Medien : Ein Jahr mit elf Monaten: Kerners „Menschen 2007“

Im Kalender der Fernsehjahresrückblicker hat das Jahr elf Monate, wenn überhaupt. Rechnet man die Arbeit der Redaktionen von Kerner, Jauch & Co. noch hinzu, darf eigentlich ab November nichts Großes mehr passieren. Sonst kommt es nicht in die Show. Johannes B. Kerner wagt sich als Erster aus der Deckung und präsentiert heute live aus München seine „Menschen 2007“, eine Woche vor Günther Jauch mit seinem Rückblick auf RTL. Der ZDF-Moderator hat mit den Handballern und der Frauenfußball-Nationalmannschaft gleich zwei deutsche Weltmeister im Studio.

Das Gerangel der Sender um die wichtigsten und prominentesten Gäste des Jahres dürfte groß gewesen sein. Warum Joachim Fuchsberger, DJ Ötzi oder Sarah Connor bei Kerner aufschlagen, erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Immerhin: Fuchsberger wurde 80, und Connor will zum ersten Mal gemeinsam mit ihrem Mann Marc Terenzi über das erste Lebensjahr ihrer Tochter Summer sprechen, die am Herzen operiert werden musste. SPD-Aufsteiger Kurt Beck oder Klimaschützer und Nobelpreisträger Al Gore, mit Sicherheit Kandidaten für Menschen 2007, hätte man lieber gesehen.

Auch unbekannte Helden sollen wieder im Scheinwerferlicht stehen und Kerner ihre „unglaubliche Geschichte“ erzählen: der New Yorker Wesley Autrey, der einen jungen Mann vor einer heranfahrenden U-Bahn rettete, und der Fallschirmspringer Michael Holmes, der einen Sturz aus 4 000 Meter Höhe überlebte. Zivilcourage hat Johannes Lohmeyer aus Dresden bewiesen. Der Hotelmanager stornierte die Übernachtung, die zwei NPD-Funktionäre in seinem Hotel gebucht hatten. Kann gut sein, dass diese Ereignisse in den nächsten vier Wochen noch getoppt werden. Diese Höhepunkte dann bei „Menschen 2008“. Tsp

„Menschen 2007“, ZDF, 21 Uhr 45

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