Medien : Ein Versuch war es wert

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Gregor Gysi ist Kolumnist der „Super Illu“ und Kolumnist beim „Neuen Deutschland“. Warum sollte der ehemalige PDS- Politiker dann nicht auch für die „Bild“-Zeitung schreiben, mag sich Uwe Vetterick, Redaktionsleiter von der „Bild“-Ausgabe Berlin-Brandenburg gedacht haben. Am 9. August 2002 schrieb Uwe Vetterick:

Sehr geehrter Herr Gysi,

spüren Sie es schon, dieses Vakuum? Kein Gysi, nirgendwo. Nachvollziehbar – eine Zeit lang.

Wir möchten Ihnen ein Angebot machen: eine Serie in BILD. Drei, vier Teile in Ihrem O-Ton. Aufgezeichnet von einer Frau, einem Mann, die/der Ihnen vertraut ist. Zum Beispiel von Vera Oelschlegel oder Klaus Kimmel. Sie segnen jeden Teil bis auf das Semikolon ab.

Eine Abrechnung mit der Politik in der Jetztzeit, über das Aufatmen in der Zeit ohne dieses Korsett.

Genaues müsste man bei einem Glas Wein besprechen.

In der Hoffnung auf eine Antwort mit Perspektive

Uwe Vetterick

Redaktionsleiter BILD

Die Antwort des ehemaligen Berliner Wirtschaftssenators ließ nicht lange auf sich warten.

Am 13. August 2002 schrieb Gregor Gysi zurück:

Sehr geehrter Herr Vetterick,

Ihr Hilferuf vom 9.8.2002 hat mich erreicht.

Natürlich habe ich das Vakuum bei BILD ebenso registriert wie Sie.

Gut finde ich, dass Sie mir gleich Ghostwriter vorschlagen, obwohl ich, was Sie nicht wissen können, trotz meiner ostdeutschen Herkunft des Schreibens kundig bin. Aber Frau Oelschlegel scheint mir viel zu intellektuell, und Herrn Kimmel kenne ich nicht.

Ich wäre bereit, Chefredakteur von BILD zu werden, und zur Vermeidung eines weiteren Vakuums Kai Diekmann zu meinem Ghostwriter zu berufen. Zusammen wären wir in der Lage, so komplexe Themen wie die Jetztzeit, das Aufatmen, das Korsett und den Wein zu bearbeiten.

In der Hoffnung auf eine Perspektive für BILD verbleibe ich mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung

Ihr

Gregor Gysi

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