Ehre und Ehrung : Schampus für die Hoger

Die Schauspielerin bekommt den Grimme-Sonderpreis. Öffentlich-Rechtliche dominieren die Nominierungen beim Fernsehwettbewerb.

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Dutzende Fernsehschaffende müssen bis zum 13. März bangen, erst dann werden die Gewinner des 48. Grimme-Preises 2012 bekannt. Aber eine Schauspielerin weiß es schon seit Donnerstag, dass sie hochgeehrt wird. Hannelore Hoger bekommt den diesjährigen Grimme-Sonderpreis. Die Charakterdarstellerin, die ihr wahres Alter kokett geheim hält, doch auf 70 Jahre geschätzt werden darf, ist mit ihrer ZDF-Kommissarin „Bella Block“ wahrscheinlich am populärsten, doch richtet sich die Auszeichnung auf ihre „beeindruckende Bandbreite an Figuren“, wie der Deutsche Volkshochschul-Verband als Preisstifter mitteilte. Hoger verbinde in außerordentlicher Weise eine hohe Darstellungsintelligenz und eine stets spürbare Interpretationswachheit mit einer intensiven Präsenz und mit immer wieder neuen, auch überraschenden Facetten und Perspektiven.

Für die Grimme-Preise in den Genrekategorien Fiktion, Unterhaltung sowie „Information & Kultur“ sind in diesem Jahr 61 Formate, Regisseure, Redaktionen, Schauspieler oder Kameraleute nominiert, wie der Direktor des Adolf-Grimme-Instituts, Uwe Kammann, in Marl bekannt gab. Die öffentlich-rechtlichen Sender führen die Nominierungsliste mit 53 Nennungen deutlich an, die Privaten kommen auf acht Nominierungen. Dieses starke Übergewicht von ARD & Co. hat Tradition bei diesem Preis, in dessen Jurys Fernsehkritiker und Vertreter der Volkshochschulen arbeiten.

Wie sehr sich das Fernsehen auf bewährte Formate verlässt, zeigen die wiederholten Nominierungen für die ARD-Krimireihen „Tatort“ und „Polizeiruf 110“ sowie die Comedyserien „Stromberg“ (5. Staffel/ProSieben) oder „Pastewka“ (5. Staffel/Sat 1). Und selbst bei den herausragenden fiktiven Einzelstücken wie „Es war einer von uns“ (Arte/ZDF) oder „Die letzte Spur – Alexandra, 17 Jahre“ (Sat 1/ORF) dominiert wieder das Krimi-Muster, Verbrechen und Vergleichbares scheinen der beste Treibstoff für eine Filmerzählung. Große Schauspielernamen finden sich auch diesmal unter den Nominierten. So ist Iris Berben mit dem „Liebesjahre“ (ZDF) vertreten, Götz George mit „Nacht ohne Morgen“ (ARD/WDR).

Enttäuschend war für die Jurys das Serienangebot: „Ijon Tichy: Raumpilot“ (ZDFneo/ZDF) und „Danni Lowinski“ sind unter den wenigen Perlen in einem großen Programm-Meer. Auch in der Unterhaltung habe sich wenig Innovatives hervorgetan, eher Bewährtes, sagte GrimmePreis-Referent Ulrich Spies. Keine Überraschung, dass sich hier die meisten Nominierungen der Privatsender finden: „Let’s Dance“, „Die Bülent Ceylan Show“ (beides RTL), „Cover my Song (Vox) und „Walulis sieht fern“ (Tele 5). Mit dabei ist auch das Moderationstrio des Eurovision Song Contests 2011 aus Stefan Raab, Anke Engelke und Judith Rakers. Sie sind für ihre Eröffnungsshow und die Gesamtpräsentation der Finalsendung des „ESC“ (ARD/NDR) nominiert.

Das Genre „Information & Kultur“ bleibt eine Domäne der Öffentlich-Rechtlichen. Sie stellen alle 20 Nominierungen, darunter „Die Wahrheit über Dracula“ (ARD/HR), „Alarm am Hauptbahnhof – Auf den Straßen von Stuttgart 21“ (ARD/SWR) oder „Hitlers Polizei“ (ARD/RBB/WDR). (mit dpa)

www.grimme-institut.de

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