum spürbar. Beim Aufruf der beliebtesten deutschen Internetseiten wie zum Beispiel T-Online, Web.de, Spiegel Online, ProSieben.de, Ciao.de oder auch der Tagesspiegel-Webseite blieb die Zeitersparnis minimal, wenn sie überhaupt messbar war. Tatsächlich zeigt sich der Erfolg der Anstrengungen vor allem auf Internetseiten mit eingebetteten Programmen. Die Entwickler haben den Umgang des Browsers mit Java Script komplett überarbeitet. Das kommt nun vor allem den Internetanwendungen aus dem kreativen Bereich oder zum Spielen zugute, zugleich können die Nutzer flinker durch die sozialen Netzwerke navigieren.

Viele der anderen Neuerungen müssen sich erst noch als praktisch erweisen. So erhalten Webdesigner einige Techniken an die Hand, um ihre Seiten besser aussehen zu lassen. Zudem können Musik und Filme nun direkt über einen integrierten Player abgespielt werden, wenngleich nur bei einigen Formaten.

Vielen Nutzern dürfte aber ohnehin wichtiger sein, dass nun auch mit Firefox im „Privaten Modus“ gesurft werden kann, ohne verräterische Spuren auf dem eigenen Computer zu hinterlassen. Das ist fast immer sinnvoll, wenn ein Computer wie zum Beispiel im Internetcafé von mehreren Menschen benutzt wird. Der Internet Explorer 8 kann das schon länger – wenngleich Microsoft nicht glücklich darüber war, dass diese Funktion kurzerhand als „Pornomodus“ verunglimpft wurde. Kurt Sagatz

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