Medien : Ein Vierteljahrhundert Musikfernsehen

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Mit den Worten „Ladies and Gentlemen: Rock ’n’ Roll“ des MTV-Erfinders John Lack begann am 1. August 1981 die Ära des Musikfernsehens. Zunächst konnten nur 800 000 Haushalte in den USA MTV empfangen, und das Programm war nicht besonders abwechslungsreich: Es gab insgesamt nur 168 Musikvideos, davon stammten alleine 30 von Rod Steward. Erste Meilensteine auf dem Weg zur globalen Marke: Das MTV-Logo, erfunden 1982, das in seinen Abwandlungen zum einprägsamen Symbol wurde; zwei Jahre später wurden erstmals die „MTV Video Music Awards“ verliehen – Madonna sorgte für den obligatorischen kleinen Skandal: Sie wälzte sich zu „Like a Virgin“ im Hochzeitskleid auf der Bühne.

MTV etablierte sich in den USA so weit, dass es am 1. August 1987 seinen ersten Ableger gründete: MTV Europe.

Zu den Moderatoren zählte von 1989 an als erste Deutsche Kristiane Backer. In den 90er Jahren verschlüsselte MTV sein Programm, weshalb es für Viva, das neu gegründete deutsche Musikfernsehen, ein Leichtes war, MTV den Rang abzulaufen. Erst als MTV am 7. März 1997 einen deutschsprachigen Ableger gründete und die Verschlüsselung aufhob, holte es gegen Viva wieder auf. Programm-Höhepunkte der vergangenen Jahre: Christian Ulmens Sendung „Unter Ulmen“ und die Reality-Serie um den Hard Rocker Ozzy Osbourne, die im Jahr 2002 sogar den Emmy gewann.

Am 26. August 2004 kaufte MTV-Besitzer Viacom den Erzrivalen Viva. In der neuen Senderfamilie sollte MTV seinen „alten Kultstatus“ (Viacom-Management) wiedererlangen. Eine der ersten Maßnahmen: Viva- Galionsfigur Sarah Kuttner wechselte mit ihrer Show zu MTV. Doch wegen mäßiger Unterhaltsamkeit und schlechter Quoten wird die Show jetzt eingestellt.

Mittlerweile ist MTV in 36 regionale Unterkanäle aufgesplittet (Digitalkanäle nicht mitgerechnet) und weltweit in 179 Ländern zu empfangen. nol

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