Medien : Doping bei Schwimm-Olympia: Contra

Joachim Huber

Kristin Otto am Beckenrand von Sydney: da sitzt die falsche Journalistin am falschen Ort. Rund um die ZDF-Mitarbeiterin wabert ein Doping-Verdacht und legt einen Schatten über ihre Glaubwürdigkeit. Verfolge ich im Zweiten Programm diesen Wettbewerb, dann höre und sehe ich Kristin Otto und denke dabei an ...

Wird Doping bei Schwimm-Olympia ein Thema, dann muss sie befangen sein. Was erst wird die Leipzigerin tun und lassen können, wenn eine Medaille aberkannt wird? Dann kommentiert und verurteilt Kristin Otto? Die Journalistin und ihr Sender bevorzugen die Mentalität des Vabanque. Gegeben wird das Stück von der verfolgten Unschuld. Für den Fernsehsender und seine Reporterin war da nichts, ist da nichts, wird da nichts sein.

Vom Sport wird nach wie vor erwartet, er solle Vorbilder produzieren, seine Welt von Athleten geprägt sein, die auf ehrliche Weise ihre Leistungen erreicht haben. Ein vorzügliches Sportereignis wie Olympia verlangt ein Höchtmaß an Klarheit und Ehrlichkeit. In dieser Perspektive müssen auch ehemalige Spitzensportler, die heute ihren Sport reportieren und kommentieren, "sauber" gewesen sein.

Ich muss ein für allemal von Kristin Otto wissen, dass sie ihre Olympiasiege nicht gedopt erschwommen hat; ob wissentlich oder unwissentlich, spielt nicht die entscheidende Rolle. Anderenfalls könnte ich ab morgen die Überzeugung vertreten, die beste Berufsvoraussetzung für einen Polzisten bestehe darin, dass er ein Ex-Knacki ist.

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