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Vom Netz genommen (14) : Werben statt nerven

17.05.2013 11:08 Uhrvon
Analoges Geblinke: Was am Piccadilly Circus in London als Attraktion gilt, macht im Internet Ärger. Foto: dpaBild vergrößern
Analoges Geblinke: Was am Piccadilly Circus in London als Attraktion gilt, macht im Internet Ärger. - Foto: dpa

Aus der aktuellen Debatte um Online-Werbung können wir lernen. Denn wir wollen Tagesspiegel.de auch in dieser Hinsicht verbessern. Dabei helfen uns Kritik und Anregungen unserer Leser. Diskutieren Sie mit!

Das Thema Werbung auf unserer Online-Seite und auch sonst im Internet beschäftigt unsere Community nicht erst seit dieser Woche. Dass es in den entsprechenden Emails und Leserkommentaren zuweilen emotional zugeht, hoffe ich durchaus als Zeichen für Zuneigung werten zu dürfen. Leserkommentator "aviatiker" zum Beispiel schreibt vom "Werbe-Terror" im Netz und vergleicht das Phänomen mit Endloswerbeschleifen im Privatfernsehen. Andere User nennen es "Schrott" oder "Folter" und sparen dabei den Tagesspiegel mit Kritik keineswegs aus.

Lakonischer formuliert es unser Leser "hanness" in seinem Kommentar: "Tja, das Problem liegt einfach darin, dass einfach übertrieben wurde." Worin liegt die Übertreibung? Vor allem blinkende oder anderweitig animierte sowie akustische Werbung wird als "nervend" und damit, bringen wir es ruhig auf den Punkt, auch als das Gegenteil von "werbend" im wahren Sinne des Wortes empfunden.

"Kreischen, blinken, flackern, blitzen in einer Tour, keine Seite unter zehn bewegten, Aufmerksamkeit heischenden Aufreißern", schreibt Leser "lupo". Auch in der Übertreibung liegt für uns Erkenntnis.

Zumal unsere Kommentatoren nicht wohlfeil Kritik üben. Sie wissen, dass ein Nachrichtenportal wie Tagesspiegel.de nicht allein durch die Zuneigung seiner Leser finanziert werden kann und machen entsprechend Vorschläge: "Ich finde es durchaus akzeptabel, wenn Tageszeitungen ihre Artikel zu wohl abgestuften Tarifen anbieten", schreibt "aviatiker" eben auch und steht mit der Bereitschaft, für Journalismus im Internet zu zahlen, nicht allein.

Und so hatte der Appell einiger deutscher Online-Portale, doch bitte auf Adblocker zu verzichten, doch noch etwas Gutes. Denn er ist Anlass für diese aktuelle Debatte. Ansonsten halte ich persönlich wenig von solchen Bittgängen. Statt mit Appellen sollten wir unseren Leserinnen und Lesern lieber mit Angeboten kommen. Wir könnten ihnen zum Beispiel unsere Inhalte mit weniger Werbung oder womöglich sogar werbefrei nahe bringen, wenn sie im Gegenzug bereit sind, sich selbst an der Finanzierung zu beteiligen. Auch das könnte mit "wohl abgestuft" gemeint sein. Der Tagesspiegel prüft derzeit solche Angebote. Die Leserkommentare machen uns Mut.

Die Debatte unterstützt bei uns einen laufenden Lernprozess. Wir werden unsere Werbung künftig weniger aufdringlich präsentieren und stärker auf Auswahl als auf Quantität setzen. Es ist ja auch nicht im Sinne der Werber, wenn ihre Angebote als nervig oder bestenfalls notwendiges Übel gesehen werden. Ein kleiner Denkfehler aber liegt wohl der im Leserforum auch durchscheinenden Ansicht zugrunde, dass Werbung dann am besten ist, wenn sie nicht auffällt. Werbung will per Definition wahrgenommen werden, sonst wäre sie keine Werbung.

Die Herausforderung für uns und die Werber liegt nun darin, tatsächlich zu werben und nicht zu nerven. Da freuen wir uns übrigens auch über Ihre Anregungen. Ganz im Sinne unseres besonders bei diesem Thema sehr engagierten Leserkommentators "hanness": "Der Vorteil eines Online-Mediums liegt meiner Meinung ohnehin darin, dass die Nutzer mit eingebunden werden. Den nackten Artikel kann ich auch auf dem Papier lesen."

Und jetzt sind Sie wieder dran, liebe Leserinnen, liebe Leser. Was meinen Sie? Gefällt Ihnen unsere Online-Werbung? Wenn ja, welche Art von Werbung sagt Ihnen besonders zu? Oder fühlen Sie sich genervt? Was genau stört Sie und wie können wir besser werben? Wie können wir die Interessen von Lesern und Werbern am besten verbinden? Und wären Sie bereit, für weniger Werbung zu zahlen? Kommentieren und diskutieren Sie mit! Nutzen Sie dazu bitte die einfach zu bedienende Kommentarfunktion etwas weiter unten auf dieser Seite.

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