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Diskussion im Fernsehen : Linke sagt Auftritt bei "Maybrit Illner" ab

Sevim Dagdelen sollte bei "Maybrit Illner" separat mit AfD-Politikerin Beatrix von Storch zusammentreffen. Die Linke hält das für völlig unangemessen.

Basil Wegener
Migrationsexpertin Sevim Dagdelen.
Migrationsexpertin Sevim Dagdelen.Foto: Michael Kappeler/dpa

Dass die Sitzordnung eine äußerst heikle Sache sein kann, weiß fast jeder, der schon mal eine große Familienfeier ausgerichtet hat. Beweist man als Gastgeber dabei ein glückliches Händchen, hebt das die Stimmung. Kompliziert wird es mit der Platzierung von Geschiedenen, Querulanten und anderen schwierigen Gästen. Die Planer der ZDF-Talkrunde „Maybrit Illner spezial“ bewiesen am Donnerstag bei der Platzierung ihrer Gäste so wenig Geschick, dass eine Politikerin mit großem öffentlichem Tamtam absagte. Schuld war ein extrem schwieriger Gast. Bei Illner mit von der Partie: AfD-Vizechefin Beatrix von Storch, die immer wieder mit rechtspopulistischen Bemerkungen Empörung auslöst. Doch wer sollte mit der AfD-Ideologin reden? Die Frage beschäftigte Sender und Politik über Stunden - böses Blut kochte hoch.

Mittags machten die Linken im Bundestag ihrem Ärger Luft. Sie verschickten eine Pressemitteilung. Überschrift: „Im Bundestag stärkste Oppositionspartei, bei „Illner-Spezial“ am Katzentisch?“ Der Vorgang, so wie die Linken ihn schilderten: Ihre Migrationsexpertin Sevim Dagdelen sollte mit von Storch extra sitzen und diskutieren. Vom ZDF verweigert werden sollte ihr der Zugang zur großen Runde der Talksendung mit SPD (Fraktionschef Thomas Oppermann), CDU (Vizechefin Julia Klöckner), Grünen (Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth) und FDP (Vizechef Wolfgang Kubicki).

Linke sehen sich ausgegrenzt

Die Linken zeigten sich pikiert - und sagten ihre Teilnahme ab. Und zwar nicht ohne die Angelegenheit für einen Seitenhieb gegen SPD und Union zu nutzen: „Ob die große Koalition vor der wichtigen Landtagswahl in NRW inzwischen so nervös ist, dass sie nur mit ihr genehmen Oppositionsparteien diskutieren möchte, oder ob das ZDF die Entscheidung eigenmächtig getroffen hat, wissen wir nicht.“ Diese Ausgrenzung der Linken solle im Wahljahr aber bitte einmalig blieben.

Da stellte sich natürlich die Frage, wer nun mit von Storch reden könnte - oder ob die AfD-Frau nun wegen der Absage der Linken auch nicht mehr mitmachen durfte bei der Sendung „Notruf im Wahljahr“ über innere Sicherheit in Deutschland. Doch zum Glück zeigte sich die FDP unerschrocken und wollte einspringen.

ZDF verwundert über Linke

Wolfgang Kubicki sollte nun ins Duell mit der AfD-Frau. „Er ist gerne bereit, Frau von Storch zu stellen“, sagte Parteisprecher Nils Droste am Nachmittag. Wie hinter den Kulissen zu erfahren war, sollte Kubicki anders als offenbar die Linken-Abgeordnete seinen Platz in der großen Runde in den anderen Teilen der Sendung aber sicher haben. AfD-Sprecher Christian Lüth versicherte, von Storch habe zugesagt beim ZDF. Am späteren Nachmittag teilte ein ZDF-Sprecher mit, Illner selbst werde mit von Storch reden. Die Linke blieb derweil draußen.

Der Sender zeigte sich überrascht vom Rückzug der Linken: „Wir sind verwundert, dass uns die Linke so kurzfristig zu dieser Sendung absagt, obwohl sie seit längerem das Konzept kannte und uns unter dieser Prämisse auch die Teilnahme einer Linken-Politikerin zugesagt hatte.“ (dpa)

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