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Windows 10 : Technical Preview: Achtung, nur für Experten!

Am Mittwochabend stellt Microsoft die Vorschau zu Windows 10 ins Netz. Doch die Technical Preview sollte nicht leichtfertig installiert werden.

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In Windows 10 sind Programme und Apps gleichberechtig und können nebeinander in Fenster organisiert werden.
In Windows 10 sind Programme und Apps gleichberechtig und können nebeinander in Fenster organisiert werden.Foto: Promo

Die endgültige Version von Windows 10 gibt es erst Mitte 2015, eine erste Vorschau auf das neue Betriebssystem von Microsoft wird heute Abend um 18 Uhr online gestellt. Die Technical Preview richtet sich in erster Linie an Unternehmenskunden, die bereits jetzt wissen wollen, wie sie das künftige Windows in ihre betrieblichen Abläufe einbinden können. Allerdings sind nach derzeitigem Stand keine Beschränkungen für die Teilnahme am „Windows Insider Program“ vorgesehen, so dass auch andere Interessierte die Vorschau auf Windows 10 testen können. „Die Technical Preview ist für Computerexperten gedacht, die wissen, dass eine solche frühe Version in keinem Fall im produktiven Einsatz genutzt werden darf“, warnt Irene Nadler, Sprecherin von Microsoft Deutschland für die Betriebssystemsparte. Mitglieder des Insider-Programms erhalten neben der Technical Preview auch ständige Updates, um so die Entwicklung verfolgen zu können. Im Gegenzug teilen die Insider Microsoft ihre Erfahrungen im Umgang mit Windows 10 mit. Windows 10 ist als einheitliches Betriebssystem für die verschiedensten Plattformen vom Smartphone über den PC bis hin zum Tablet gedacht.

Für viele die wichtigste Änderung. Mit Windows 10 kehrt das Startmenü zurück - rechts daneben lassen sich die wichtigsten Apps anheften.
Für viele die wichtigste Änderung. Mit Windows 10 kehrt das Startmenü zurück - rechts daneben lassen sich die wichtigsten Apps...Foto: Promo

Tatsächlich handelt es sich bei der Technical Preview um eine sehr frühe Version, die sich insbesondere an die Firmenkundschaft richtet. Wichtige Elemente für den Consumerbereich will Microsoft erst Anfang 2015 bekannt geben, mit der Release-Version ist erst nach der Entwicklerkonferenz im April zu rechnen. Im Gegensatz dazu hatte die Open-Beta-Version, die Microsoft vor dem Start von Windows 8 veröffentlicht hatte, bereits den Großteil der späteren Funktionen enthalten.

Die Windows 10 Preview als Standalone-System installieren

Die Vorschau-Version wird in zwei Version für den Einsatz auf 32bit- und 64-bit-Systemen bereit gestellt. Als Systemsprache bietet sich Englisch an. Wenn man die ISO-Installationsdatei laden möchte, wird man auf die Seite des Insider-Programms geleitet, wo man sich mit seinem Microsoft-Konto anmelden soll. Laut Heise.de ist aber derzeit auch ein direkter Download möglich. Zudem warnt Heise davor, bei der Verwendung der Technical Preview das System nicht zur Übermittlung vertraulicher Daten zu nutzen. "Laut dem Privacy-Statement räumt sich Microsoft unter anderem das Recht ein, Browser-, Such- und Dateiverlauf zu übertragen, zudem Telefonanrufe und SMS, PC-Konfiguration und Anwendungsverlauf. Zudem werden Informationen über geöffnete Dateien übertragen, Spracheingaben sowie mitunter eingetippter Text", heißt es.. 

Wer die Technical Preview testen möchte, sollte die Version auf einem PC oder Laptop installieren, der nicht für die tägliche Arbeit benötigt wird. Eine Parallelinstallation zu einem bereits bestehenden Betriebssystem ist nach den inzwischen von Microsoft veröffentlichten Informationen nicht ohne weiteres möglich, da die Technical Preview bei der Installation den vorhandenen Bootloader überschreibt. Eine Deinstallation ist zudem nicht vorgesehen. Es ist darüber hinaus nicht möglich, über die Wiederherstellungsoption des PCs zur vorherigen Version von Windows zurückzukehren, wird in der Microsoft-Anleitung zur Aktivierung und Verwendung ausdrücklich gewarnt. Hierfür muss das alte Windows komplett neu installiert werden. Somit kommt nur eine Standalone-Installation auf einer eigenen Festplatte in Frage. Grundsätzlich ist zu empfehlen, System und Daten in unterschiedlichen Partitionen zu speichern.

In Linux ein alter Bekannter: Mit Multiple Desktops lassen sich private und berufliche Interessen besser trennen.
In Linux ein alter Bekannter: Mit Multiple Desktops lassen sich private und berufliche Interessen besser trennen.Foto: Promo

Windows 10 enthält eine Reihe von sichtbaren Änderungen, mit den Microsoft den Nutzern insbesondere von Windows XP und Windows 7 den Umstieg auf ein neues Betriebssystem vereinfachen will. An Windows 8 wurde von den Nutzern vor allem kritisiert, dass das mit Windows 95 eingeführte Startmenü entfallen war. Mit Windows 8.1 wurde es zwar teilweise wiederhergestellt, aber erst mit Windows 10 erhält es seine frühere Funktion als zentraler Startpunkt zurück. Über das Startmenü sind nun wieder die Dokumente, Bildern, Musik, die Systemeinstellungen, das Menü zum Abmelden und Herunterfahren sowie die Suchmaske (mit der nun auch das Web durchsucht werden kann) erreichbar.

Apps und Programme sind künftig gleichberechtigt

Zudem gelangt man über das Startmenü zu den Apps, denn die Applikationen werden gleichberechtigt neben den Programmen stehen. Die Apps lassen sich zudem rechts an das Startmenü anheften. Genau wie jetzt unter Windows 8 und 8.1 wird auf den Vorschaubildern bereits gezeigt, ob neue Mails eingegangen sind, wie die Wetteraussichten sind oder welche Nachrichten gerade wichtig sind.

Für Apps gibt es noch eine weitere Neuerung: In der neuen Windows-Version lassen sich die aus dem Windows-Store stammenden Apps nun auch im Fenstermodus öffnen, so dass sie wie gewöhnliche Programme nicht den kompletten Desktop einnehmen. Die Größe der Apps lässt sich individuell einstellen, zudem lassen sie sich beliebig auf dem Desktop platzieren. Zudem können nun bis zu vier Apps gleichzeitig auf dem Desktop angeordnet werden. Eine weitere direkt erfahrbare Änderung betrifft die so genannten „Multiple Desktops“: So wie bereits jetzt in Linux können damit künftig auch in Windows 10 zeitgleich mehrere Desktops nebeneinander geöffnet sein. So kann man sich Desktops einrichten, die den beruflichen Einsatz von den privaten Interessen trennt. Auch die Taskbar wurde überarbeitet. Ein neuer Task-View-Button erlaubt den schnellen Wechsel zwischen allen geöffneten Apps und Dateien.

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