Drama : Mitarbeiter wollen „Revue“ retten

Für einen Euro wollen die Beschäftigten der Revue den Titel selbst erwerben, um so ihre Arbeitsplätze zu retten.

Große Dramen sind die "Revue"-Mitarbeiter gewöhnt, wöchentlich füllen sie mit dem Leid und der Liebe der deutschen Stars die Seiten des People-Magazins. Doch jetzt kämpfen die Redaktionsmitglieder in Hamburg für ihre eigene Zukunft. Nachdem der Bauer Verlag vergangene Woche ankündigte hatte, das Traditionsblatt nach 62 Jahren aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen, wollen die 39 Redaktionsmitarbeiter den Titel selbst erwerben - für einen Euro. Der Verlag bestätigte die Kaufanfrage.

Obwohl die "Revue" in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Auflage verlor und zuletzt 208 470 Exemplare (IVW, I/2008) verkaufte, ist die Belegschaft von ihrer Idee überzeugt: "Die ,Revue' ist in Deutschland fest etabliert und hat deshalb eine Zukunft", sagt Karen Jäger, Betriebsratsvorsitzende des Blattes. Wie die "Revue" künftig verlegt werden solle, stehe noch nicht fest. Das Team würde aber verkleinert, auch, weil Mitarbeiter in Altersteilzeit gingen. Auch inhaltlich könnte das Magazin verändert werden. "Wir sind zu nett geworden. Deftigere Geschichten oder eine internationalere Ausrichtung würden vielleicht nicht schaden", sagte Jäger. Chefredakteur Norbert Lewandowski beurteilt die Kaufpläne als "exotisch, aber leidenschaftlich".

Eine Entscheidung wird erwartet, wenn die Familie Bauer nächste Woche aus dem Urlaub zurückkehrt. sop

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