Doping war gestern : Die ARD überträgt wieder Tour de France

Das Erste engagiert sich wieder beim Radsport-Event. Das ZDF aber verzichtet. Bei Dopingfällen kann die ARD aussteigen.

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Neue Verhältnisse. Die ARD überträgt die Tour de France 2015. Anders als in früheren Jahren ist das ZDF aber nicht dabei.
Neue Verhältnisse. Die ARD überträgt die Tour de France 2015. Anders als in früheren Jahren ist das ZDF aber nicht dabei.Foto: dpa

Die ARD hat sich vom ordnungsgemäßen Zustand des Radsports überzeugt und wagt deswegen wieder den Einstieg in die Übertragungen von der Tour de France. Wie der „Spiegel“ in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, wolle der Senderverbund noch in dieser Woche das TV-Comeback des Radsport-Events verkünden. Die Tour de France 2015 startet am 4. Juli.
Der Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens, Volker Herres, hatte schon Ende November nach der letzten ARD-Intendantentagung festgestellt, dass die Tour in den vergangenen Jahren viel unternommen habe, um Doping zu vermeiden. Sollte es zu einem positiven Abschluss der Verhandlungen über eine Live-Übertragung kommen, werde die ARD das Radsport-Großereignis kritisch begleiten und dabei auch genau auf Doping schauen. „Aber wir machen uns auch nicht zum Richter über Sportarten, und der Radsport ist unverändert eine attraktive Sportart“, sagte Herres. Inzwischen seien auch wieder sehr viele erfolgreiche deutsche Sportler dabei.

Das ZDF schließt den Übertragungen nicht an


ARD und ZDF hatten sich 2012 nach diversen Dopingfällen von der Tour-Übertragung zurückgezogen. Das Zweite scheint der neuen Reinheit des Radsports noch zu misstrauen, jedenfalls wird sich das ZDF bei der Tour 2015 nicht engagieren. Zuletzt hatten ARD und ZDF von 2009 bis 2011 abwechselnd übertragen, der damalige Vertrag hatte die öffentlich-rechtlichen Sender rund 20 Millionen Euro gekostet.
Die Lizenz zum Senden ist deutlich günstiger geworden. Laut „Spiegel“ zahlt die ARD für zwei Jahre unter fünf Millionen Euro. Zudem soll der Vertrag eine Klausel enthalten, wonach sich das Erste bei neuerlichen Doping-Vorfällen verabschieden darf. Passiert nichts Derartiges, will die ARD täglich ab 16 Uhr bis zum Ende einer Etappe übertragen. Für die Hardcore-Fans bleibt Eurosport die bessere Alternative. Hier wird vom Start bis ins Ziel übertragen.

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