Videoschnitt : Für Hobby-Spielbergs

Software aus Berlin: Das neue Magix-Programm für den ambitionierten Filmfreund

Kurt Sagatz

Hochzeit, Taufe, das Endspiel der Amateurkicker – von vielen Ereignissen gibt es nicht nur ein einzelnes Video, sondern gleich mehrere Digitalfilme. Wie schön wäre es, diese ganz einfach zu einem neuen Film zusammen zu schneiden, so wie es die Profis bei Film und Fernsehen machen? Das Programm „Magix Video Pro X“ kann das. Bis zu vier Filme lassen sich per Multicam-Funktion gleichzeitig öffnen und stehen dann nebeneinander zur Auswahl bereit. Ein digitaler Assistent analysiert die Tonspur, um so die Zeitachsen der verscheidenen Filme zu synchronisieren. Der Hobby-Spielberg muss nach dem Start des Films nur noch auf das jeweils interessanteste Video klicken, das dann im Hauptfenster erscheint. Das Programm merkt sich im Hintergrund, wie sich der neue Film zusammensetzt. So einfach kann Regiearbeit sein.

Die Berliner Multimedia-Schmiede Magix hat eine lange Tradition beim Videoschnitt für Amateure. Das Programm „Video deluxe“ ist gerade in der Version 15 auf den Markt gekommen. In der Neuerscheinung „Magix Video Pro X“ sind nun auch jene anspruchsvollen Funktionen enthalten, die sich fortgeschrittene Hobby-Filmer schon lange gewünscht haben. Hilfen wie die 1-Klick-Funktion zum Bearbeiten und Brennen eines kompletten Urlaubsfilms findet man hingegen in Pro X vergeblich. Dafür enthält das Programm eine Vielzahl von Funktionen zur exakten Bearbeitung und professionellen Ausgabe der Filme, einschließlich eines kompletten 3D-Titelgenerators. Das Programm stellt zudem zwei Bildschirme nebeneinander dar – auf einem Monitor. Das erleichtert die Vorher-Nachher-Darstellung bei den Zoomfahrten oder der Drei-Wege-Farbkorrektur. Hilfreich ist das flexible Fenster-Layout, das man individuell anpassen und danach zum schnellen Wiederfinden abspeichern kann. Wer will, kann die Programmfenster auch so aufteilen, wie man es aus den Vorgängerprogrammen kennt. Doch wer sich erst einmal an den Doppelmonitor gewöhnt hat, wird dies höchstens für eine Übergangszeit wollen.

„Video Pro X“ unterstützt die komplette Bearbeitung von Videos sowohl in herkömmlicher Standard-Auflösung (PAL) als auch im High-Definition-Format (HD). Die Filme lassen sich am Ende auf DVD oder BluRay-Disc brennen, auf Wunsch mit bis zu acht Ton-Spuren. Wie genau man die vielen Funktionen einsetzt, erklärt neben der eingebauten Software-Hilfe zudem ein rund 300 Seiten starkes Handbuch. Ganz wichtig für Nutzer bisheriger Magix-Programme: „Video Pro X“ kann die alten Projektdateien lesen, speichert die geänderten Projekte aber im neuen Format ab.

Magix Video ProX gibt es ausschließlich für Windows 2000, XP oder Vista. Zur komfortablen Bearbeitung von Videos in Standard Definition werden mindestens ein Zwei-Gigahertz-Prozessor und 512 MB Arbeitsspeicher benötigt. Filme in High Definition lassen sich ab einem Dual-Core-System mit 1,3 Gigahertz oder ein HT-System mit drei Gigahertz flüssig bearbeiten. Der Arbeitsspeicher sollte zwei Gigabyte groß sein – oder größer. Der Preis von „Magix Video Pro X“ beträgt für Nutzer anderer Magix-Programme oder anderer Videoprogramme wie dem Windows Movie Maker rund 250 Euro. Es kann entweder über die Magix-Webseite oder den Fachhandel gekauft werden. Kurt Sagatz

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