E-Book : Kindle kommt nach Deutschland

08.10.2009 00:00 Uhr

Der Buchseite könnte es verstärkt an den analogen Kragen gehen. Der Grund: Amazon bringt sein digitales Lesegerät "Kindle" auch auf den deutschen Markt. Verleger rechnen mit wachsender Piraterie.

Ausgeliefert werden sollen die Geräte ab dem 19. Oktober. Den Käufern stehen 200 000 Buchtitel im Amazon-Shop zur Verfügung, bislang allerdings nur englischsprachige. Demnächst sollen auch deutsche Bücher online verfügbar sein. Konkurrieren wird Kindle vor allem mit Sony, das in Kooperation mit der Buchkette Thalia bereits seit März auf dem Markt ist.

Stefan von Holtzbrinck, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck, rechnet damit, dass sich mit der größeren Verfügbarkeit von digitalen Büchern der Markt in Teilen wandeln wird. „In den USA ist bereits jedes dritte Buch, das bei Amazon verkauft wird, elektronisch“, sagte der Verleger in der IHK Berlin.

Er gehe allerdings davon aus, dass nicht alle Buchtypen sich zur Digitalisierung anbieten. „Das haptische Gefühl des Buchs und auch die praktischen Aspekte werden noch sehr lange zu einem sehr hohen Marktanteil an gedruckten Büchern führen.“ Nachschlagewerke und Reiseführer aber würden sich zur Digitalisierung anbieten. Probleme sieht Holtzbrinck vor allem darin, dass mit der verstärkten Digitalisierung von Büchern auch die Online-Piraterie steigen könnte. Für Bestseller, die die Verlagsgruppe in den USA publiziere, sei nach der Markteinführung des Kindle die Zahl illegaler Kopien deutlich gestiegen.

Ob auch Zeitungen in Zukunft vermehrt auf digitalen Geräten gelesen werden, sei noch offen, sagte von Holtzbrinck weiter. Das Papiermedium biete viele Vorteile, etwa den schnellen Überblick. Ob auf Papier oder im E-Book, mit guten Informationsinhalten könne man Geld verdienen. Wichtig sei, dass es keine hochwertige und zugleich kostenlose Konkurrenz im Netz gebe. Dann sei auch digitaler „paid content“ machbar. as

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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