Medien : „Durchsichtige PR“

ZDF-Mitarbeiter wehren sich gegen Kritik von Klaus Bresser

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Die Abschiedsworte von Klaus Bresser, dem Ex-ZDF-Chefredakteur, der zu n-tv wechseln wird, haben beim ZDF und in der ARD für Ärger gesorgt. Er beklagte, dass in den Öffentich-Rechtlichen Politik immer häufiger bei „Beckmann“, „Kerner“ oder Biolek stattfinden würde. „Nichts gegen diese Kollegen, aber dass sie sich sonderlich für Politik und Macht, Entscheidungen und Entwicklungen interessieren, wird keiner behaupten wollen.“

Reinhold Beckmann ging jetzt im „Focus“ zur Gegenattacke über: Er könne sich „in all den Jahren an keine kritische Frage des Kollegen (Bresser) erinnern“. Es sei allerdings „immer rührend, wenn sich ältere Herren am Ende eines risikofreien Berufslebens ein neues Image geben wollen“. Johannes B. Kerner sagte unter Hinweis auf Bressers Wechsel zum privaten Nachrichtenkanal n-tv, wo er eine Talkshow moderieren wird: „Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing.“

ZDF-Sprecher Walter Kehr fasst die Stimmung beim ZDF so zusammen: „Viele Kollegen sind empört, dass sich ihr ehemaliger Chefredakteur dazu hinreißen lässt, im Interesse einer durchsichtigen PR-Kampagne seine erfolgreiche Arbeit für das ZDF zu verleugnen und schlecht zu reden.“ Die Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden im ZDF hatte ihn bereits am Donnerstag aufgefordert, er solle nach seiner Kritik auf seine letzte „Was nun…?“-Sendung am 21. August verzichten, in der er den Bundespräsidenten Johannes Rau empfangen soll.dpa/nol

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