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Dokumentation des Aufmarsches "Merkel muss weg" : Facebook bedauert vorübergehende Video-Löschung

Erst hatte Facebook das Video über den rechten Aufmarsch "Merkel muss weg" gelöscht - jetzt steht es wieder online

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Demonstration von Rechtspopulisten und rechten Gruppierungen am 30. Juli in Berlin.
Demonstration von Rechtspopulisten und rechten Gruppierungen am 30. Juli in Berlin.Foto: imago/Seeliger

Facebook hat die zwischenzeitliche Löschung einer Videodokumentation über rechte Pöbeleien auf einer Berliner Demonstration bedauert. Das soziale Netzwerk wisse, dass es frustrierend sein kann, wenn solch ein Fehler passiere, erklärte eine Sprecherin in Berlin. „Unsere Reporting-Tools sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hass-Rede und Mobbing zu schützen, und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden“, fügte sie am Dienstag hinzu. Das Video stehe mittlerweile auf der Facebook-Seite wieder zur Verfügung.

Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus e.V. (JFDA) hatte Ende vergangener Woche eine Überreaktion von Facebook beklagt. Das Forum hatte eigenen Angaben zufolge wenige Tage zuvor ein Video in dem sozialen Netzwerk veröffentlicht, wo es am selben Tag Hunderte Male geteilt und mehr als 15.000 Mal angesehen wurde. Dann habe Facebook die Dokumentation allerdings innerhalb von 24 Stunden gelöscht mit der Begründung, es werde gegen die Richtlinien des Netzwerks verstoßen.

Video dokumentiert Attacken beim rechten Aufmarsch

Auf dem Video hatte das JFDA den Angaben zufolge Angriffe am Rande eines rechten Aufmarsches am 30. Juli durch das Regierungsviertel in Berlin dokumentiert. Bei der Demonstration am vergangenem Samstag unter dem Titel „Merkel muss weg“ hatten mehr als tausend Teilnehmer gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestiert.

Laut JFDA wurde bei der Veranstaltung ein Teilnehmer wegen des Zeigens des Hitlergrußes kurzzeitig festgenommen. Zu Beginn der Kundgebung sei zudem eine muslimische Familie von Demonstranten verbal attackiert und eine Journalistin körperlich bedrängt worden. Das Video des JFDA habe überdies Ausschnitte aus Reden und Parolen des Aufmarsches gezeigt. Auf dem Video sollen mehrfach Aufrufe wie „Lügenpresse auf die Fresse“ oder die Parole „Nationaler Sozialismus jetzt!“ zu hören gewesen sein.

Ein Redner habe gefordert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aus dem Land zu jagen. Andere Demonstrationsteilnehmer hätten gerufen: „Steinigung für Merkel!“. Das Video sei erneut auf Facebook mit Verlinkung auf YouTube veröffentlicht worden, teilte das Jüdische Forum mit.

Facebook löschte Tagesspiegel-Beitrag

Erst Mitte Juni war ein ähnlicher Fall bekanntgeworden, bei dem Facebook einen Beitrag über rechtsextreme Vorfälle zunächst löschte. Das soziale Netzwerk hatte einen Artikel des Tagesspiegel wegen vermeintlicher Nazi-Symbolik vorübergehend gesperrt. Tatsächlich wollte der Text über einen rechten Vorfall au der Berliner Fanmeile während der Fußball-EM berichten. Facebook hatte sich später für den Fehler entschuldigt. (mit epd)

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