Doku-Fiction : „Man muss es besser machen“

Regina Ziegler will trotz mangelnden Publikumsinteresses weiter Zukunfts-Filme produzieren - eine Antwort auf eine Genre-Kritik von Joachim Huber.

Regina Ziegler

„Rückwärts immer, vorwärts nimmer“ war der Kommentar am Donnerstag zum mangelnden Interesse des Publikums an „Zukunftsfilmen“ überschrieben. Regina Ziegler, die für das ZDF „2030 –Aufstand der Jungen“ produziert hat, hält dagegen.

„Joachim Huber mag ja Recht haben, wenn er vermutet, dass die Zukunft vielen Menschen egal ist; und dann natürlich erst recht TV-Movies, die sich von dieser Zukunft ihr ganz spezielles Bild machen. Aber soll man aus dieser Abstinenz schließen, dass man die dokumentarisch-fiktionale Beschäftigung mit der Zukunft unverzüglich einstellen muss und sich nach 20 Uhr lieber in den vertrauten, blitzblanken Kliniken der Gegenwart umsieht? Wenn ich das tue, dann ereilt mich sofort ein anderer Vorwurf der Fernsehkritiker. Dann lese ich: Die Produzenten liefern nur noch ab, was Quote bringt. Weil erfolgreich nur ist, was Quote macht. Das hält uns dieselbe TV-Kritik vor, die anschließend sagt: ,funktioniert nicht’. Also wie denn nun?

Ich sehe nicht, dass das ZDF – wie Huber glaubt – deshalb einem ,horriblen Irrtum aufgesessen’ ist, weil der ,Visionär nichts gilt’. Das ZDF hat nur ein Stück seines Programmauftrags umsetzt. Ich weiß, dass zukünftiges Zusammenleben ein schwieriges Thema ist. Ich ahne, dass es den Menschen Mühe macht, daran erinnert zu werden. Wer will schon sehen, was ihm blüht, vor allem, wenn er jung ist und ein Lebensgefühl entwickelt, in dem Visionen keinen Platz haben? Hat nicht ein ehemaliger Kanzler dekretiert, wer Visionen habe, solle den Arzt aufsuchen? Das haben offenbar viele getan und sind nun gegen Visionen immun. Und für sie ist am Tellerrand Ende. Aber selbst wenn es genau so wäre – das darf doch nicht dazu führen, dass man es eben lässt. Man muss es besser machen. Man muss es so attraktiv machen, dass das Publikum daran nicht vorbeisehen kann. Das ist die Kritik, die ich akzeptiere. Daran arbeiten wir. Nur so wird ein Schuh aus schwierigen Themen und schwachen Quoten.“

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