Medien : Dr. Krimi

Der Autor und Produzent Karl-Heinz Willschrei ist tot

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Für KarlHeinz Willschrei, heißt es im „Lexikon der deutschen Krimi-Autoren“, sei das Verbrechen der „letzte Ersatz für Abenteuer“. So gesehen, gibt es in Deutschland, jedenfalls im deutschen Fernsehen, eine Menge Abenteuer und Abenteurer. Karl-Heinz Willschrei hat dieses Motiv mit dem Gegenmotiv kombiniert und damit einige der bekanntesten Fernsehfahnder kreiert: den Matula in „Ein Fall für zwei“ (mit Claus Theo Gärtner), den „Faust“ (mit Heiner Lauterbach) und seine vielleicht beste Figur, den „Tatort“-Kommissar Haferkamp, den Hansjörg Felmy über viele Jahre darstellte. Haferkamp ermittelte in Essen, dort, wo Willschrei in einem Arbeiterviertel aufwuchs. Der in Homberg am Niederrhein geborene Sohn eines Studienrats und promovierte Germanist konnte, nachdem er als Autor auch so populärer Vorabendserien wie „Graf Yoster gibt sich die Ehre“, von „Tatort“-Folgen und Fernsehspielen zu Einfluss und Geld gekommen war, sich an der Produktionsfirma Monaco Film beteiligen – Willschrei wollte mitreden bei der filmischen Umsetzung seiner Stoffe. Beim Erfinden von Fernsehfahndern ging ihm die Fantasie nicht aus, „Eurocops“, „Wolffs Revier“, „A.S.“ gehören zu seinen weiteren Erfolgen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, starb Karl-Heinz Willschrei am vergangenen Sonnabend im Alter von 64 Jahren im spanischen Altea bei Alicante. jbh

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