Medien : Edgar-Wallace-Krimis

NAME

FERNSEHMUSEUM

„Hallo, hier spricht Edgar Wallace!“ – Schüsse fallen, ein gellender Schrei, und blecherne Musik setzt ein, die schwarz-weiße Gänsehaut-Atmosphäre war perfekt. Manchmal, da waren die Blutstropfen auch schon in Farbe, in tiefem Blutrot selbstredend. Und die schallende Wallace-Stimme lachte besonders schaurig und düster.

Die Edgar-Wallace-Filme (zurzeit immer mal wieder im ZDF und auf Kabel 1 zu sehen), sie sind längst zum Klassiker mit Kultstatus avanciert, obgleich es Billig- Produktionen ohne jeglichen künstlerischen (und logischen!) Anspruch waren. Was Horst Wendlandts Rialto-Film in Berlin am Fließband produzierte und dem deutschen Zuschauer stets gelungen glauben machte, es sei tatsächlich alles in London und sonstwo im Wallaceschen England gedreht, das diente eben der reinen Unterhaltung. Es wurde sehr fleißig produziert, 32 Filme entstanden zwischen 1959 und 1972.

Mit dem legendären „Frosch mit der Maske“ ging’s los, mit dem schwachen „Rätsel des silbernen Halbmonds“ hörte es auf. Kultig wurden sie erst durch die vielen Wiederholungen im ZDF, und früher einmal, da lief so etwas gar zur besten Sendezeit am Samstagabend, wenn bei der einzigen Konkurrenz, der ARD, mal wieder „Kuli“ mit seinem Europa-Quiz „Einer wird gewinnen“ abzusahnen drohte. Dann setzten die Mainzer nicht selten auf Klaus Kinski, Eddi Arent, Heinz Drache, Joachim Fuchsberger & Co, wie sie in düsteren Gemäuern umhermorden und ermitteln, dem „Grünen Bogenschützen“ ebenso auf der Spur sind wie dem „Schwarzen Abt“, dem „Hexer“ und der „Seltsamen Gräfin“.

Hach, war das hübsch gruselig. Dort ein Käuzchen, hier viel Nebel. Real London-Fog, of course. Wenn Kinski mal nicht der Böse war und Arent nicht der Klamauk-Faktor, dann war man als wahrer Wallaceianer völlig aus dem Konzept gebracht. Ja, damals – da hatte der Samstagabend noch Kult-Charakter. Thilo Wydra

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben