Medien : Drei Männer, eine Frau

Heute entscheidet sich beim RBB die Intendantenfrage

Joachim Huber

Heute soll die erste Intendantin, der erste Intendant des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB) gewählt werden. An der bereits bekannten Kandidatenliste hat sich nichts geändert: Ulrich Deppendorf, 53, WDR-Fernsehdirektor, Bernt von zur Mühlen, 55, Unternehmensberater und früherer Geschäftsführer der Radiostation 104.6 RTL, Georg Quander, 52, Staatsopernintendant a.D., Dagmar Reim, 51, Direktorin des NDR-Landesfunkhauses Hamburg. Nach übereinstimmenden Aussagen verschiedener Rundfunkratsmitglieder ist das Favoriten-Rennen zwischen Deppendorf und Reim offen, die Kandidaten von zur Mühlen und Quander werden unter dem Etikett „Wahl-Folklore“ geführt.

Gewählt ist, wer im 30-köpfigen Rundfunkrat zwei Drittel der abgegebenen Stimmen erreicht. Vereinigt eine Kandidatin, ein Kandidat auch nach mehreren Wahlgängen keine Zwei-Drittel-Mehrheit auf sich, nimmt die Findungskommission ihre Arbeit wieder auf und macht dem Rundfunkrat erneut einen Vorschlag. Dessen Vorsitzender Bertram Althausen hat den Mitgliedern des Rates Lebensläufe der Bewerber zur Vorbereitung der heutigen, nicht-öffentlichen Wahl zukommen lassen. Nach seinen Angaben könnte es eine lange Sitzung werden – bis zu acht Wahlgänge gelten als denkbar. Zu möglichen Absprachen unter den parteipolitisch gebundenen oder orientierten Mitgliedern über die künftige RBB-Spitze sagte der unter starkem „Mauschelverdacht“ stehende Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit, dass die Wahl der Sendeleitung allein der Verantwortung des RBB-Rundfunkrates obliege. Verschiedene Mitglieder des Gremiums haben ebenfalls erklärt, sie würden sich von den „Patrons“ aus der Politik nicht gängeln lassen. Die neue Zweiländeranstalt soll spätestens zum 1. Juni aus dem Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg und dem Sender Freies Berlin hervorgehen.

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